01.12.2010, 15:59 Uhr
US-Außenministerin Hillary Clinton hat zahlreiche Staaten über die absehbare Veröffentlichung von gestohlenen US-Dokumenten auf "Wikileaks" informiert (Foto: dpa)
US-Außenministerin Hillary Clinton hat die deutsche Bundesregierung auf die Enthüllung diplomatischer Geheimnisse im Internet vorbereitet. Sie habe die politischen Führungen zahlreicher Staaten über die absehbare Veröffentlichung vertraulicher US-Dokumente auf der Online-Plattform Wikileaks unterrichtet, schrieb der US-Außenamtssprecher Philip Crowley im Nachrichtendienst Twitter. Konkret nannte er neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Afghanistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Die US-Regierung befürchtet, dass Wikileaks in Kürze eine Flut geheimer Papiere aus dem amerikanischen Außenministerium veröffentlichen wird. Das State Department in Washington weiß nach eigenen Angaben nicht, welche Informationen den Enthüllungsaktivisten tatsächlich in die Hände gefallen sind. Es geht aber davon aus, dass der außenpolitische Schaden des Geheimnisverrats für die USA beträchtlich werden könnte.
Die Wikileaks-Macher selbst sprechen von der siebenfachen Menge an Dokumenten, die sie im Oktober veröffentlicht hatten. Damals stellten sie rund 400.000 Seiten mit geheimen Logbucheinträgen aus den USA zum Irak-Krieg auf die Seite. Demnach könnten nun fast drei Millionen weitere Papiere im Netz landen. Sie wurden vermutlich aus dem Computersystem des US-Ministeriums gestohlen.
Mit einer Veröffentlichung wird an diesem Sonntag gerechnet. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", das in der Vergangenheit ebenso wie die US-Zeitung "New York Times" und der britische "Guardian" vorab von Wikileaks mit Dokumenten versorgt wurde, macht seine kommende Ausgabe erst am Sonntagabend als E-Paper zugänglich. Es nannte für die Verschiebung um einen Tag "redaktionelle Gründe".
Weltweit spekulieren Medien über die Inhalte der Papiere. Vielfach erwarten sie, dass die Korrespondenz zwischen den US-Vertretungen rund um den Globus und dem Ministerium in Washington peinliche oder gar skandalöse Details über einzelne Regierungen enthält. Dabei könne es um Abhöraktionen der USA in anderen Ländern gehen, Details aus den Verhandlungen mit Russland über die atomare Abrüstung oder um subjektive Meinungsäußerungen von US-Diplomaten über die Familie des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. In Finnland geht man örtlichen Medienberichten zufolge von besonders schweren Folgen aus.
Großbritannien befürchte, dass die engen Beziehungen des Landes zur USA etwa durch despektierliche Äußerungen über einstige britische Premiers beschädigt werden könnten, schreibt die dortige "Times". Regierungschef David Cameron habe die Chefredakteure der britischen Zeitungen mit einer sogenannten Defence Advisory (DA, Verteidigungswarnung) formal gebeten, die Regierung über geplante Veröffentlichungen zu dem Wikleaks-Material zu informieren - zum Schutz der Militäroperationen des Landes.
Der Chef des "Guardian", Alan Rusbridger, reagierte auf die Bitte in der eigenen Zeitung: "Ich verstehe, warum die DA die Leute besorgt machen könnte. Aber so wie ich das Wikileaks-Material lese, ist nur ein winziger Teil davon abgedeckt oder relevant."
Der Generalstabschef des US-Militärs, Mike Mullen, nannte die bevorstehende Enthüllung extrem gefährlich. Er hoffe, dass die Verantwortlichen darüber nachdächten, wie sie mit ihren Handlungen das Leben amerikanischer Soldaten in aller Welt riskierten, sagte er laut CNN in einem Interview, das der Fernsehsender am Sonntag ausstrahlen will.
Wikileaks hatte schon in den vergangenen Monaten mit der Veröffentlichung von Geheimdokumenten aus den USA zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak international für Aufsehen gesorgt. Am vergangenen Montag kündigte die Plattform neue Enthüllungen an.
Quelle: dpa
Spötter schrieb:
am 28. November 2010 um 17:15:28
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Wikileaks
Grund zu reiner Schadenfreude, Unser Gottsöberschten erfahren hinterherum, was die Welt wirklich von ihnen hält. Somst würden
sie vollends größenwahnsinnig.
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Joe schrieb:
am 28. November 2010 um 17:11:19
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Wahrheit/ Unwahrheit
Früher wie heute, in der Politik kommt man nur mit Unwahrheit weiter. Bestes Beispiel: Helmut Kohl, er hat damit Wahlen
gewonnen (Einheit kostet den Bürger keinen Pfennig!!) bis zur Spendenaffäre, und was ist?? er wird geehrt und geehrt und.... seine Nachfolger(in) ist immer noch in Amt und Würden und wahrscheinlich lügt sie und ihre Leute genauso und ziehen uns immer weiter das Geld aus der Nase. Und bei der nächsten Wahl?? Gewinnen sie wieder und lügen weiter. Und keiner geht auf die Strasse
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punktlandung schrieb:
am 28. November 2010 um 17:05:42
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clinton warnt
Wie sagte der Geselle zum Metzgermeister - "Meister wenn das raus kommt, was in unsere Wurst reinkommt,
dann kommen wir rein,
dass wir nimmer rauskommen!"
So viel zur Einhaltung bestehender Gesetze.
Wer von euch ist ohne Schuld, der werfe den ersten Stein.
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