Knut schnappte nach einem dreijährigen Jungen (Quelle: dpa)Süß und tapsig ist Knut schon länger nicht mehr. Wiegt er doch mittlerweile 140 Kilo und ist bei einer Länge von 1,70 Meter nicht viel kleiner als ein durchschnittlicher Mann. Doch am Freitag hat er auch sein wahres Inneres gezeigt, das nichts mehr mit einem Knuddelbär gemein hat. Mit aufgerissenem Maul schnappte er nach einem kleinen Jungen. Glücklicherweise trennte die beiden dickes Panzerglas.
Der kleine dreijährige Adrian war mit seinem Opa im Zoo unterwegs. Als der Junge beim Bärengehege war, hockte er sich hin und schaute in den Wassergraben. Um den berühmten Bären zu begrüßen, klopfte er gegen die Scheibe und sagte: "Hallo Knut! Ich bin's, der Adrian", berichtet die "Bild-Zeitung".
20 Angriffe mit gefletschten Zähnen
Zum Schrecken der Zoobesucher schoss der Bär plötzlich aus dem Wasser, riss sein Maul auf und knallte mit der Nase gegen die Scheibe. Ein Raunen sei durch die Besuchermenge gegangen. Einige hätten den Opa sogar angebrüllt, den Jungen wegzuholen, damit Knut sich die Nase nicht verletze. Doch Adrian ließ sich von den gefletschten Zähnen und den Besuchern nicht beeindrucken und blieb vorm bruchsicheren Glas sitzen. Sein Opa: "Immer wieder klopfte er dagegen", sagte er gegenüber der "Bild". Das brachte Knut in Rage. Etwa 20-mal sprang er an die Scheibe.
Dass er den Jungen wirklich fressen wollte sei nicht auszuschließen, sagte Knuts Tierarzt André Schüle der "Bild". "Er ist ein Raubtier. Es wäre nicht verwunderlich, würde er zubeißen." Diplombiologe und Wildtierexperte Thomas Pietsch von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" bestätigt dem Blatt diese Annahme: "Es ist egal, ob Eisbären in Gefangenschaft geboren und von Hand aufgezogen werden. Sie bleiben wegen ihrer Kraft und der scharfen Zähne hochgefährlich - auch, wenn sie nur spielen wollen. Es sind Fleischfresser. Bei Gelegenheit und Hunger würde ein Eisbär auch Menschen fressen."