
28.10.2011, 14:43 Uhr
Tunesien hat das erste Mal frei gewählt Wahlbeobachtern zufolge war die Beteiligung mit rund 90 Prozent sehr hoch.
Nach den ersten freien Wahlen in Tunesien gibt es erste Hinweise, dass die islamistische Ennahdha-Bewegung die meisten Stimmen bekommen hat. In den bereits ausgezählten Wahlkreisen liege die Partei mit einem Stimmanteil zwischen 25 und 50 Prozent weit vorn, sagte ein Mitglied der Parteiführung. Das vorläufige Endergebnis soll vermutlich erst am Dienstag vorliegen.
Eine Sprecherin der sozialdemokratischen PDP bestätigte den Trend. Die Partei lag in Wahlumfragen auf Platz zwei.
Neun Monate nach dem Sturz von Zine al-Abidine Ben Ali waren am Sonntag rund sieben Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, die 217 Mitglieder einer verfassungsgebenden Versammlung zu bestimmen. Diese soll einen neuen Übergangspräsidenten ernennen und ein Grundgesetz erarbeiten. Für die 217 Sitze in der Versammlung kandidierten insgesamt 11.618 Bewerber.
In letzten Umfragen hatte die Ennahdha von Islamistenführer Rachid Ghannouchi mit bis zu 30 Prozent der Stimmen klar vorn gelegen. Sie war unter Ben Ali verboten und ist in der Bevölkerung stark umstritten. Vor allem liberale Frauen fürchten eine Machtübernahme der Islamisten. Trotz der Einschränkungen vieler Bürgerrechte galt Tunesien unter Ben Ali als eines der fortschrittlichsten Länder in Nordafrika. In keinem anderen muslimischen Staat der Region hat der weibliche Teil der Bevölkerung so viele Rechte.
Über die Wahlbeteiligung gab es zunächst nur ungenaue Informationen. Ein Mitarbeiter der Wahlkommission sagte, dass von den 4,1 Millionen registrierten Wahlberechtigten mehr als 90 Prozent abgestimmt hätten. Zudem gab es aber rund drei Millionen nichtregistrierte Wahlberechtigte. Sie durften ebenfalls in speziellen Wahllokalen ihre Stimme abgeben.
Nach Angaben von EU-Wahlbeobachtern verlief der historische Tag im großen und ganzen problemlos. "Es gab vereinzelte Unregelmäßigkeiten, aber das waren alles Dinge, die in keiner Weise dramatisch sind", sagte Delegationschef Michael Gahler. "Da lernt man daraus und macht es beim nächsten Mal besser."
Als nicht optimal bezeichnete der deutsche Europaabgeordnete die stundenlangen Wartezeiten vor den Wahlurnen. Die Menschen hätten aber mit viel Geduld reagiert, sagte Gahler. Es sei beeindruckend gewesen, wenn 50-jährige Männer stolz von der ersten Stimmabgabe ihres Lebens berichtet hätten.
Sowohl in Tunesien als auch im Ausland wurde die Abstimmung als wichtige Bewährungsprobe für die Revolutionsbewegung in der ganzen arabischen Welt gewertet. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer (FDP), nannte die Wahlen einen "wahrhaft historischen Schritt". Jetzt sei es wichtig, dass sich die Wahlsieger verpflichtet fühlten, Demokratie, Rechtsstaat und die Wahrung der Menschenrechte zu verankern.
Im Januar hatten die Tunesier als erstes Volk in der Region erfolgreich gegen die autoritäre Herrschaft ihrer Führung rebelliert. Da seitdem auch die Ägypter und Libyer ihre Langzeitherrscher stürzten, gilt Tunesien als Mutterland des "arabischen Frühlings".
Quelle: dpa
Rose schrieb:
am 24. Oktober 2011 um 20:35:16
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@Huibert
Das haben die Gutmenschen von EU und Nato einscjhließlich Frau Ro´th gewollt. Geschichte wiederholt sich auch hier ,siehe
Unterstützung BL durch die USA!
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Hubert schrieb:
am 24. Oktober 2011 um 20:25:43
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Glückwunsch
Und Europa hat dem Land zur Revolution gratuliert. - Es wird ein islamistischer Staat nach dem anderen enstehen und das mit der
Hilfe u.a. von Deutschland. Aus den Erfahrungen mit Persien (Iran) hat man wohl nicht gelernt.
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Peter § schrieb:
am 24. Oktober 2011 um 19:15:43
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Religionen
Religionen waren,sind und bleiben das größte Elend dieser Erde !
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