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Wikileaks: Was in Afghanistan schief läuft

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Was in Afghanistan schief läuft

27.07.2010, 10:46 Uhr

US-Soldat vor einem brennenden Fahrzeug in Afghanistan: geheime Protokolle enthüllen jetzt das ganze Ausmaß der Katastrophe. (Foto: Reuters)

US-Soldat vor einem brennenden Fahrzeug in Afghanistan: geheime Protokolle enthüllen jetzt das ganze Ausmaß der Katastrophe. (Foto: Reuters)

Die auf Enthüllungsgeschichten spezialisierte Internetseite Wikileaks hat mit der Veröffentlichung von zehntausenden teils geheimen Dokumenten zum Afghanistan-Krieg für Furore gesorgt. Die rund 92.000 Unterlagen von 2004 bis 2010 zeichneten ein "düsteres Bild" der Lage am Hindukusch, berichtete der "Spiegel" nach einer Prüfung der Unterlagen in seiner neuen Ausgabe vom Montag. Das Weiße Haus kritisierte die Enthüllungen.

Laut dem "Spiegel" zeigen die Einsatzberichte und Dokumente aus dem US-Verteidigungsministerium aus unmittelbarer Sicht der Soldaten eine "ungefilterte" Sicht auf den Krieg.

Es geht beispielsweise um Einsätze der Task Force 373, einer geheimen US-Eliteeinheit. Sie sei darauf spezialisiert, Top-Taliban und Terroristen gezielt auszuschalten. Es sei eine in Militärkreisen nüchtern als „Joint Prioritized Effects List“ (JPEL) bezeichnete Liste von Taliban, Drogenbaronen, Bombenbauern und Al-Qaida-Mitgliedern - geordnet nach Vorgangsnummern und Prioritätsstufen.

Oft werde den Jägern überlassen, ob sie die Zielpersonen festsetzen oder töten. Bei solchen Operationen gebe es zahlreiche zivile Opfer - auch Kinder, so der "Spiegel". Laut "Guardian" sind hunderte afghanischer Zivilisten bei bislang nicht bekannten Aktionen der internationalen Truppen ums Leben gekommen. In den Dokumenten sind 144 Zwischenfälle mit 195 zivilen Todesopfern aufgelistet.

Auftraggeber der Kommandos für die Task Force 373 sei direkt das US-Verteidigungsministerium. Seit Sommer 2009 sind laut "Spiegel" 300 Mann der Truppe in Masar-i-Scharif auf dem Gelände des deutschen Feldlagers Camp Marmal stationiert und führen von dort aus ihre Aktionen durch.

Pakistans Geheimdienst befeuert den Aufstand

Die afghanischen Sicherheitskräfte würden in den Berichten "als hilflose Opfer" von Anschlägen der radikalislamischen Taliban beschrieben. Zudem zeigten die Dokumente, dass der Krieg im Norden des Landes, wo die Bundeswehr stationiert ist, immer bedrohlicher werde.

Für den Norden Afghanistans gibt es demnach zahlreiche sogenannter "Threat Reports", Bedrohungsszenarien und konkrete Warnungen vor bevorstehenden Anschlägen. Aus den Meldungen gehe anschaulicher als aus den Informationen der Bundesregierung an den Bundestag hervor, dass die Sicherheitslage in der Region immer schlechter werde, berichtete der "Spiegel".

Die Dokumente offenbaren demnach auch, dass der pakistanische Geheimdienst ISI der "vermutlich wichtigste außerafghanische Helfer der Taliban" ist. Abgesandte des pakistanischen Geheimdienstes sind dem Bericht zufolge dabei, wenn sich Aufständische zum Kriegsrat treffen und sollen auch präzise Mordbefehle erteilen, etwa gegen den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai.

Betroffene protestieren

Die brisanten Dokumente wurden dem Internetportal Wikileaks von bisher unbekannter Seite zugespielt. WikiLeaks wiederum gab das Material vor wenigen Wochen an das Hamburger Nachrichtenmagazin sowie die "New York Times" und "The Guardian" weiter. Die drei Medien kamen laut "Spiegel" nach eingehender Prüfung zu dem Schluss, dass die Dokumente authentisch seien, und berichteten am Sonntag auf ihren Internetseiten zeitgleich über die Enthüllungen.

Das Weiße Haus reagierte verärgert auf die Enthüllungen. Diese könnten "das Leben der Amerikaner und ihrer Partner gefährden und unsere nationale Sicherheit bedrohen", sagte der Nationale Sicherheitsberater James Jones.

Der pakistanische Botschafter in den USA, Husain Haqqani, bezeichnete die Veröffentlichung der Geheimdokumente als "unverantwortlich", da sie nicht die "tatsächlichen Gegebenheiten" widerspiegelten. Die USA, Afghanistan und Pakistan seien "strategische Partner", die militärisch wie politisch das Terrornetzwerk Al-Kaida und dessen Verbündete der Taliban bekämpfen wollten.

Kampf um die Wahrheit

Die US-Regierung räumte allerdings ein, dass ihr die Verbindungen des pakistanischen Geheimdienstes zu Aufständischen seit geraumer Zeit Sorgen bereiten. Das Weiße Haus veröffentlichte als Beleg dafür mehrere Dokumente, unter anderem ein Schreiben von Verteidigungsminister Robert Gates vom 31. März 2009. Diese Kontakte seien eine "echte Sorge" für die USA. Dies sei Pakistan auch direkt mitgeteilt worden, heißt es darin.

Die Internetplattform Wikileaks will mit der Veröffentlichung von geheimen Dokumenten aus anonymen Quellen Missstände öffentlich machen. Im April hatte ein armeeinternes Video der US-Streitkräfte weltweit für Bestürzung gesorgt, das den tödlichen Beschuss irakischer Zivilisten durch einen US-Kampfhubschrauber zeigte. Anfang Juni wurde ein US-Soldat festgenommen, der das Video an Wikileaks weitergereicht haben soll.


Quelle: t-online.de , dpa , AFP , dapd

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Kommentare (12)

zum Forum

Thema: "Wikileaks: Was in Afghanistan schief läuft"

lami schrieb: am 26. Juli 2010 um 18:00:59
(0) (0) afganistan
England,Rußland auch die Welt hat schon in Afgnistan verloren.Siehe die Geschichte dieses Landes.

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Unglaublich schrieb: am 26. Juli 2010 um 17:57:13
(0) (0) Was in Agghanistan schief läuft
Die Russen haben vor diesen Krieg damals gewarnt.Sie selbst,mußten unverrichteter Dinge rausgehen. Unser
Größenwahn und unsere Doppelmoral kennt schon wieder keine Grenzen.Dem Volk werden Lügen aufgetischt so war es in im Irak usw. Diese "Demokratie"( menschenverachtender Kapitalismus) wird den Ländern aufgezwungen ohne daß sie gefragt werden.
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Realistisch gesehen schrieb: am 26. Juli 2010 um 17:49:44
(1) (0) Jagdtruppen
So ist nicht nur der Amy sondern auch seine Freunde aus I.....! SChLIMM,SCHLIMM,SCHLIMM auf welcher Welt leben wir
eigentlich. Frieden wird es niemals-ich sage niemals geben,.........
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