22.07.2010, 09:02 Uhr
Die Brunner-Angreifer müssen sich vor dem Münchner Landgericht wegen Mordes verantworten (Foto: ddp)
Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Managers Dominik Brunner hat ein Zeuge von einer "unheimlich beängstigenden" Situation vor der tödlichen Schlägerei berichtet. "Mir war klar, dass eine wüste Schlägerei unmittelbar bevorsteht", sagte der 47-jährige Vertriebsleiter, der das Geschehen aus der S-Bahn beobachtet hatte, vor dem Landgericht München I.
Brunner habe mit erhobenen Armen in Verteidigungshaltung in offenbarer Erwartung eines Angriffs getänzelt, "wie man es bei der Bundeswehr in der waffenlosen Selbstverteidigung lernt", sagte der 47-Jährige aus. Zugleich habe einer der Angeklagten betont langsam, "fast beiläufig und routiniert" einen Schlüsselbund aus der Tasche gezogen und den Schlüssel zwischen die Finger gelegt. Dabei habe er einen kalten und höhnischen Blick gehabt. Brunner, der sehr konzentriert wirkte, habe "wie schützend" vor anderen Jugendlichen gestanden.
Erstmals bedauerte ein Zeuge auch, nicht eingegriffen zu haben. Er sei nicht aus der S-Bahn gestiegen, um zu helfen, weil er "den Hintern nicht hochgekriegt" habe, sagte der Vertriebsleiter. Er habe sich gesagt, dass ja Jugendliche bei Brunner seien - "obwohl ich genau gewusst hab: Die helfen ihm nicht, die sahen so verschüchtert aus". Ein anderer Zeuge hatte am Vortag berichtet, er habe über die Gleise laufen und helfen wollen, jedoch sei die S-Bahn eingefahren. Danach habe er die Auseinandersetzung für beendet gehalten.
Brunner hatte im September 2009 eine Gruppe von Schülern in der S-Bahn vor massiven Erpressungsversuchen und Angriffen der beiden Angeklagten schützen wollen und war gemeinsam mit ihnen ausgestiegen. Am S-Bahnhof Solln eskalierte die Lage zur Schlägerei, die für Brunner tödlich endete. Sebastian L. (18) und Markus S. (19) müssen sich nun wegen Mordes verantworten.
Gleich nach der Tat hatte einer der erpressten Schüler bei der Polizei angegeben, die beiden Angeklagten hätten angekündigt: "Den verhauen wir jetzt". Vor Gericht hingegen sagte er, Brunner habe Markus S. mit den Worten "Ihr wollt's nicht anders" ins Gesicht geschlagen.
Da die ersten Angaben des Schülers teils von seinen Aussagen vor Gericht abwichen, berichteten Polizeibeamte am Mittwoch über die erste Vernehmung des Schülers. Während sich der 16-Jährige vor Gericht nicht an Fußtritte erinnern konnte, hatte er laut den Beamten zunächst von fünf bis sieben Fußtritten beider Angeklagter auf den am Boden liegenden Brunner berichtet.
Die Verteidigung hatte die Vernehmung der Beamten zuvor abgelehnt - schließlich sei der Schüler vor Gericht gehört worden. Vor einer Befragung der Beamten müsse vielmehr der 16-Jährige selbst nochmals geladen und mit seinen früheren Aussagen konfrontiert werden. Diesen Antrag der Verteidigung lehnte das Gericht aber ab.
Quelle: dpa
istelerr schrieb:
am 21. Juli 2010 um 19:49:13
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brunner
Es ist beschämend,dsß diejenigen die von H. Brunner geschützt wurden jetzt aus angst und Feigheit ihre erste aussage revidieren
und sich nicht an die tritte der Angeklagten erinnern wollen.Die Verteitigung und die Angeklagten verhalten sich unanständig. Herr Brunner ist tot. jetzt kann man alles verdrehen. So fördert man keine Zivilcourage!
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Samurai schrieb:
am 21. Juli 2010 um 19:26:26
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Brunner
Ich mach seit 15 Jahren Kampfsport. In so einer Situation wäre ich ausgewichen und hätte die Polizei gerufen. Im Zweifelsfall keine
Konfrontation. Brunner würde wahrscheinlich heute noch leben, es gäbe keinen Prozess!!!
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J. schrieb:
am 21. Juli 2010 um 19:19:44
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D. Brunner
Eins sollte klar sein, wenn es nicht zu einer hohen Strafe der Angeklagten kommen ( von mir aus lebenslänglich), ist dies ein
ganz tiefer Schlag ins Gesicht für die so laut geforderten Zivilcourage.
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