23.02.2012, 09:11 Uhr
Deutschland trauert heute um die Opfer der Terrorzelle NSU, um 12 Uhr soll es eine Schweigeminute geben (Quelle: dapd)
Die Ombudsfrau für die Opfer der Zwickauer Terrorzelle, Barbara John, prangert den Umgang der Sicherheitsbehörden mit den Hinterbliebenen an. Die staatlichen Stellen legten "eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern" an den Tag. Informationen über die Morde erhielten die Angehörigen nur über die Medien. Heute findet in Berlin der große Staatsakt für die Opfer der NSU statt. Den n24-Live-Stream von der Veranstaltung können Sie ab 10.30 Uhr hier verfolgen.
John forderte, künftig Polizeibeamte stärker für das Thema Einwanderung zu sensibilisieren. Jede Gewalttat gegen einen Migranten sollte wie in Großbritannien standardisiert auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund untersucht werden. "Wenn wir diesen Standard in Deutschland gehabt hätten, wären die Taten schon früher aufgeklärt worden", sagte sie.
Das Ansehen der Opfer-Familien habe durch die falschen Anschuldigungen der Sicherheitsbehörden stark gelitten, sagte John. Die staatlichen Stellen seien "nicht gerade zimperlich mit ihnen umgegangen". Sie vertraue daher darauf, dass Merkel die Rede auf der Gedenkveranstaltung dafür nutzen werde, das Ansehen der Betroffenen wiederherzustellen. Zudem sollte die Kanzlerin eingestehen, "dass unserer Sicherheitsapparat komplett versagt hat", sagte John.
Auf der heutigen Gedenkfeier für die Neonazi-Opfer wollen Staat und Gesellschaft Entschlossenheit im Kampf gegen Rechtsextremisten demonstrieren. In einem Staatsakt in Berlin wird an die Opfer der Verbrechen erinnert. Zeitgleich sollen mit bundesweiten Schweigeminuten die zehn Menschen geehrt werden, die zwischen 2000 bis 2006 von Mitgliedern einer Neonazi-Zelle getötet wurden. In Berlin und Hamburg soll der öffentliche Nahverkehr am Mittag für eine Minute ruhen.
Bundeskanzlerin Merkel bekannte sich am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern klar zum Kampf gegen Rechtsextremismus. "Wir haben mit denen, die Rechtsextremisten sind, nichts gemein, da gibt es keine Toleranz", sagte sie. Die Kanzlerin hält bei der Gedenkveranstaltung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt die Hauptrede. Ursprünglich war dafür der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff vorgesehen. Vor den rund 1200 Gästen wollen auch zwei Töchter von Ermordeten sprechen.
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, äußerte sich skeptisch zu der Gedenkfeier. Was Politiker Anfang der 90er Jahre nach den Morden in Mölln und Solingen gesagt hätten, könne man "heute wortwörtlich übernehmen, da hat sich nichts verändert", sagte er dem "Neuen Deutschland". "Es ist wichtig, dass man Rassismus verurteilt, aber das reicht nicht aus." Er vermisse eine klare Strategie der Bundesregierung gegen den gesellschaftlichen Rassismus.
Opfer der Mordserie in verschiedenen deutschen Großstädten waren acht türkischstämmige und ein griechischer Kleinunternehmer sowie eine deutsche Polizeibeamtin. Zugeschrieben werden die Verbrechen drei mutmaßlichen Rechtsterroristen.
Quelle: AFP , dpa , dapd
fschjg 72 schrieb:
am 23. Februar 2012 um 16:20:32
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vertreterin der nsu opfer
ich gedenke der opfer islamischer ehrenmorde .morde an menschen die hier nach westlicher und demokratischer art
ihr eigenes leben gestallten wollten ! ich gedenke der ermordeten christen in den muslimischen ländern die wegen ihres glauben verfolgt und immer noch ermordet werden ! ich fordere alle länder auf die diese morde befürworten, diesen menschen die gleichen rechte zugewähren wie hier unseren muslemischen bürgern.
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steff schrieb:
am 23. Februar 2012 um 15:50:47
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vebände
ich kann diese ganzen forderungen von irgendwelchen verbänden nicht mehr hören...zeigt mir ein land dieser erde wo man sich als
gast nicht anpassen muss,nur hier wollen sie sonderrechte...
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Wutbürger schrieb:
am 23. Februar 2012 um 15:37:05
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Zentraler Staatsakt für Opfer der....
Habe gelesen, dass ein Vater für seinen Sohn u.a. einen Strassennamen, Stuftung u.ä. fordert.
Ich
hoffe nicht, dass unsere Politker noch beschliessen, eine Stadt umzubennen!
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