18.09.2011, 21:16 Uhr
Sie hatten einen 23-Jährigen gejagt, der dann auf der Flucht von einem Auto erfasst wurde und starb.
Nach dem U-Bahn-Drama in Berlin sind am Sonntagabend Haftbefehle gegen zwei mutmaßliche Täter erlassen worden. Ihnen wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, sagte der zuständige Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ein 23-Jähriger war am Samstag auf der Flucht vor U-Bahn-Schlägern tödlich verunglückt.
Nach ersten Ermittlungen hatten drei Täter am frühen Samstagmorgen im U-Bahnhof Kaiserdamm in Charlottenburg den 23-Jährigen sowie dessen gleichaltrigen Begleiter zunächst angepöbelt und dann angegriffen, teilte die Polizei mit. Die beiden jungen Männer ergriffen daraufhin die Flucht.
Der 23-Jährige lief nach den bisherigen Ermittlungen aus dem Bahnhof in Panik auf eine mehrspurige Straße. Dort wurde der junge Mann von einem 33-jährigen Autofahrer erfasst und tödlich verletzt. Der Begleiter des Opfers war der erste am Unfallort und soll noch versucht haben, durch Herzdruckmassagen und Beatmung seinem Freund zu helfen, berichtete die "Bild am Sonntag". Auch eintreffende Sanitäter versuchten, den jungen Mann zu reanimieren - vergeblich.
Der Begleiter des Getöteten berichtete, dass sie bereits während der Fahrt mit der Linie U2 von den Männern angegriffen worden seien. Die beiden Opfer der Gewaltattacke seien daher bereits eine Station vor ihrem eigentlichen Ziel ausgestiegen, um einem Streit zu entgehen, berichtete die "B.Z. am Sonntag". Die Angreifer folgten ihnen aber offenbar.
Die drei Angreifer flüchteten zunächst. Am Abend stellten sich zwei der mutmaßlichen Täter der Polizei. Die beiden 21- und 22-jährigen Männer gaben an, "etwas mit der Sache zu tun" zu haben. Sie sind den Ermittlern bereits wegen Raubdelikten und Körperverletzung bekannt.
In Berlin war es in der Vergangenheit immer wieder zu brutalen Übergriffen an U-Bahnhöfen gekommen. Gegen einen U-Bahn-Schläger soll am Montag das Urteil verkündet werden. Der 18-jährige Gymnasiast ist angeklagt, auf einen 29-jährigen Mann auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße brutal eingetreten zu haben. Von der Polizei veröffentlichte Sequenzen aus einem Überwachungsvideo, die Teile des Übergriffs zeigen, hatten für eine heftige öffentliche Debatte über den Fall gesorgt.
Quelle: dpa , AFP
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