06.12.2011, 14:18 Uhr
Der wegen Vergewaltigung angeklagte Adolf B. sitzt am Dienstag im Landgericht Nürnberg-Fuerth in einem Rollstuhl im Sitzungssaal (Quelle: dapd)
Im Willmersbacher Inzest-Prozess hat die Tochter des Angeklagten den jahrelangen sexuellen Missbrauch durch ihren Vater geschildert. In ihrer dreistündigen Befragung vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth bestätigte die hagere Frau mit den kurzen, dunkelroten Haaren alle in der Anklage vorgebrachten Vorwürfe gegen den 69-Jährigen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit erzählte Renate B., erstmals im Alter von 12 oder 13 Jahren von Adolf B. mit Schlägen zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden zu sein, wie Justizpressesprecher Thomas Koch zusammenfasste.
Die 46-jährige Frau habe ausgesagt, von ihrem Vater bis kurz vor seiner Festnahme im März 2011 regelmäßig missbraucht und dabei auch geschlagen und mit einem Messer bedroht worden zu sein. Er habe ihr damit gedroht, sie umzubringen, wenn sie die sexuellen Übergriffe jemandem verrate. Deshalb habe sie das Martyrium mehr als 34 Jahre lang über sich ergehen lassen. Andernfalls "wäre der Teufel los gewesen", so Renate B..
Sie habe auch keine Möglichkeit gesehen, sich anderen anzuvertrauen, da ihr Vater sie kontrolliert habe. Erst, als ihr wegen eines Vergehens eine Bewährungshelferin zur Seite gestellt worden sei, habe sie die Chance ergriffen und sich offenbart.
Die Staatsanwaltschaft wirft Adolf B. vor, seine Tochter von 1977 oder 1978 an im Schlaf- und Kinderzimmer oder im Auto regelmäßig vergewaltigt zu haben. Von ihm bekam Renate B. drei behinderte Söhne, von denen zwei bereits als Kleinkinder starben. Der 69-Jährie ist in 497 Fällen von Vergewaltigung angeklagt - jene Taten, zu denen es nach März 1991 gekommen sein soll und die daher noch nicht verjährt sind. Zudem sind 68 Inzest-Fälle vor Gericht. Hier beträgt die Verjährungsfrist nur fünf Jahre.
Der Missbrauch durch ihren Vater sei in ihrer Familie bekannt gewesen, sagte die 46-Jährige laut Koch. Beim ersten Geschlechtsverkehr im elterlichen Schlafzimmer sei sogar die Mutter anwesend gewesen. Niemand habe ihr geholfen, auch ihre vier Brüder nicht.
Koch beschrieb Renate B. während ihrer Aussage als gefasst und ohne sichtbare Emotionen. Sie habe ihren Vater, der mehrere Meter von ihr entfernt gesessen habe, nicht angesehen. Dieser habe sie indes fortwährend beobachtet. Mit ihrer Aussage vor Gericht sei er sichtbar nicht einverstanden gewesen. Einmal habe er auch dazwischen gerufen.
Zum Prozessauftakt vor einer Woche hatte der 69-Jährige die sexuellen Kontakte zu seiner Tochter zugegeben, aber von einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gesprochen. Er sagte aus, dass die Initiative zum gemeinsamen Sex fast immer von seiner Tochter ausgegangen sei. So auch beim ersten Mal, als Renate schon knapp 17 Jahre alt gewesen sei.
Der Prozess wird mit den Aussagen von Gutachtern und Zeugen fortgesetzt. Ein Urteil ist für den 19. Dezember vorgesehen.
Quelle: dapd
UMK schrieb:
am 6. Dezember 2011 um 16:06:17
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(7)
Inzest/ Vergewealtigung
In Nuernberg sind nach 1945 die Nazi- Verbrecher hingerichtet worden.
Ist das, was in Willmersbach geschah (
vorausgesetzt, es war so, wie
hier geschildert ) anders?
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