28.09.2010, 15:40 Uhr
Tim K. war Zeugenaussagen zufolge manisch depressiv und süchtig nach Gewalt-Computerspielen (Foto: ddp)
Das Bild des Amokläufers von Winnenden wird im Prozess gegen seinen Vater immer deutlicher: Der 17-jährige Tim K. war Zeugenaussagen zufolge geradezu süchtig nach Computer-Ballerspielen, prahlte mit Waffennachbildungen und den echten Pistolen und Gewehren seines Vaters, ließ die Schule schleifen und hatte kaum Freunde.
Der Vater des Amokläufers muss sich vor dem Landgericht Stuttgart in einem bislang einzigartigen Prozess verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Weil er die Tatwaffe unverschlossenen im Schlafzimmer aufbewahrt hatte, machte er den Amoklauf möglich. Sein Sohn Tim K. hatte am 11. März 2009 in Winnenden und Wendlingen in Baden-Württemberg 15 Menschen und sich selbst erschossen.
Gewaltspiele wie "Counter Strike" spielte Tim K. nach Aussagen seines besten Freundes für sein Leben gerne. "Tim ging in dem Spiel voll auf", berichtete ein Polizist von der früheren Vernehmung des Freundes. Gemeinsam hätten sie auch Gewalt- und Horrorfilme gesehen, die erst ab 18 Jahren freigegeben waren, berichtete der Freund laut Polizei. Mit Soft-Air-Pistolen und Gewehren - mit denen Tim K. auch sein Jugendzimmer dekoriert hatte - hätten sie im Keller, aber auch in einem Steinbruch geschossen. Auch mit den echten Pistolen und Gewehren des Vaters habe der 17-Jährige angegeben.
Nach Angaben der Polizei berichtete die Schwester von Tim K. in Chat-Einträgen im Internet, dass sich ihr Bruder mit etwa 14 Jahren veränderte, keine echten Freunde mehr hatte und nur noch vor dem Computer saß. Daheim sei nie über Gefühle gesprochen worden, Tims schlechte Schulleistungen standen stets im Vordergrund, zitierte der Polizist aus einem Chat-Eintrag. Die Schwester warnte in dem Chat davor, dass ihr Bruder manisch depressiv werde. Auch Tims Großmutter sei bereits manisch depressiv gewesen, hieß es.
Aus einem Protokoll einer Schulpsychologin über Tim K. geht laut Polizei zudem hervor, dass er als "durchschnittlich intelligent" eingestuft wurde. Dieses Ergebnis beinhaltete auch die Möglichkeit, auf ein Gymnasium zu gehen. Dem hätten allerdings sein Unmut und seine Demotivation entgegengestanden, hieß es. Die Eltern des späteren Amokläufers hatten 2007 das Gespräch mit der Psychologin gesucht, weil sie vermuteten, Tim sei überfordert. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.
Quelle: dpa , dapd
Fritz schrieb:
am 28. September 2010 um 19:08:36
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@Geschullter Sportschütze
Wer klar denken und unterscheiden kann, wird auch nicht den Schwarzen Peter den Sportschützen und Jägern
unterschieben wollen. Das wäre absurd. Die sind nicht das Problem. Selbst wenn alle Waffen verboten und weggeschlossen werden, würde das nichts bringen. Amokläufer finden immer einen Weg, wie Kriminelle ihre illegalen Quellen finden. Ein Depot, in dem Sportschützen ihre Waffen lagern wäre z.B. auch ein gefundenes Fressen für Diebstahl und Missbrauch von Waffen. Da weiß man dann wo was ist.
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Willi schrieb:
am 28. September 2010 um 18:48:44
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"Ballerspiele"
an ticki: zu Deinem Kommentar kann ich nur sagen, Du hast wohl mehr Glück als Verstand.
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Geschulter Sportschütze schrieb:
am 28. September 2010 um 18:31:52
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Tim K.
Ein schlampiger Vater und ein bekloppter Sohn bringen zwei Mio., im Umgang mit Waffen sorgfältig geschulte und
verantwortungsbewusste, Jäger und Sportschützen in Verruf. Nur ahnungslose Gutmenschen glauben, durch prohibitive Waffengesetze + Hexenjagd in den Medien etwas ändern zu können.
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