01.12.2010, 15:59 Uhr
Schon einig über Nordkorea? Der südkoreanische Präsident Lee Myung-Bak (links) schüttelt die Hand des chinesischen Premmierministers Wen Jiabao (Foto: dpa)
Glaubt man den Einschätzungen der von Wikileaks veröffentlichten Depeschen, haben China, Südkorea und die USA schon einvernehmliche Pläne für einen Zusammenbruch Nordkoreas geschmiedet. Der würde nach dem Tod von Diktator Kim Jong Il sehr schnell kommen. Offenbar sind sich alle - auch China - über die Zukunft einig: ein vereinigtes Korea unter der Führung Seouls.
In den Wikileaks-Dokumenten zeigen sich chinesische Regierungsvertreter frustriert über das Regime in Pjöngjang. Es wird angenommen, Peking könne ein wiedervereinigtes Korea unter Führung Südkoreas akzeptieren, solange Seoul sich nicht aggressiv verhalte und keine amerikanischen Truppen in Nordkorea stationiert seien.
Amerikanische Diplomaten haben den chinesischen Vizeaußenminister He Yafei nach Nordkoreas Raketentest im April 2009 mit den Worten zitiert, Nordkorea wolle direkte Gespräche mit den USA und benehme sich "wie ein verzogenes Kind", um die Aufmerksamkeit des "Erwachsenen zu bekommen". In anderen Dokumenten heißt es aus bedeutenden südkoreanischen Quellen, China wäre bereit, ein wiedervereinigtes Korea unter Südkoreas Kontrolle zu akzeptieren, das den USA freundschaftlich verbunden sei.
Nordkorea habe als "Pufferstaat" nur noch wenig Wert für China, zitiert im Januar dieses Jahres der damalige südkoreanische Vizeaußenminister und heutige Sicherheitsberater Chun Yung Woo die chinesischen Offiziellen. Im Falle einer Wiedervereinigung würde China allerdings amerikanische Truppen auf heutigem nordkoreanischem Gebiet eindeutig "nicht willkommen" heißen, argumentierte Chun. Große Gewinnmöglichkeiten für chinesische Unternehmen könnten helfen, die Sorgen Chinas über ein wiedervereinigtes Korea zu mindern.
China habe weit weniger Einfluss auf Nordkorea "als die meisten Leute glauben", wird Chun zitiert. Die Pekinger Führung sei aber auch nicht willens, ihren wirtschaftlichen Einfluss zu nutzen, um Veränderungen in Nordkorea zu erzwingen. Die nordkoreanische Führung "weiß das", wurde Chun zitiert. Eine militärische Intervention Chinas im Falle eines Zusammenbruchs Nordkoreas hielt Chun für nicht wahrscheinlich, da Chinas strategische Wirtschaftsinteressen heute auf die USA, Japan und Südkorea ausgerichtet seien.
Aus seiner Sicht sei Nordkorea wirtschaftlich schon kollabiert, sagte Chun. Er sagt voraus, dass das verarmte Land "zwei, drei Jahre" nach dem Tod des gesundheitlich angeschlagenen Militärführers Kim Jong Il auch politisch zusammenbrechen werde
In den Memoranden hieß es, China bereite sich auf Unruhen entlang der Grenze vor, sollte das nordkoreanische Regime zusammenbrechen. Chinesische Regierungsvertreter werden mit den Worten zitiert, man könne bis zu 300.000 Flüchtlinge aufnehmen, müsse aber möglicherweise die Grenze schließen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten.
Währenddessen ist ein Vertreter Nordkoreas in China eingetroffen. Außerdem wollen Anfang Dezember die Außenminister Südkoreas, Japans und der USA in Washington über Nordkorea beraten. Das dortige Regime drohte mit Blick auf das gemeinsame Manöver Südkoreas und der USA mit einem "ausgewachsenen Krieg". Jeder gegen den Norden gerichtete "provozierende Krieg" bedeute "Selbstzerstörung" hieß es in einem Kommentar der staatlichen Zeitung "Minju Joson".
Zudem behauptet Nordkorea, man komme mit seinem Atomprogramm voran. Die Regierung betreibe eine moderne Anlage zur Urananreicherung mit Tausenden Zentrifugen, schrieb die Zeitung "Rodong Sinmun" laut der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Außerdem würden Leichtwasserreaktoren gebaut. Die Urananreicherung diene nur friedlichen Zielen.
Die USA verdächtigen Nordkorea dagegen, ein Anreicherungsprogramm für den Bombenbau zu haben. Uran kann je nach Grad der Anreicherung zivil oder militärisch genutzt werden.
Der nordkoreanische Vertreter Choe Thae Bok wird sich laut einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap fünf Tage lang in China aufhalten. Bei den Gesprächen soll es demnach um den tödlichen Artillerieangriff auf eine südkoreanische Insel vergangener Woche, das nordkoreanische Atomprogramm und die südkoreanisch-amerikanische Militärübung gehen. Cheo war laut Yonhap bereits schon einmal Ende September nach China gereist und hatte die Regierung darüber informiert, dass einem Sohn des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il hohe politische Posten übergeben werden sollen.
Quelle: dapd , AFP , dpa
Elisa schrieb:
am 1. Dezember 2010 um 08:26:53
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Korea
Korea den Koreanern und Indien den Indianern. So will es die USA.
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Doktor schrieb:
am 30. November 2010 um 21:12:06
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Wiedervereinigung JA - aber USA aus Korea RAUS
Korea könnte schon seit Jahrzehnten vereinigt sein. Doch die USA haben es verhindert, weil
sie ihren Einfluß für den Fall der Wiedervereinigung auf ganz Korea ausdehnen wollen. Dass hätte China nicht zugelassen und wird es auch in Zukunft nicht dulden, dass die USA direkt an der Grenze zu China Horchposten einrichten und Raketen stationieren. Der Westen sollte den USA endlich den Koffer vor die Tür setzen u.die NATO auflösen. Stattdessen eine "Europäische Verteidigungsgemeinschaft" gründen.
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ein Bürger schrieb:
am 30. November 2010 um 20:55:40
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Vorbereitung auf Nordkoreas Ende
Ich würde mich für die Nord- und Südkoreaner richtig freuen !!! Wenn es denn stimmt, würde ich meinen
Hut vor der chinesisch/amerikanischen Diplomatie ziehen !!!!!!!!
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