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Weltklimakonferenz: Klimawandel und Armut sind Knackpunkte in Kopenhagen

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Nord-Süd-Konflikt überlagert Ringen um CO2-Ausstoß

07.12.2009, 09:25 Uhr | Von Benno König, AFP

Ein Symbol für klimafreundliche Stromgewinnung: Windräder, aufgenommen bei Abenddämmerung in der Nähe der Gemeinde Titz (Foto: ddp) Ein Symbol für klimafreundliche Stromgewinnung: Windräder, aufgenommen bei Abenddämmerung in der Nähe der Gemeinde Titz (Foto: ddp)In dramatischen Appellen haben führende Wissenschaftler die Politik immer wieder aufgerufen, der weltweiten Erwärmung Einhalt zu gebieten. Doch der Weg zum neuen UN-Klimaschutzabkommen, über das ab Montag auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen verhandelt wird, ist noch weit.

Was die Sache so schwierig macht, ist neben der zögerlichen Haltung mancher Regierungen auch, dass für zwei Kernprobleme der Menschheit gleichzeitig Lösungen gefunden werden müssen: den Klimawandel und die Armutsbekämpfung.

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2020 muss Schluss sein

Die größte öffentliche Beachtung findet das Ringen um den Treibhausgasausstoß. Spätestens 2015 bis 2020 muss dieser nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft weltweit seinen Höhepunkt überschritten haben und dann steil absinken, um die Erderwärmung noch auf etwa zwei Grad begrenzen zu können. Für die Industriestaaten bedeutet dies bis 2020 eine Verringerung um 25 bis 40 Prozent, bis 2050 um etwa 80 Prozent, verglichen jeweils mit dem Stand von 1990.

17 Prozent sind in Wirklichkeit nur vier Prozent

Während die EU diese Ziele auch weitgehend so übernommen hat, sind andere Industriestaaten zögerlicher. So will sich US-Präsident Barack Obama nur auf eine Verringerung des CO2-Ausstoßes um 17 Prozent bis 2020 verglichen mit dem Niveau von 2005 festlegen. Rechnet man dies auf das bislang übliche Referenzjahr 1990 um, bleibt nur eine Reduktion um knapp vier Prozent übrig. Auch wenn Obama für die folgenden Jahre stärkere Anstrengungen zusagt, ist dies noch zu wenig, um die internationalen Klimaziele erreichen zu können. Andere Staaten wie zum Beispiel Japan oder Russland haben zwar bei ihren Zusagen nachgebessert, liegen aber noch nicht auf EU-Niveau.

Entwicklungsländer holen auf

Der größte Anstieg beim Treibhausgasausstoß kommt jedoch gar nicht mehr aus den Industriestaaten, sondern aus den großen Entwicklungs- und Schwellenländern. Zwar schneiden diese beim Pro-Kopf-Ausstoß meist noch verhältnismäßig gut ab, doch hat beispielsweise China inzwischen die USA als größter Treibhausgasemittent überholt. Auch Ländern wie Indien oder Mexiko holen stark auf, ebenso Brasilien und Indonesien, besonders wenn man höhere Emissionswerte wegen des Abholzens tropischer Regenwälder mit berücksichtigt. Ohnehin dürfte es um den Waldschutz noch zusätzliche Diskussionen in Kopenhagen geben.

"Kleine" sollen wachsen und dennoch sparen

Um die Erderwärmung wirksam zu begrenzen, müssten auch diese Staaten einen Beitrag leisten - auch wenn allgemein anerkannt wird, dass dieser geringer ausfallen kann als in den Industriestaaten, die bisher Hauptverantwortliche für die Klimakrise sind. Als Lösung wird diskutiert, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer zwar ihren CO2-Ausstoß vorerst noch erhöhen dürfen, aber in geringerem Ausmaß, als es ohne zusätzliche Anstrengungen der Fall wäre. In Richtung einer solchen wachstumsabhängigen Reduzierung zielen auch Angebote Chinas. Voraussetzung wäre aber, dass sich zugleich die Industriestaaten auf ehrgeizige Klimaziele verpflichten. Denkbar wäre auch, eine weltweite Gesamtemissionsmenge festzulegen, die dann auf die Staaten verteilt wird.

Länder des Südens besonders betroffen

Die Entwicklungsländer sind vielfach zugleich diejenigen, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, allen voran kleine Inselstaaten. Die Länder des Südens fordern daher von den Industriestaaten auch massive finanzielle und technische Hilfe - zum einen, um unmittelbaren Auswirkungen der Erwärmung wie dem steigenden Meeresspiegel begegnen zu können, zum anderen, um zum Beispiel Energie effizienter einsetzen zu können.

Solidarität und Konkurrenz

Die EU hat hierfür inzwischen einen Finanzbedarf von 100 Milliarden Euro für die Jahre bis 2020 anerkannt, ohne sich aber auf einen eigenen Beitrag festzulegen. Zudem sind für eine Verteilung der Gelder sowie für Art und Umfang technischer Unterstützung noch viele Fragen offen. Ein Problem ist, dass Firmen aus China oder Indien auf dem Weltmarkt zugleich scharfe Konkurrenten für europäische oder US-Unternehmen sind, die daher einen Technologietransfer an ihre Wettbewerber mit Argwohn sehen.

Mehr Informationen zum Klimawandel finden Sie bei wetter.info!



Quelle: t-online.de

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