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Wulff-Affäre: Erste Rücktrittsforderung aus der CDU

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Wulff-Affäre: Erste Rücktrittsforderungen aus der CDU

12.01.2012, 20:07 Uhr

Der CDU-Parlamentarier Karl-Georg Wellmann fordert Wulff zum Rückzug auf. Das Amt des Bundespräsidenten sei "schon jetzt beschädigt".

In der Kredit- und Medienaffäre um Bundespräsident Christian Wulff haben sich erstmals Mitglieder der Unionsfraktion im Bundestag öffentlich für dessen Rücktritt ausgesprochen: "Mein persönlicher Rat an ihn wäre, dass er sich und seiner Familie das nicht länger antut", sagte der CDU-Parlamentarier Karl-Georg Wellmann am Mittwoch in der ZDF-Sendung "login".

Das Amt des Bundespräsidenten sei "schon jetzt beschädigt, allein durch die öffentliche Diskussion auch in den großen Leitmedien". Der Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz unterstützte gegenüber dem "Tagesspiegel" Wellmanns Position: "Aufgrund der unwürdigen Diskussion der vergangenen Wochen müssen Konsequenzen gezogen werden."

Zunehmende Belastung für die CDU

Laut Wellmann decke sich seine Meinung mit der fast aller bürgerlichen Wähler in seinem Wahlkreis. Ein Staatsoberhaupt solle den Menschen Orientierung geben. "Viele leiden darunter, dass dieses Amt und dieser Bundespräsident so in der Diskussion ist", ergänzte er. Ein Ende mit Schrecken sei daher besser als ein Schrecken ohne Ende. Wulff steht seit Wochen wegen eines privaten Hauskredits, Zahlungen von Freunden, kostenlosen Urlauben und seines Umgangs mit Medien heftig in der Kritik. Einen Rücktritt lehnt er bislang jedoch ab.

Zunehmend in der Kritik steht auch die Weigerung Wulffs, wie von ihm angekündigt hunderte Fragen öffentlich zu beantworten: "Wulff hat im Fernsehen vor 18 Millionen Bürgern zugesichert, dass die 450 Fragen beantwortet und offengelegt werden. Ich denke, darauf warten wir alle, und das muss jetzt auch passieren", sagte der CDU-Fraktionschef im niedersächsischen Landtag, Björn Thümler, der "Nordwest-Zeitung". Er sieht die Affären zunehmend als Belastung für die CDU.

Video
Umfrage: Zuspruch für Christian Wulff sinkt

Nur noch 46 Prozent der Befragten meinen, der Bundespräsident solle im Amt bleiben. Das sind zehn Prozent weniger als in der letzten Umfrage. zum Video

Zuvor hatte Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier die Anwälte Wulffs aufgefordert, sämtliche Antworten auf Fragen der Journalisten im Zusammenhang mit der Kredit- und Medienaffäre im Internet zu veröffentlichen.

Anlässlich des Neujahrsempfangs im Schloss Bellevue kam Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals seit Beginn der Kreditaffäre öffentlich mit Christian Wulff zusammen. Wie die anderen Kabinettsmitglieder signalisierte Merkel dem Bundespräsidenten Unterstützung. Vertreter von Transparency International und dem Deutschen Journalisten-Verband boykottierten den Empfang.

Foto-Serie: Die Affären um Christian Wulff
6 Bilder von 29

Wallraff: "Bild" will Wulff vernichten

Der Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff kritisierte scharf die Rolle der "Bild"-Zeitung: "Es ist nicht besonders seriös wenn 'Bild'-Chefredakteur Kai Diekmann über viele Jahre vertrauliche Gespräche mit einem Politiker pflegt und diesen dann plötzlich vorführt und öffentlich bloßstellt", sagte Wallraff der "Frankfurter Rundschau". "Man hat den Eindruck, 'Bild' will ihn vernichten. Das ist keine Demontage. Das ist Vernichtungswille."

Man dürfe nicht vergessen, "dass Wulff von 'Bild' in einer ganz besonderen Weise aufgebaut, hofiert, gehätschelt wurde", sagte Wallraff. Die Symbiose und "Hingabe Wulffs an die Boulevardpresse ist entwürdigend und verabscheuungswürdig". Über Jahre sei die Zeitung Wulffs Hofberichterstatter gewesen. "Bis er sagte, der Islam gehöre zu Deutschland - da setzte zum ersten Mal eine kritische Berichterstattung ein", sagte Wallraff.


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Quelle: dpa , AFP , dapd

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Kommentare (390)

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Thema: "Wulff-Affäre: Erste Rücktrittsforderung aus der CDU"

Lord of Hamburg schrieb: am 12. Januar 2012 um 21:15:26
(89) (10) Wulff
Neujahrsempfang des ? ( für mich eine 0 = Null Name= Überflüssig !)

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bonzo schrieb: am 12. Januar 2012 um 21:12:12
(80) (13) Bundespräsidenten Mull
Na, ist er jetzt endlich nackig gemacht ? Wie ein Nacktmull sieht er inzwischen auch aus. Ehrlich, der sah vor
Weihnachten anders aus. Irgendwie viel zufriedener. So kann er nicht bleiben, er muss jetzt ganz weit weg. Am Besten in die USA mit ihm. Die suchen noch Schauspieler in Hollywood." Nacktmull Wulff unter Geyern"wär nicht schlecht.
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Hüppi schrieb: am 12. Januar 2012 um 21:10:06
(115) (12) @juttadoris
Privatkredite zur Vorzugskonditionen sind Bestechungsversuche bzw. vollendete Korruption. Es liegt doch nahe, dass hier das
Wohlwollen eines Politikers erkauft werden und/oder direkter Einfluss auf die Gesetzgebung ausgeübt werden soll. Das geht aber offenbar nicht in ihr ideologisch eingeschränktes Gehirn hinein. Im übrigen würde ich keine Finka in Malle haben wollen. Auf solche Nachbarn wie sie, kann ich gerne und ohne Neid verzichten.
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