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Wirtschaftsminister Guttenberg erwartet Ende der Wirtschaftskrise im Herbst

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Guttenberg erwartet Ende der Krise im Herbst

20.03.2009, 09:24 Uhr

Wirtschaftsminister Guttenberg: "Wir haben ein sehr gutes Konjunkturpaket geschnürt" (Foto: dpa) Wirtschaftsminister Guttenberg: "Wir haben ein sehr gutes Konjunkturpaket geschnürt" (Foto: dpa)

Der neue Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erwartet ein Abflauen der Wirtschaftskrise bereits für den Herbst des Jahres. Der CSU-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung: "Machen wir uns nichts vor, wir stecken mitten in einer sehr harten Krise. Aber wir haben ein sehr gutes Konjunkturpaket geschnürt. Nicht zuletzt deshalb erwarten wir, dass es spätestens ab Herbst wieder aufwärts geht."

Für die Annahme des Konjunkturpakets im Bundesrat stellte die FDP unterdessen Bedingungen. Der stellvertretender Ministerpräsident von Niedersachsen, Walter Hirche, sagte dem "Hamburger Abendblatt", die Zustimmung der Liberalen hänge davon ab, "ob die Regierung auf unsere vernünftigen Vorschläge eingeht".

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Meldungen zurFinanzkrise

FDP: "Widersinnige Besteuerung"

Hirche forderte für die Zustimmung seiner Partei die Senkung der Einkommensteuer rückwirkend ab 1. Januar 2009 statt erst 2010. "Und die widersinnige Besteuerung von Kreditzinsen als Gewinn muss weg, denn sie bremst Investitionen und Konjunktur." Der Zeitung zufolge geht es der FDP im Kern um Schritte zu einer Einkommen- und Unternehmensteuerreform.

Hamburg könnte entscheidende Stimme bringen

Am Montag werden die vier FDP-Wirtschaftsminister aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen im Wirtschaftsausschuss der Länderkammer die Anrufung des Vermittlungsausschusses beantragen. Stimmen die von der FDP mitregierten Länder dem Konjunkturpaket im Bundesrat nicht zu, fällt der schwarz-grünen Landesregierung in Hamburg die entscheidende Rolle zu.

Guttenberg verspricht Steuerreform

Auch Guttenberg will sich für eine umfassende Steuerreform einsetzen. "Auch ich meine, wir brauchen ab 2010 eine große Steuerreform", sagte er der "Bild". Er lasse diverse Modelle durchrechnen, kündigte er weiter an. Er sei gespannt, "ob etwa die Vorschläge der FDP einer solchen Prüfung standhalten". Spielräume für Entlastungen sieht der neue Minister vor allem im Bereich der sogenannten kalten Progression. "Durch die kalte Progression steigt die Steuerlast schneller als die Löhne. Dadurch fallen dem Staat ohne jede Berechtigung Milliarden an zusätzlichen Steuereinnahmen in den Schoß", kritisierte er den aktuellen Zustand. Kalte Progression bedeutet, dass Lohnerhöhungen in manchen Fällen dem Arbeitsgeber praktisch nichts bringen, wenn er durch sie in eine höhere Steuerklasse rutscht.


Steinbrück: Finanzhilfen "alternativlos"

Finanzminister Peer Steinbrück verteidigte unterdessen die milliardenschweren Finanzhilfen an strauchelnde Banken als alternativlos. "Es ist im Interesse jedes einzelnen Bürgers, in Deutschland ein funktionierendes Bankensystem zu haben", sagte der SPD-Politiker. Ohne den angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) namentlich zu benennen, warb Steinbrück um Verständnis für die staatlichen Garantien, mit denen die Insolvenz des Münchener Geldhauses bislang abgewendet werden konnte. Gleichwohl kritisierte der stellvertretende SPD-Vorsitzende, dass der Staat ungeachtet der gewährten Finanzhilfen in Höhe von 87 Milliarden Euro keine Möglichkeit der Einflussnahme auf die Geschäfte der HRE habe.

Begriffe zur FinanzkriseVon ABS bis Subprime
Überblick

Unternehmensberater fordert mehr Investitionen vom Staat

Der Bundestag hatte am Freitag ein in der Nachkriegsgeschichte beispielloses Paket zur Stützung der Konjunktur beschlossen, das in den Jahren 2009 und 2010 rund 50 Milliarden Euro umfasst. Hinzu kommen 30 Milliarden Euro in Form von Bürgschaften. Der Unternehmensberater Roland Berger sieht in Deutschland jedoch einen Investitionsstau von einer viertel Billion Euro. Die Infrastruktur in Westdeutschland bedürfe dringend einer Sanierung, sagte er dem "Tagesspiegel". Hinzu kämen notwendige Ausgaben für Informations-, Umwelt- und Energietechnologie.

Berger: "Zu wenig Impulse"

"Insgesamt bräuchten wir also um die 250 Milliarden Euro, um Deutschland zu modernisieren, wobei einen Großteil des Geldes und mehr die Unternehmen aufbringen können, sobald die Finanzmärkte wieder funktionieren", sagte Berger. Die Konjunkturpakete der Bundesregierung von insgesamt 80 Milliarden Euro gäben zu wenige Impulse für unternehmerische Investitionen, kritisierte er.


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Quelle: dapd

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