08.10.2011, 15:00 Uhr
Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat der Bundesregierung eine mangelnde Führungsrolle bei der Bewältigung der Euro-Krise vorgeworfen.
Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks vor 20 Jahren habe der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) "eine Vision" entwickelt, wie sich die Dinge entwickeln könnten, sagte Zoellick der am Montag erscheinenden "Wirtschaftswoche". "So etwas fehlt jetzt völlig, und je länger dies andauert, desto mehr Geld kostet es und desto weniger Handlungsoptionen wird es geben." Die Politik würde der Krise mit einer "Art des Durchwurstelns" begegnen, die Märkte bräuchten aber Orientierung und Klarheit.
Deutschland müsse bei der Bewältigung der Krise mehr Verantwortung übernehmen, forderte der Weltbank-Präsident. "Deutschland spielt schon wegen seiner Größe eine wichtige Rolle." Andere große europäische Staaten wie Frankreich, Italien und Großbritannien könnten derzeit aus verschiedenen Gründen keine Lösungen bieten - "wo soll die Lösung also herkommen?" Die deutschen Steuerzahler würden vor allem vermissen, "dass ihnen die politische Führung sagt, in welche Richtung sich ihr Europa überhaupt entwickeln soll".
Noch immer habe Europa kein Konzept für die Bewältigung der Euro-Krise, sagte Zoellick weiter. Durch den Euro-Rettungsschirm werde nur Zeit gewonnen. Europa müsse aber eine "gemeinsame Lösung" für die Staatsverschuldung und die Bankenkrise finden. Die entscheidende Frage sei dabei, ob in Europa "eine politische und finanzielle Union" errichtet werde, um die Währungsunion "zu ergänzen".
Quelle: AFP
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video