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Wütender Fahrer sperrt Schulkinder in Bus ein
15.12.2008, 09:52 Uhr
Aus Wut über eine umher geworfene Mandarinenschale hat ein Busfahrer in Bayern mehrere Dutzend Schulkinder in seinem voll besetzten Linienbus 20 Minuten lang eingesperrt. Der Fahrer sei dermaßen in Rage geraten, dass er zwischen zwei Haltestellen am Straßenrand angehalten und die Kinder brüllend zur Rechenschaft gezogen habe, sagte die Mutter eines der Kinder und bestätigte damit einen Bericht der Münchner Zeitung "tz".
Obwohl mehrere Kinder weinten, habe der Fahrer sich geweigert, weiterzufahren oder die Türen zu öffnen. Die Polizei in Neufahrn wollte sich zu dem Vorfall am Sonntag nicht äußern.
Eltern hörten Wutausbruch mit an
In dem Bus sollen sich dramatische Szenen abgespielt haben. Eltern, die von ihren eingeschüchterten Kindern per Handy alarmiert wurden, hätten den Wutausbruch des Fahrers mit angehört, sagte die Mutter. Als eine Mutter mit ihrem Auto zum Bus gefahren sei, um die Tochter wegen eines wichtigen Arzttermins abzuholen, habe der Mann sich geweigert, das weinende Kind aussteigen zu lassen. Die Mutter habe die Polizei alarmiert und Strafanzeige erstattet.
"Der Junge hatte richtig Panik"
Als nach rund 20 Minuten die Polizei eintraf, habe der Werfer der Mandarinenschale - ein zwölfjähriger Junge - den Busfahrer auf Knien um Entschuldigung gebeten, berichtete die Mutter. "Der Junge hatte richtig Panik." Der Fahrer habe die Entschuldigung nicht angenommen und angekündigt, selbst Strafanzeige zu stellen. Einige Kinder seien von dem Vorfall am vergangenen Mittwoch dermaßen verstört, dass ihre Eltern sie seitdem mit dem Auto von der Schule abholen müssen.
Unternehmen will sich am Montag darum kümmern
Der Bus eines privaten Unternehmens war in der rund 20 Kilometer von München entfernten Gemeinde im Auftrag des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) unterwegs. Bei dem Unternehmen war von dem Vorfall noch nichts bekannt, sagte eine Sprecherin. Man wolle sich am Montag darum kümmern. An diesem Dienstag solle der Vorfall Thema einer Gemeinderatssitzung sein. Erst vor wenigen Wochen hatte der Rauswurf einer 12-Jährigen aus einer Münchner S-Bahn an einem dunklen Bahngleis für Empörung gesorgt.
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Quelle: dpa
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