Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Deutschland >

Wurde gezielt auf Benno Ohnesorg geschossen?

...

Wurde gezielt auf Benno Ohnesorg geschossen?

22.01.2012, 14:30 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Benno Ohnesorg

Benno Ohnesorg (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Der tödliche Schuss auf den Studenten Benno Ohnesorg 1967 in West-Berlin könnte nach Recherchen des "Spiegels" doch gezielt abgefeuert worden sein. Der Schütze Karl-Heinz Kurras, der 2009 als Stasi-Spitzel enttarnt wurde, hatte sich stets auf Notwehr in einem Handgemenge berufen.

Der heute 84-jährige ehemalige Polizist war 1967 und 1970 mangels Beweisen vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden.

Das Nachrichtenmagazin meldet, Polizistenkollegen sollen damals Spuren verwischt, Akten gesäubert und falsche Angaben gemacht haben, um Kurras zu schützen. Die Erkenntnisse stützen sich demnach auch auf neu ausgewertete Fotos und Filmsequenzen vom Tatort. So soll Kurras den Schuss unbedrängt aus nächster Nähe und umgeben von mehreren Polizisten abgegeben haben.

Auf einem in dem Magazin veröffentlichten Foto ist neben der Leiche von Ohnesorg auf dem Hof eines Mietshauses der damalige Polizeieinsatzleiter von Kurras zu sehen, der dann ausgesagt habe, dass er Kurras erst später gesehen habe. Erstmals ist nun am Rande des Fotos Kurras in unmittelbarer Nähe zu sehen.

Kurras sollte als Angehöriger eines "Greiftrupps" in Zivil der West-Berliner Polizei am 2. Juni 1967 "Rädelsführer" der Proteste gegen den Schah-Besuch dingfest machen. Ohnesorg wurde am Rande dieser Demonstration erschossen. Sein Tod trug erheblich zur Radikalisierung der westdeutschen Studentenbewegung bei.

Nach der Enttarnung von Kurras als Stasi-Agent leiteten die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sowie die Berliner Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen ein. Das Berliner Verfahren wurde im vergangenen November wieder eingestellt.

Trotz neuer Erkenntnisse reiche es für eine Wiederaufnahme nicht, hieß es zur Begründung. Für ein neues Verfahren gegen einen rechtskräftig Freigesprochenen gebe es "engste rechtliche Voraussetzungen". Dafür hätte beispielsweise eine Kurras entlastende Falschaussage nachgewiesen werden müssen. Etliche der damals Prozessbeteiligten seien aber inzwischen gestorben.

Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte am Sonntag der dpa, eine detaillierte Foto-Auswertung habe sich erst durch neue technische Möglichkeiten ergeben. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte, es gebe keinen Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Schuss von Kurras und seiner Tätigkeit für die DDR-Staatssicherheit. Es war spekuliert worden, ob Kurras den Studenten im Auftrag der Stasi erschoss.

In Juristenkreisen war am Sonntag zu hören, wenn bei den damaligen Prozessen sämtliche Erkenntnisse von heute vorgelegen hätten, wäre das Urteil womöglich anders ausgefallen.


Anzeige

Quelle: dpa

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Wurde gezielt auf Benno Ohnesorg geschossen?" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Wurde gezielt auf Benno Ohnesorg geschossen?" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (3)

zum Forum

Thema: "Wurde gezielt auf Benno Ohnesorg geschossen?"

hunny schrieb: am 22. Januar 2012 um 18:09:56
(20) (16) Ohnesorg
Hurra! Endlich mal wieder eine neue Sau, die man durchs Dorf treiben kann. Ein Glück, dass wir noch solche "Spätmerker" haben.

Kommentar melden

Fritz schrieb: am 22. Januar 2012 um 15:40:34
(41) (9) Schuss auf Benno Ohnesorg
Wie dumm muss ein Staatsdanwalt sein, einen enttarnten Stasi-Spitzel zu glauben, er habe nicht bewußt und gewollt
auf Ohnesorg geschossen. Der tödliche Schuss war doch voll im Sinne der Stasi, politische Unruihe in die Bundesrepublik zu installieren, was auch teilweise durch Baader-Meinhof gelang.Die Polzisten, die damals Akten gefälscht haben, müssten noch heute zur Rechenschaft gezogen werden, z.B. durch Wegfall ihrer üppigen Pensionsansprüche.
mehr Kommentar melden

Falk schrieb: am 22. Januar 2012 um 14:56:51
(30) (2) spät
Die Ermittlungsergebnisse liegen schon seit Jahrzehnten vor. Warum werden jetzt erst Fragen gestellt, für die es nach dem
"Deutschen Herbst" schon Jahrzehntelang zu spät ist?
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Anzeige
Video
Politikerin posiert nackt auf Wahlplakat

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video

Augenblicke
Fotos des Tages
Eine Frau versucht bei den "Redneck Games" in Dublin, einen Schweinefuß mit dem Mund zu fischen. (Quelle: dpa\Erik S. Lesser)

Tierischer Tauchgang. Was sucht diese Frau? mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Restposten-Verkauf
Frühlings Lieblinge: Frisch aus der neuen Kollektion bei neckermann.de

Lagerräumung mit bis zu 80% Rabatt.
von neckermann.de

Sexy Jeans-Röcke
Trend-Styles von Esprit

Der Trend im Sommer: jetzt in angesagten Waschungen. mehr


© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige