14.11.2007, 09:29 Uhr
Eine Mitarbeiterin des Potsdamer Instituts für Klimaforschung erläutert an einer Computersimulation den Klimawandel (Foto: dpa) (Quelle: dpa)Der Weltklimarat hält die Folgen des Klimawandels für unumkehrbar. "Selbst unter den striktesten Klimaschutzszenarien sind eine weitere Erwärmung und einige der damit verbundenen Auswirkungen im Laufe des 21. Jahrhunderts bereits unvermeidlich", zitiert die "Berliner Zeitung" am Mittwoch aus dem ihr vorliegenden Entwurf für den neuesten Weltklimabericht. Derzeit beraten im spanischen Valencia die Vertreter der 145 Staaten des Weltklimarates (IPCC) hinter verschlossenen Türen über die Endfassung des Papiers.
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Zum DurchklickenGeschichte des Klimawandels
Mehr Dürren und Waldbrände
Zu den unvermeidlichen Folgen gehören demnach ein zunehmender Wassermangel, mehr Dürren, ein erhöhtes Risiko von Waldbränden sowie ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels. Ohne durchgreifende Änderungen in der Klimapolitik würden bis 2100 hunderte Millionen Menschen unter Wassermangel leiden, mehr als 40 Prozent aller Arten aussterben und 30 Prozent aller Küstenfeuchtgebiete verlorengehen.
Im Extremfall 6,4 Grad wärmer
In seinen Berechnungen geht der Rat davon aus, dass selbst für den Fall, dass ab sofort gar keine Treibhausgase mehr emittiert würden, die weltweiten Durchschnittstemperaturen wegen den langen Reaktionszeiten in der Atmosphäre bis Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 0,9 Grad Celsius steigen werden. Falls die Emissionen weiter zunehmen, sei mit einem Anstieg um bis zu 6,4 Grad zu rechnen. Unter diesen Bedingungen könnte der Meeresspiegel im Verlauf der nächsten Jahrhunderte sogar bis zu sieben Meter ansteigen, das grönländische Eisschild wäre dann "praktisch vollständig" verschwunden.
Zum Stöbern und Nachlesen"Folge menschlicher Aktivitäten"
Der Bericht beschreibt auch die Klimabilanz der vergangenen Jahre. So gehörten laut Entwurf elf der vergangenen zwölf Jahre zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im vergangenen Jahrhundert stiegen die Temperaturen um 0,7 Grad. Seit 1993 wuchs der Meeresspiegel um etwa drei Millimeter im Jahr an. Dies sei "Folge menschlicher Aktivitäten", stellt der Klimarat fest und meint den wachsenden Ausstoß von Treibhausgasen.
Kyoto soll fortgesetzt werden
Bei den Handlungsempfehlungen spricht sich der Rat indirekt dafür aus, das besonders in den USA umstrittene Klimaschutzprotokoll von Kyoto fortzuführen. Der Vertrag, in dem sich viele Staaten erstmals zu konkreten Emissionsminderungen verpflichtet hatten, habe "bemerkenswerte Errungenschaften" vorzuweisen, die eine Grundlage für eine künftige Klimapolitik sein könnten.
Nutzen höher als Kosten
Explizit erwähnt der Rat die Einrichtung eines weltweiten Kohlendioxidmarktes, verstärkte Anstrengungen in der Forschung und Entwicklungshilfe, eine sachgemäße Biomasseproduktion und Maßnahmen, den Energieverbrauch in Gebäuden und in der Forstwirtschaft zu senken. Energiesparen müsse "eine Schlüsselrolle spielen". Laut dem Entwurf rechnet sich der Kampf gegen die Erderwärmung auch ökonomisch. Der Nutzen des Klimaschutzes überwiege die Kosten.
Quelle: AFP , dpa
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