Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Deutschland >

Wulff bei Wannsee-Gedenken - Scham über Neonazi-Morde

...

Wulff bei Wannsee-Gedenken - Scham über Neonazi-Morde

20.01.2012, 13:25 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bundespräsident Wulff

Bundespräsident Wulff (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Bundespräsident Christian Wulff hat die Erinnerung an die Vernichtung der europäischen Juden während der NS-Zeit als nationale Aufgabe bezeichnet.

"Wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Unglaubliche und Unvorstellbare wirklich geschehen ist", sagte Wulff bei einer Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz am Freitag in Berlin.

Gleichzeitig äußerte Wulff "Scham und Zorn" über die Mordserie des Zwickauer Neonazi-Trios. Alle - einschließlich der Polizei und der Sicherheitsbehörden - hätten es nicht für möglich halten wollen, dass es so etwas in Deutschland heute noch gebe.

Auch er habe frühe Warnungen vor rechtsextremistischer Gewalt zunächst für übertrieben gehalten, sagte Wulff in der vor 20 Jahren eröffneten Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin. "Wir werden alles tun, damit Terror und mörderischer Hass auf Fremde und Fremdes in Deutschland nie mehr Platz haben."

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, erklärte, die Wannsee-Konferenz markiert den Zeitpunkt, von dem an der Massenmord an den Juden eine minuziöse Bedienungsanleitung erhielt. Auf der Konferenz "geschah die fatale Verbrüderung der Bürokratie mit dem Bösen", schrieb Graumann in einem Beitrag für die "Bild"-Zeitung.

Am 20. Januar 1942 waren in der Villa am Wannsee 15 hochrangige NS-Funktionäre zusammengekommen, um die Behörden und Ministerien auf die systematische Vernichtung der europäischen Juden einzuschwören. Der "Judenreferent" Adolf Eichmann hielt die wichtigsten Entscheidungen in einem Protokoll fest.

"Dieser Ort und der Name Wannsee ist zum Symbol geworden für die bürokratisch organisierte Unterscheidung von lebenswertem und lebensunwertem Leben, für die staatlich organisierte Vernichtung", sagte Wulff. Die NS-Beamten hätten "in Eiseskälte ohne Skrupel, ohne Hauch von Menschlichkeit das mörderische Vorgehen der sogenannten "Endlösung"" formuliert.

Spätestens mit den Sammlungen und Transporten 1942 wurde für jeden, der mit offenen Augen durch die Welt ging, offensichtlich, welches Schicksal auf die deutschen und europäischen Juden wartete. "Viele in der Gesellschaft waren entsetzt, aber noch viel mehr bleiben gleichgültig, viele waren grausame Täter."

Der Antisemitismus des NS-Staates sei genährt und gestützt worden vom Antisemitismus in der Gesellschaft. Auch in Zukunft müssten Gedenkstätten "an das Entsetzliche erinnern, das von unserem Land ausgegangen ist."

Der Bundespräsident sicherte den Juden in aller Welt bei Gefahr und Verfolgung die Verbundenheit Deutschlands zu. Zugleich betonte er: "Deutschland steht unverbrüchlich an der Seite Israels."

An der Gedenkfeier nahm auch der israelische Minister Yossi Peled teil. Peled hatte als Kind die deutsche Besatzung in Belgien unter falscher Identität überlebt. Von seiner Familie überlebte nur seine Mutter den Holocaust im Konzentrationslager Auschwitz. Bei der Gedenkfeier trug Peled für seinen ermordeten Vater das jüdische Totengebet "Kaddisch" vor. Peled war nach dem Krieg in Israel zum hochrangigen General aufgestiegen.


Anzeige

Quelle: dpa

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Wulff bei Wannsee-Gedenken - Scham über Neonazi-Morde" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Wulff bei Wannsee-Gedenken - Scham über Neonazi-Morde" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (29)

zum Forum

Thema: "Wulff bei Wannsee-Gedenken - Scham über Neonazi-Morde"

Bernd schrieb: am 20. Januar 2012 um 20:03:48
(28) (1) Wulff
Die Kippa steht dem unglaubwürdigen Typen doch gut und dem Zentralrat wird es freuen. Für meine Person spricht der Heuchler
allerdings nicht, dagegen verwehre ich mich.
mehr Kommentar melden

Deutscher Horst schrieb: am 20. Januar 2012 um 19:32:22
(27) (1) Scham und Zorn
Scham und Zorn empfinde ich auch, aber nur über Herrn Wulffs Verhalten. Pure Heuchelei, dieser Hundsfot ist doch nicht mehr glaubhaft.

Kommentar melden

Gebetsmühle schrieb: am 20. Januar 2012 um 19:09:37
(24) (1) Ich schäme mich
Nicht im ernst . Solche Reden retten ihn , genau das wird von deutschen Staatsmännern erwartet . Auf der Basis ist die Republik aufgebaut .

Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Anzeige
Video
Politikerin posiert nackt auf Wahlplakat

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video

Augenblicke
Fotos des Tages
Eine Frau versucht bei den "Redneck Games" in Dublin, einen Schweinefuß mit dem Mund zu fischen. (Quelle: dpa\Erik S. Lesser)

Tierischer Tauchgang. Was sucht diese Frau? mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Restposten-Verkauf
Frühlings Lieblinge: Frisch aus der neuen Kollektion bei neckermann.de

Lagerräumung mit bis zu 80% Rabatt.
von neckermann.de

Sexy Jeans-Röcke
Trend-Styles von Esprit

Der Trend im Sommer: jetzt in angesagten Waschungen. mehr


© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige