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Nächtliche Runde bringt Bewegung in den Gipfel
18.12.2009, 08:46 Uhr
Der dänische Ministerpräsident Lars Loekke Rasmussen zeigte sich nach dem nächtlichen Treffen zufrieden (Foto: dpa)Das Ringen um ein Klimaabkommen auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen geht in die entscheidende Phase. Vertreter aus 28 Staaten unterschiedlicher Regionen kamen am Rande des Gipfels zu nächtlichen Gesprächen zusammen und arbeiteten bis in die frühen Morgenstunden an einem Entwurf für eine politische Erklärung. Wie dänische Medien berichteten, soll dabei eine Einigung auf Klimahilfen für Entwicklungsländer über 100 Milliarden Dollar jährlich ab 2020 angestrebt werden.
Bei dem Treffen habe es einen "konstruktiven Dialog" darüber gegeben, wie die Verhandlungen voran gebracht werden könnten, sagte der dänische Ministerpräsident Lars Loekke Rasmussen nach dem dreistündigen Treffen. Es sei jedoch noch viel zu tun.
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China doch nicht dabei
Zu den Teilnehmerländern gehörten neben Deutschland und anderen maßgeblichen EU-Ländern auch Südafrika, Japan, Australien, und für die vom Klimawandel besonders hart betroffenen Länder Bangladesch und der Inselstaat Malediven. Die USA waren durch Außenministerin Hillary Clinton vertreten, während sich gleichzeitig Präsident Barack Obama in seiner "Air Force One" auf den Weg über den Atlantik Richtung Dänemark machte. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nahmen am nächtlichen Kopenhagener Mini-Gipfel teil. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao war eingeladen, erschien aber nicht.
Verpflichtendes Abkommen innerhalb eines halben Jahres
Unterhändler sollten das Papier bis zum Morgen ausformulieren, bevor sich die Teilnehmer der Sitzung am Morgen erneut treffen, um vor Beginn der Abschlussverhandlungen aller rund 130 angereisten Staats- und Regierungschefs erneut über den Entwurf zu beraten. Laut einem Teilnehmer der Sitzung soll in dem Text das Ziel genannt werden, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Zudem solle angestrebt werden, aus der Erklärung innerhalb eines halben Jahres ein verpflichtendes Abkommen zu formulieren.
Zweiwöchige Verhandlungen ohne Durchbruch
In den zweiwöchigen Beratungen war es den Vertretern aus 192 Staaten bislang nicht gelungen, einen Durchbruch zu erzielen. Hauptstreitpunkte blieben die künftigen Obergrenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen, finanzielle und technische Hilfen für Entwicklungsländer sowie die rechtliche Verbindlichkeit und Überprüfbarkeit der Verpflichtungen.
Gespräch zwischen USA und China am Vormittag
Als vorentscheidend für den Endspurt bei der Klimakonferenz gilt ein für den späten Vormittag geplantes Gespräch zwischen Obama und dem chinesischen Ministerpräsident Wen Jiabao. Der Streit zwischen China und den USA sowohl über Verminderungen von Treibhaus-Gasemissionen wie auch über deren Kontrolle und Finanzhilfen an ärmere Länder war seit Beginn der Klimakonferenz vor fast zwei Wochen eines der größten Hindernisse für eine Einigung.
Germanwatch zuversichtlich
Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch ist nach den Worten ihres Politischen Geschäftsführers, Christoph Bals, vor der Schlussrunde der UN-Klimakonferenz optimistisch, dass es in Kopenhagen zu einem erfolgreichen Abschluss kommt. Am Donnerstag habe es deutlich positive Bewegungen gegeben, sagte Bals. Er verwies dabei auf Chinas Zusagen zur gesetzlichen Absicherung eigener Klimaschutzanstrengungen sowie auf die Ankündigungen Clintons über Beiträge ihres Landes zu langfristigen Finanzhilfen für Entwicklungsländer. Es dürfe jedoch "keine bloßen Absichtserklärungen ohne klares rechtliches Mandat geben", mahnte Bals.
UN-Studie kritisiert Klimaziele
Laut einer Studie des UN-Klimasekretariats reichen die bislang bei der Konferenz genannten Ziele zur Verminderung von Treibhausgas-Emissionen nicht aus, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. In dem vertraulichen Papier ist davon die Rede, dass die bei dem Klimagipfel zur Debatte stehenden Reduktionen zu einer Erwärmung um drei Grad führen würden. Ein Verfehlen der Zwei-Grad-Marke hat nach Ansicht von Forschern weitreichende Folgen und führt zu einem drastischen Anstieg des Meeresspiegels.
Quelle: AFP
, dpa