19.02.2010, 10:57 Uhr
Geisterautobahn: Die A 44 in Richtung Kassel bleibt weiter voll gesperrt (Fotos: dpa)Schnee und Glatteis behindern zunehmend den Verkehr. So bleibt die A 44 Richtung Kassel nach heftigen Schneefällen in Ostwestfalen und Nordhessen auf einer Länge von 52 Kilometern noch bis voraussichtlich Montagmorgen voll gesperrt. "Es gibt nicht mehr genügend Salz, um die glatten Fahrbahnen zu streuen", sagte Bernhard Meier, Sprecher der zuständigen Behörde Straßen.NRW zu t-online.de.
Betroffen ist die Strecke zwischen den Anschlussstellen Erwitte/Anröchte und Diemelstadt. Zuvor hatte es dort eine Serie von Unfällen gegeben. Eine Autofahrerin kam dabei ums Leben.
Die 46 Jahre alte Frau war am Samstag gegen 13.30 Uhr mit ihrem Auto ins Schleudern geraten. Die Rutschpartie überstand sie jedoch unverletzt. Als die Frau dann auf dem Seitenstreifen der Fahrbahn stand, wurde sie von einem anderen Fahrzeug erfasste und schwer verletzt. Sie starb in den Abendstunden in einem Paderborner Krankenhaus berichtete die Polizei Bielefeld.
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Die Straßendienste sind angesichts der unfallträchtigen Verkehrssituation teilweise hilflos. "Wir haben in ganz Nordrhein-Westfalen einen Streusalz-Notstand", sagte Meier. "Wir können nicht mehr alle Fahrbahnen freihalten und zum Teil nur noch räumen, ohne zu streuen. Wir hoffen aber, dass heute noch 50 Tonnen Salz eintreffen." Allerdings werde auch diese Menge womöglich nur reichen, um die Gegenfahrbahn der A 44 Richtung Dortmund freizuhalten.
In Mönchengladbach geriet in der Nacht zum Sonntag ein Linienbus auf eisglatter Fahrbahn ins Rutschen und prallte gegen ein Haus. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand, aber es entstand hoher Sachschaden. Der 24-jährige Busfahrer war mit seinem Fahrzeug in einer Kurve ins Schleudern geraten. Dabei durchbrach der Bus die Mauer zum Schlafzimmer des Hauses, in dem eine 35-jährige Frau, deren 40-jähriger Ehemann und das dreijährige Kind schliefen. Der Sachschaden am Bus beträgt rund 10.000 Euro, der Sachschaden am Haus dürfte laut Polizei bei mehreren Zehntausend Euro liegen.
Bereits in den Stunden zuvor hatte Neuschnee auf den Straßen zu hunderten Unfällen und Behinderungen geführt. Besonders der Nordosten war betroffen. In Bayern starb am Sonntagmorgen ein Geisterfahrer bei einem Unfall auf der A3 nahe Kitzingen. Der Ablauf war unklar. Die Autobahn wurde in Richtung Nürnberg stundenlang gesperrt.
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Auf der Autobahn 9 bei Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt verunglückte ein Reisebus aus Dänemark, der nach Österreich unterwegs war. Drei dänische Ski-Urlauber starben. Mehr als 60 Menschen saßen in dem Bus, mehrere verletzten sich schwer, darunter der Polizei zufolge auch der Fahrer. Die Unglücksursache ist bislang noch unklar.
Auf den Bundesstraßen 198 und 104 im Osten Mecklenburg-Vorpommerns ging zeitweise nichts mehr. Auch auf der B198 steckten etwa 50 Lastwagen, viele Autos und ein leerer Bus in Schneeverwehungen fest. Sie konnten nur mit Hilfe einer Schneefräse befreit werden. Nach etwa acht Stunden rollte der Verkehr gegen 5 Uhr wieder. Auf der B104 kamen mehrere Lastwagen vor lauter Schnee nicht mehr weiter.
Auf der Ostsee-Insel Rügen laufe der Verkehr wieder an, berichtete die Polizei. In Ostvorpommern würden noch Autos geborgen, die ihre Besitzer nachts im Schnee stehen gelassen hatten. Verschneite und eisglatte Straßen wurden auch in Brandenburg wieder vielen Autofahrern zum Verhängnis. Laut Deutscher Bahn AG fallen die Züge auf den Strecken Neubrandenburg-Güstrow und Rostock-Tessin sowie auf allen Strecken der Usedomer Bäderbahn weiter aus.
Auch auf Hessens Straßen herrschte weiter gefährliche Glätte: Zwei Männer verletzten sich am Freitag bei einem Verkehrsunfall schwer. Sie stießen frontal mit ihren Autos zusammen. In der Kasseler Innenstadt überlebte eine Betrunkene schwer verletzt einen Sturz von einem eisigen Dach. Die 30-Jährige war nach Polizeiangaben in der Nacht zum Samstag wohl aus Übermut über eine Feuerleiter auf einen Dachvorsprung geklettert. Das Dach war spiegelglatt - die Frau rutschte aus und fiel etwa vier Meter tief auf einen Parkplatz.
In Nordrhein-Westfalen führten Unfälle zu Sperrungen von Autobahnen. Schneeglätte verursachte in der Nacht zum Samstag eine Reihe von Verkehrsunfällen in der Pfalz. Meistens blieb es bei Blechschäden, teilte die Polizei mit.
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Quelle: ddp , dpa
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