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EU sagt 7,2 Milliarden für Entwicklungsländer zu
11.12.2009, 18:49 Uhr
Fabriken ohne Filteranlagen wie hier in Indien soll es bald nicht mehr geben (Foto: Reuters)Milliardenschwere Soforthilfe: Europa stellt für den Klimaschutz in den Entwicklungsländern in den kommenden drei Jahren über 7,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit dieser Summe im Gepäck will die EU die armen Regionen für ein verbindliches Abkommen auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen gewinnen.
Kanzlerin Angela Merkel sprach von einem "deutlichen Signal nach Kopenhagen". Deutschland wird allein 1,26 Milliarden Euro zum Gesamtbetrag beisteuern.
Eine Milliarde mehr als geplant
Die Summe sei "großzügiger, als viele erwarteten", sagte der britische Premierminister Gordon Brown. Nun müssten andere Staaten nachziehen. Vor dem Gipfel war von rund sechs Milliarden Euro die Rede gewesen. Die Union zahlt nun knapp ein Drittel der weltweit benötigten Anschubfinanzierung, mit der die Entwicklungsländer die Folgen des Klimawandels abmildern sollen. Das Geld soll etwa in den Bau von Deichen gegen Flutwellen fließen.
(Grafik: dpa)
Alle EU-Staaten beteiligen sich
Nach Angaben der schwedischen Ratspräsidentschaft leisten alle EU-Staaten einen Beitrag, auch osteuropäische und finanzschwache Länder wie Griechenland. Die größte Summe kommt mit gut 1,3 Milliarden Euro aus Großbritannien, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Am Donnerstagabend hatte der Gipfel noch um konkrete Zahlen gerungen. Am Morgen gingen der französische Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown dann mit konkreten Summen vor die Presse. Auch Deutschland legte daraufhin noch einmal nach.
Oxfam: "Alte Zusagen"
Der Chef des UN-Klimasekretariats Ivo de Boer sprach von einem "starken Impuls", den die EU nach Kopenhagen sende. Kritisch äußerte sich die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam. Bei den Zahlen aus Brüssel handele es sich nur um eine "Wiederaufbereitung alter Zusagen". Statt dessen müsse "frisches Geld" in den Klimaschutz fließen, das noch auf die Entwicklungshilfe draufgesattelt werden solle. CDU und FDP wollen die Klimahilfe für die armen Länder auf die traditionelle Entwicklungshilfe anrechnen.
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Merkel und Obama wollen kommen
Die Unterstützung für die Entwicklungsländer ist eines der zentralen Themen der Konferenz in Kopenhagen, an der Ende kommender Woche auch mehr als hundert Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Auch Merkel und US-Präsident Barack Obama wollen nach Kopenhagen kommen.
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Zähes Ringen um Reduktion der Emissionen
Die EU fordert insbesondere von den USA weitere Zusagen bei der Reduzierung der Treibhausgase. Die Staats- und Regierungschefs wollen das Reduktionsziel von 30 Prozent bis 2020 nur festschreiben, wenn andere Industrieländer mitziehen. "Wir sind bereit, die 30 Prozent dann auch in die Waagschale zu werfen, wenn wir bei den großen anderen Mitspielern in Kopenhagen nochmal eine Veränderung der Position beobachten", sagte Merkel.
"Eine turbulente Woche" steht bevor
Auch zu der Zusage, die CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 30 Prozent statt nur um 20 Prozent zu senken, konnte sich der Gipfel nicht durchringen. Soll die Erderwärmung in diesem Jahrhundert auf zwei Grad begrenzt werden, dann müssen die Emissionen laut dem Weltklimarat bis 2050 um mindestens 50 Prozent gedrückt werden. Davon sei man aber noch weit entfernt, selbst wenn die EU ihre Anstrengungen verstärke, sagte Bundeskanzlerin Merkel. In Kopenhagen stehe "noch eine turbulente Woche bevor".
Langfristige Ziele sehr ehrgeizig
In einem ersten Entwurf wurden jetzt auch erstmals langfristige Ziele genannt. Alle Länder zusammen sollen für die Jahre 1990 bis 2050 eine Reduktion der Treibhausgase um 50 bis 95 Prozent erreichen. In diesem Zeitraum sollen Industrieländer ihre Treibhausgase um 75 bis 95 reduzieren.
Quelle: dpa