03.01.2006, 15:03 Uhr
Eigentlich hätte er nur 90 Marstage überstehen müssen. Doch der Nasa-Rover Spirit rollt inzwischen schon zwei Jahre über den Roten Planeten. Am 3. Januar landete der Roboter auf Rädern im Gusev-Krater. Am 24. Januar folgte sein Zwilling Opportunity auf der entgegen gesetzten Seite des Planeten. Beide sind bisher gut in Schuss und liefern der Bodenkontrolle immer noch wertvolle Informationen.
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Roboter als Gipfelstürmer
Spirit ging in die Geschichte ein als der erste Roboter, der auf einen außerirdischen Berg kletterte. "Husband Hill ist zwar nicht höher als die Freiheitsstatue, aber für einen kleinen Rover war das eine ganz schöne Leistung", sagt der Leiter der Mars-Mission Steven Squyres. Zu Beginn hatten die Wissenschaftler nur wenig Hoffnung, dass das langsame Robotvehikel die Aufgabe würde meistern können. Denn im rauen Marswinter ließ die Sonneneinstrahlung nach, die den Rover mit Energie versorgte. "Wir folgten einem verschlungenen Pfad aufwärts", erklärte Chris Leger, der den Rover im Jet Propulsion Laboratory der Nasa steuert. "Dabei nutzten wir das unebene Gelände, um die Solarsegel auf die Sonne und die Antenne auf die Erde auszurichten. Außerdem mussten wir Felsen auf dem Weg umfahren."
Wasser hinterlässt Spuren
Auch das Schwesterfahrzeug Opportunity war ein Erfolg. Schon nach wenigen Wochen lieferte es Hinweise, dass auf dem Mars einmal Wasser floss. Der Rover stieß auf Felsen, die entweder im Wasser entstanden oder in ihrer Form von fließendem Wasser verändert worden waren. Im Gestein konnte Opportunity Natriumchlorid (Speisesalz) nachweisen, das nur in Zusammenhang mit Wasser entsteht. In mikroskopischen Aufnahmen stießen die Wissenschaftler auf kleine Gesteinsperlen, die sie "Bluberries" (Blaubeeren) tauften. Die Kügelchen enthielten viel Hematit, ein Mineral, das sich häufig im Wasser bildet.
Sturm pustet Sonnensegel frei
Spirit und Opportunity legten gemeinsam mehr als elf Kilometer auf der Marsoberfläche zurück und funkten knapp 130.000 Bilder zur Erde. Ihre lange Lebensdauer verdanken die Marsvehikel auch ihrem Glück: Kleinere Sandstürme, die im Frühjahr und im Sommer über den Planeten fegen, erwiesen sich als Segen. Sie trübten zwar immer wieder das Kamerabild der Rover, pusteten aber auch den Staub von den Sonnensegeln. So war die Energieversorgung sicher gestellt.
Zeittunnel in die Geologische Geschichte
Mit den Jahren zeigen die Mars Rover erste Alterserscheinungen. So fiel schon einmal der Motor am Roboterarm von Opportunity aus. Trotzdem hoffen die Wissenschaftler, dass die Forschungsfahrzeuge noch weiter durchhalten. Opportunity zum Beispiel könnte noch den Viktoria-Krater, eine Vertiefung von 800 Metern Durchmesser erreichen. “Viktoria ist möglicherweise eine Art Zeittunnel", sagt Projektmanager John Callas. "Der Krater erlaubt uns, zu älterem Marsgestein vorzudringen, das an anderen Stellen tief unter der Oberfläche begraben und unerreichbar ist. Das große Abenteuer geht weiter."
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