03.12.2007, 10:10 Uhr
Folge des Klimawandels: Ein Fischer geht durch ein ausgetrocknetes Flussbett (Quelle: dpa)Auf der UN-Klimakonferenz auf Bali sollen von Montag an die Weichen für den weiteren globalen Klimaschutz gestellt werden. Dazu kommen Umweltminister aus mehr als 180 Ländern zusammen, insgesamt werden mehr als 10.000 Teilnehmer erwartet. Das neue Abkommen soll das 2012 ablaufende Kyoto-Protokoll zur Eindämmung der Treibhausgase ablösen. Es soll spätestens 2009 unterschriftsreif sein. Ziel ist es, die Emissionen drastisch zu senken, um den Klimawandel aufzuhalten.
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USA im Vorfeld unverbindlich
Die USA versprachen bei der Weltklimakonferenz in Nusa Dua auf Bali konstruktive Mitarbeit an einem neuen weltweiten Klimaschutzvertrag. "Die USA sind entschlossen, den Fahrplan für die Zeit nach 2012 voranzubringen und diesen Prozess bis 2009 abzuschließen", sagte US-Delegationsleiter Harlan Watson am Montag nach dem Auftakt der zweiwöchigen Konferenz. Harlan wollte allerdings nicht sagen, ob die USA - anders als bislang - verbindliche Ziele für Emissionsreduzierungen akzeptieren werden. "Wir sind offen und flexibel", sagte er lediglich.
Australien unterschreibt Kyoto-Protokoll
Bislang gehörte außer den USA und China auch Australien zu den Kyoto-Verweigerern. Doch hat Kevin Rudd, der nach dem Wahlsieg der Laborpartei am Montag vereidigt wurde, das Protokoll in seiner ersten Amtshandlung ratifiziert.
Durchbruch oder Fehlschlag?
Die Regierungen müssten sich in Bali auf die Bausteine eines Abkommens verständigen und "die zentralen Elemente des Kyoto-Protokolls fortführen und erweitern", erklärte der Chef des UN-Klimasekretariats in Bonn, Yvo de Boer. Die Konferenz müsse zu einem "Durchbruch" führen mit einem "konkreten Fahrplan" für die weiteren Verhandlungen, forderte de Boer. Wenn das nicht erreicht wird, sei Bali ein Fehlschlag.
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Alle sehen auf China und USA
Innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft gibt es aber noch große politische Differenzen, welcher Weg beschritten werden soll. Hierbei spielen wirtschaftliche Interessen eine große Rolle. Nicht alle Länder teilen etwa die Basis des Kyoto-Protokolls einer verordneten und quantifizierten direkten Reduzierung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2), das beim Verbrennen von Öl, Kohle und Gas entsteht. So wird mit Spannung erwartet, inwieweit Länder wie die USA und China konstruktiv an einem neuen Abkommen mitwirken. Sie sind nach absoluten Zahlen die größten Klimasünder.
Grenzen pro Kopf festlegen
Außerdem zeichnen sich tiefe Gräben zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ab. Einige Industrieländer wollen nur einem Vertrag zustimmen, der - anders als das Kyoto-Protokoll - auch Emissionsgrenzen für Entwicklungsländer festlegt. Die Entwicklungsländer wie Indien erinnern hingegen daran, dass der weitaus größte Teil der Klima belastenden Treibhausgase von den Industrieländern produziert wurde. Die Emissionsgrenzen müssten pro Kopf festgelegt werden, fordern sie. Die USA produzieren pro Kopf 20-mal so viele Treibhausgase wie Indien. Japan schlägt als konkretes Ziel eine Verringerung der Treibhausgase bis 2050 um 50 Prozent vor. Die EU möchte festschreiben, dass alles getan wird, damit der Temperaturanstieg nicht mehr als zwei Grad Celsius erreicht.
Hintergründe zum Klimawandel (Montage: T-Online)Schutz für Regenwälder
Gastgeber Indonesien will stellvertretend für die Nationen mit großen Regenwäldern den Schutz dieser Wälder in dem neuen Vertrag als Beitrag zum Klimaschutz verankern. 20 Prozent der Treibhausgase entstehen jedes Jahr durch das Abholzen der Wälder, die als enorme Kohlenstoffspeicher wirken. Die Länder wollen finanzielle Kompensationen, um den Holzeinschlag aufzuhalten. Die Entwicklungsländer verlangen zudem Technologietransfers für Energiesparmaßnahmen sowie finanzielle Hilfen, um mit den Folgen des voranschreitenden Klimawandels fertig zu werden.
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Zum DurchklickenCO2-Tipps für den Alltag
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