SPD stellt Strafantrag wegen Ypsilanti-Mitschnitts
17.09.2008, 18:32 Uhr
Nicht witzig: Andrea Ypsilanti geht gerichtlich gegen den Radiosender ffn vor (Foto: dpa)Die hessische SPD hat Strafantrag wegen der Aufzeichnung und Veröffentlichung eines Telefongesprächs mit der Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti gestellt. Der Anwalt der SPD habe Strafantrag gegen die Verantwortlichen für Aufzeichnung und Veröffentlichung des Telefon-Mitschnitts gestellt, sagte Parteisprecher Frank Steibli am Mittwoch in Wiesbaden.
Ypsilanti war vergangene Woche einem Stimmenimitator des niedersächsischen Privatsenders radio ffn auf den Leim gegangen, der sich als der designierte SPD-Chef Franz Müntefering ausgegeben hatte. In dem Gespräch forderte er Ypsilanti unter anderem auf, Hessen aufzugeben und in die Bundes-SPD zu wechseln.
Als der Radiomoderator Ypsilanti aufklärte, lachte diese zwar, verbot dem Sender aber, den Gaga-Dialog auszustrahlen. Sie trug dem Sender stattdessen auf, sich an SPD-Fraktionsgeschäftsführer Gert-Uwe Mende zu wenden. Auch dieser untersagte eine Veröffentlichung des Mittschnitts. Trotzdem gerieten kurz darauf Ausschnitte des Gesprächs auf die Internetplattform YouTube.
SPD dringt auf schnelle Aufklärung
Es müsse nun schnell nach dem Computer gesucht werden, von dem aus der Mitschnitt ins Internet gestellt worden sei, sagte ParteisprecherSteibli. Da die Adresse jenes Rechners, über den der Mitschnitt bei YouTube eingestellt worden sei, üblicherweise binnen sieben Tagen gelöscht werde, sei schnelle Aufklärung erforderlich.
Sender nimmt einen Anwalt
Radio ffn schaltete schon kurz nach der Datenpanne einen Anwalt ein. Dieser forderte Senderchefin Ina Tegel zufolge YouTube auf, alle Videos, die Auszüge aus dem Dialog enthalten, zu löschen.