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Wikileaks-Informant Manning droht die Todesstrafe

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(Grafik: dpa/t-online.de)

Wikileaks-Informant Manning droht die Todesstrafe

04.03.2011, 11:00 Uhr

Bradley Manning sitzt seit Monaten in den USA in Haft (Foto: dpa)

Bradley Manning sitzt seit Monaten in den USA in Haft (Foto: dpa)

Das US-Militär hat die Anklageschrift gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning erweitert. Am schwersten wiegt der Vorwurf der "Unterstützung des Feindes", auf den die Todesstrafe steht. Die Militär-Staatsanwaltschaft kündigte aber an, dass sie eine lebenslange Haft für den Soldaten fordern will.

Die neuen Vorwürfe spiegelten besser die umfangreiche Bandbreite von Verbrechen wider, die Manning zur Last gelegt würden, so ein Armee-Sprecher. Der Soldat wird beschuldigt, Geheimdienstinformationen auf indirektem Wege bewusst "an den Feind" weitergeleitet zu haben, hieß es in den Unterlagen zur Anklage.

Zahlreiche neue Anklagepunkte

Diese wurde um insgesamt 22 Anklagepunkte erweitert, darunter die Vorwürfe des Diebsstahls staatlicher Unterlagen und der Weitergabe von Verteidigungsinformationen.

Manning war im Juli angeklagt worden, weil er vertrauliche Dokumente auf seinen Computer geladen und damit gegen die Militärregeln verstoßen haben soll. Bislang lagen gegen ihn mehrere strafrechtliche und militärrechtliche Anklagepunkte vor, die sich auf die Veröffentlichung eines Videos über einen Hubschrauberangriff auf Zivilisten im Irak bezogen.

Die USA werfen dem Soldaten aber auch vor, geheime Militärdokumente über die Einsätze im Irak und in Afghanistan an das Enthüllungsportal Wikileaks weitergegeben zu haben. Zudem habe er Depeschen der US-Diplomatie weitergeleitet, deren Veröffentlichung durch Wikileaks Ende vergangenen Jahres erneut den Zorn Washingtons erregt hatte.

Droht auch Assange eine Anklage?

Wegen der Enthüllungen prüfen die USA derzeit auch eine mögliche Anklage gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange. Allerdings gibt Wikileaks seine Quelle nicht preis. Berichten zufolge haben die US-Behörden zudem Probleme, eine Verbindung zwischen Manning und Assange gerichtsfest nachzuweisen.

Auf der Seite von Wikileaks beim Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter hieß es, der Anklagepunkt der "Unterstützung des Feindes" lege nahe, dass die Enthüllungsplattform als Feind betrachtet werde. Dies sei eine "ernsthafte Schmähung". In einer weiteren Botschaft bezeichnete Wikileaks diesen Anklagepunkt als "rachsüchtigen Angriff" auf Manning, für den es keine Beweise gebe.

Ein Anwalt des in einem US-Militärgefängnis inhaftierten Soldaten erklärte, die Verteidigung habe eigentlich damit gerechnet, dass noch mehr Anklagepunkte gegen Manning erhoben würden. Er wies aber zugleich darauf hin, dass nach dem Militärrecht nun ein ermittelnder Offizier entscheiden müsse, ob und welche der zusätzlichen Anklagepunkte vor einem Militärgericht überhaupt verhandelt werden sollen.

Ein Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest. Nach Armee-Angaben muss zuvor das Ergebnis einer von der Verteidigung erwirkten Untersuchung zur Zurechnungsfähigkeit des Soldaten vorliegen.



Quelle: AFP

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Kommentare (126)

zum Forum

Thema: "Wikileaks-Informant Manning droht die Todesstrafe"

Dr. Glatt schrieb: am 3. März 2011 um 14:47:36
(2) (1) Anklage
Wie sich doch die Zeiten ändern. Vor 10 Jahren hätte der CIA in einfach getötet. Sorry, verunfallt hies es ja.

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Rumpel schrieb: am 3. März 2011 um 14:47:07
(0) (2) Verdient, aber hoffentlich keine Todesstraße !
Soldaten in den USA haben eine andere Rechtslage als hier in Deutschland, wo sie Bürger in
Uniform sind. Fakt ist, egal worum es jetzt geht, hat dieser Soldat sich strafbar gemacht. Stellt euch mal vor, dass euer Arzt z.B. seine Schweigepflicht nicht ausübt und stattdessen morgen Fotos von euren Geschlechtskrankheiten in der Zeitung veröffentlicht. So in etwa muß man dies nun einmal bewerten. Aber eine Todesstrafe und selbst eine lebenslange Haft halte ich für ein der Tat nicht angemessenes Maß
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Geschockter schrieb: am 3. März 2011 um 14:42:56
(0) (4) @ wk
"Um ihn macht ihr euch sorgen. was ist mit china,iran,libyen usw. es gibt viele hinrichtungen auf dieser welt für weit weniger. da
müßt ihr euch aufregen!" Machen wir auf ihren Befehl hin sofort. Morde im Auftrag der freiheitsliebenden, demokratischen USA - Kriegsverbrecher bejubeln wir ab sofort ! Aber Morde aller anderen , ähnlichen Verbrecher verurteilen wir weiterhin auf das Schärfste. Ist das gut so, und in ihrem Sinne???
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