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Waldrodung: 36 Fußballfelder pro Minute
24.10.2009, 09:31 Uhr
Vernichtung von Regenwald in Equador (Foto: dpa)
Minute um Minute verliert die Erde nach Berechnung der Umweltorganisation "World Wide Fund For Nature"(WWF) eine Waldfläche in der Größe von 36 Fußballfeldern. Die Folgen des Kahlschlags trügen mit 20 Prozent zum weltweiten Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bei, erklärte der WWF auf dem Weltforstkongress in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Bis zum Jahr 2020 müsse die "Netto-Abholzung" auf Null gebracht werden. Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Abholzungsprojekten und Aufforstungsprogrammen sei notwendig, um die "Gesundheit des Planeten zu erhalten".
Immer noch gehen jedes Jahr etwa 13 Millionen Hektar durch Brandrodung und industriellen Einschlag verloren. Diese Fläche ist größer als Österreich und die Schweiz zusammen. Insgesamt 67 Staaten unterstützten deshalb das vom WWF geforderte Ziel, bis 2020 den Waldverlust zu stoppen
30 Prozent der Wälder verloren
Auch im Gastgeberland der Konferenz sind weite Waldflächen von der Abholzung bedroht, kritisiert die Umweltorganisation: In Argentinien wird der Wald gerodet, um Anbauflächen für den wirtschaftlich lukrativen Anbau von Soja-Pflanzen zu schaffen. Das Land hat bereits 30 Prozent seiner ursprünglichen Wälder verloren.
Vorbereitungen für Weltklimakonferenz
Auf dem Weltforstkongress in der argentinischen Hauptstadt debattierten 3500 Delegierte aus 160 Ländern. Sie sollen eine der Entscheidungsgrundlagen für die Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen liefern, auf der über eine Verringerung des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes verhandelt wird.
"Die wichtigste natürliche Ressource"
Zahlreiche Redner wiesen auf die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung der Wälder hin. Etwa 1,5 Milliarden Menschen leben direkt vom Wald. Wälder seien die wichtigste natürliche Ressource für den Menschen und das Leben auf der Erde. Sie stabilisieren das Klima, produzieren Nahrung und Trinkwasser, sind der wichtigste Lieferant von Bioenergie und nachwachsendem Baumaterial. Aber alles das sei auf Dauer nur gesichert, wenn die Wälder nachhaltig genutzt und geschützt würden, warnte Philipp Göltenboth, Leiter des Fachbereichs Wald bei der deutschen Sektion der Umweltorganisation WWF.
AFP, dpa