Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Deutschland >

Westerwelle als Außenminister: In 100 Tagen um die Welt

...

In 100 Tagen um die Welt

19.02.2010, 12:20 Uhr | Von Christoph Sator, dpa

Aus dem ersten Staunen ist Guido Westerwelle inzwischen heraus. Auch wenn die meisten Bundesbürger mit dem neuen Außenminister noch fremdeln: Westerwelle selbst hat sich an den Posten bereits gewöhnt. Vorbei jedenfalls die Zeiten, als ihm bei Besuchen in Washington, Warschau oder Paris der Stolz über das neue Amt noch förmlich aus dem Gesicht heraussprang.

100 Tage Merkel & Co.Schonfrist ist abgelaufen

Hillary Clinton und Guido Westerwelle verstehen sich prächtig und sind per Du (Foto: dpa) Mit den Mächtigen per Du: Hillary Clinton und Guido Westerwelle verstehen sich prächtig (Foto: dpa)Aus dem Reihenhaus-Kind - darauf legt der FDP-Chef gesteigerten Wert, seit er mit einem Baron im Kabinett sitzt - ist tatsächlich der elfte Außenminister der Bundesrepublik Deutschland geworden. Einer, der mit Leuten wie Hillary Clinton per Du ist; das erwähnt er immer noch gern. 27 Länder hat er nach den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit schon durch. Die Wochenzeitung "Die Zeit" nannte ihn deshalb nach seinem alten Wahlkampfbus von 2002: "Guido mobil".


100 Tage Schwarz-GelbDas Kabinett in der Einzelkritik
100 Tage Schwarz-Gelb

Noch kein Fehltritt

Auch wenn das seine Kritiker gewiss anders sehen, Westerwelles erste Bilanz kann sich durchaus sehen lassen. In der Diplomatie kann man nämlich ziemlich schnell ziemlich viel falsch machen; der 48-Jährige jedoch leistete sich bislang - anders als von vielen erwartet - noch keinen Fehltritt. Und er bewies, dass ein Oppositionsführer in kürzester Zeit auf Chef-Diplomat umschalten kann - was für manche in Berlin durchaus eine Überraschung ist.


UmfrageSchlechte Zeugnisse für Minister
Forsa-UmfrageRot-Rot-Grün leicht vorn
PolitbarometerImmer schlechtere Noten für Schwarz-Gelb

Er kann sich verständigen

Dabei war die Debatte über sein nicht gerade exzellentes Englisch noch am schnellsten vorbei. Westerwelle zeigte gleich in den ersten Tagen, dass er sich trotzdem ohne Probleme verständigen kann. Auch die Frage, ob ein offen homosexueller Außenminister in einigen Regionen der Welt Schwierigkeiten bekommen könnte, war bald geklärt. Im streng islamischen Saudi-Arabien war das überhaupt kein Thema.

Lob von Experten

Von der Fachwelt bekommt Westerwelle einiges Lob. Der Forschungsdirektor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Eberhard Sandschneider, vergleicht ihn mit dem großen Vorbild Hans-Dietrich Genscher: "Dem hat anfangs auch niemand zugetraut, dass er sich in der Außenpolitik auskennt."

Der Gegenwind kommt von innen

Die Opposition hält sich mit Kritik bislang zurück. Für die geänderte Afghanistan-Strategie erhielt Westerwelle von Grünen und SPD sogar Beifall. Sein ärgster Widersacher sitzt bislang in den eigenen Reihen: CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt suchte mehrfach offenen Streit. Selbst als der Vizekanzler in der Türkei auf Auslandsreise war, hielt er sich nicht zurück. So etwas macht man normalerweise nicht einmal in der Opposition.

Keine neue große Krise

Zu Gute kommt Westerwelle, dass die Weltpolitik seit seinem Amtsantritt von einer großen neuen Krise verschont wurde. Bei der Afghanistan-Konferenz vergangene Woche in London setzte er erste eigene Akzente. Deutlicher als sein Vorgänger, SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier, sprach er in China die Menschenrechte an. Und im Koalitionskrach um die Vertriebenen-Funktionärin Erika Steinbach blieb er bislang bei seinem kategorischen Nein.

Zahlt sich nicht aus

Alles in allem, sagt Westerwelle, sei er beschäftigt "wie noch nie". In den Umfragen allerdings zahlt sich das bislang nicht aus. Von Beliebtheitswerten, wie sie von Genscher bis Steinmeier all seine Vorgänger hatten, kann der amtierende Außenminister nur träumen. Im ZDF-Politbarometer ging es seit Oktober nur bergab. Vergangene Woche lag Westerwelle sogar im Minus. Das liegt mit ziemlicher Sicherheit nicht an der Außenpolitik, aber von einem Amtsbonus ist Westerwelle noch weit entfernt.

Zeilen statt Seiten

Kritik, dass ein eigener Stil noch nicht erkennbar sei, nimmt er einstweilen gelassen. "Die Handschrift kann man dann erkennen, wenn die ersten Seiten vollgeschrieben sind", sagt Westerwelle in bekannt rhetorischer Manier, "und nicht schon nach den ersten Zeilen."


Anzeige

Von Christoph Sator, dpa  

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Westerwelle als Außenminister: In 100 Tagen um die Welt" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Westerwelle als Außenminister: In 100 Tagen um die Welt" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (42)

zum Forum

Thema: "Westerwelle als Außenminister: In 100 Tagen um die Welt"

wk schrieb: am 4. Februar 2010 um 14:04:00
(0) (0) guidolein
ist in 100 tagen um die welt gedüst-soso-wieviel steuergeld hat er denn da benötigt um seine inhaltlosen texte los zu
werden???? geleistet hat er in dieser zeit nichts,NUR GEKOSTET hat der spass etwas.wir könnten ja AUßENMINISTER in URLAUBSBLABLAMINISTER umbenennen -ODER????
mehr Kommentar melden

Nicky68 schrieb: am 4. Februar 2010 um 13:27:25
(0) (0) Westerwelle
Gewählt habe ich ihn nicht, aber als Aussenminister ist er o.k., obwohl er und Guttenberg die deutsche Position im Steuerstreit
in Davos nicht gut vertreten haben! - Aber was wollt ihr: Wo FDP drauf steht, ist auch FDP-Klientel drin! Den Arbeiter, der eine Steuersenkung der FDP auf sich bezieht, sollte man eigentlich entmündigen!
mehr Kommentar melden

heinrich schrieb: am 4. Februar 2010 um 12:00:00
(0) (0) parteienfreunlichkei
warum liegt die union bei der forsa umfrage von rdl bei 36% und die fdp bei 9% während die zdf immer höhere werde
bringt 36%+1% und die fdp 9%+1% das kann doch nur an parteifreundlichkeit grenzen womit mann immer wahlkampf macht
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Anzeige
Video
Politikerin posiert nackt auf Wahlplakat

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video

Augenblicke
Fotos des Tages
Eine Frau versucht bei den "Redneck Games" in Dublin, einen Schweinefuß mit dem Mund zu fischen. (Quelle: dpa\Erik S. Lesser)

Tierischer Tauchgang. Was sucht diese Frau? mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Restposten-Verkauf
Frühlings Lieblinge: Frisch aus der neuen Kollektion bei neckermann.de

Lagerräumung mit bis zu 80% Rabatt.
von neckermann.de

Sexy Jeans-Röcke
Trend-Styles von Esprit

Der Trend im Sommer: jetzt in angesagten Waschungen. mehr


© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige