
13.01.2011, 08:54 Uhr | von Annett Meiritz
Nicht zum ersten Mal decken sich US-Bürger nach einem Amoklauf noch schnell mit Handfeuerwaffen ein (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Sie sind klein, leicht und einfach zu handhaben: Pistolen der Marke Glock, wie sie der Attentäter von Arizona benutzte. Nach dem Blutbad hat nun ein Run auf die Handfeuerwaffen begonnen - Tausende US-Bürger fürchten eine Verschärfung der Gesetze und decken sich rasch ein.
Der 22-jährige Todesschütze Jared Lee Loughner konnte problemlos an jene Waffe gelangen, mit der er am vergangenen Samstag sechs Menschen tötete und 14 weitere verletzte. Er betrat am 30. November 2010 das Sportsman's Warehouse in Tucson und kaufte eine halbautomatische Glock 19, dazu vier Neun-Millimeter-Magazine, zwei davon erweitert - 25 bis 33 Schuss anstatt der normalen 15.
Die Sache war binnen Minuten erledigt. Das übliche Prozedere beschränkt sich auf einen raschen Computercheck an der Verkaufstheke über eine mögliche kriminelle Vergangenheit. Eine Genehmigung für den Waffenbesitz brauchte Loughner nicht, und er konnte seine Neuerwerbung sogar versteckt am Körper tragen. So sieht es das Gesetz im US-Bundesstaat Arizona vor, eines der liberalsten Waffengesetze im ganzen Land.
Das Attentat in Tucson, bei dem unter anderem die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords schwer durch einen Kopfschuss verletzt wurde, hat nun offenbar einen Massenansturm auf Glock-Pistolen ausgelöst. 499 US-Dollar kostet die halbautomatische Handfeuerwaffe bei den meisten Fachhändlern. Glock-Pistolen sind klein, leicht und einfach zu handhaben, die Modelle der in Österreich ansässigen Firma sind besonders beliebt bei Sicherheitsfirmen, Polizisten und Sportschützen. Giffords selbst besaß eine Glock.
Wie der Finanznachrichtendienst Bloomberg auf seiner Internetseite berichtet, schnellen die Tagesverkäufe von Handfeuerwaffen in den USA nach dem Blutbad von Tucson nach oben. Allein am 10. Januar, zwei Tage nach dem Attentat, stiegen die Tagesverkäufe von Handfeuerwaffen in Arizona um 60 Prozent auf 263 verkaufte Pistolen. Bloomberg stützt sich auf Daten des FBI.
Doch auch außerhalb Arizonas beginnt der Run auf Handfeuerwaffen. Der FBI-Statistik zufolge stieg der Verkauf im US-Bundesstaat Ohio um 65 Prozent (395 verkaufte Waffen), um 16 Prozent in Kalifornien (672 verkaufte Waffen), 38 Prozent in Illinois (348 verkaufte Waffen) und 33 Prozent in New York (206 verkaufte Waffen).
Landesweit stiegen die Verkäufe um fünf Prozent, auf insgesamt knapp 8000 verkaufte Handfeuerwaffen an einem Tag. Ähnliches, so zeigt die Statistik Bloomberg zufolge, passierte im Jahr 2007, unmittelbar nach dem Amoklauf an der Virginia Tech Universität, bei dem 32 Menschen starben. Die Tatwaffe des Amokläufers: eine Neun-Millimeter-Glock. Waffen der Marke Glock gelten als Topseller. Grew Wolff, Besitzer von zwei "Glockmeister"-Waffenshops in Arizona, sagte Bloomberg, er habe in den vergangenen Tagen "doppelt so viele" halbautomatische Glock-Pistolen verkauft wie üblich. Der Grund: Torschlusspanik, meint der Händler. "Wenn so ein Attentat passiert, bekommen die Leute Angst vor einem möglichen Waffenverbot."
Der Besitzer eines Schießübungszentrums in Phoenix, Don Gallardo, verzeichnete einen Ansturm auf den hauseigenen Schießunterricht - die Kurse zum Waffentraining hätten doppelt so viele neue Anmeldungen wie vor dem Wochenende. "Nach Ereignissen wie diesen rennen die Leute los und wollen etwas tun, um ihre Familie zu beschützen", meint Gallardo, "gerade wenn die Tat quasi vor der Haustür stattgefunden hat."
Die Ärzte bestätigen jedoch, dass die schwer verletzte US-Abgeordnete selbstständig atmen kann. zum Video
Im Zuge des Attentats läuft die Diskussion um die Sicherheit von US-Staatsvertretern derweil auf Hochtouren. Der republikanische Kongressabgeordnete Dan Burton aus Indiana forderte im Fernsehsender CBS, die Besuchertribüne im Repräsentantenhaus mit einem "transparenten und harten Material" wie Plexiglas zu verkleiden, um Abgeordnete bei Abstimmungen und Debatten besser vor potentiellen Attentätern zu schützen.
Jesse Jackson Jr., demokratischer Abgeordneter aus Illinois, will mehr Geld für den Schutz von Parlamentariern. Erst in der vergangenen Woche hatte der US-Kongress eine Budgetkürzung von fünf Prozent für Parlamentarierbüros gebilligt - Jackson fordert eine Rücknahme des Beschlusses plus zusätzliche zehn Prozent für "Überwachungskameras, Sicherheitspersonal und andere Maßnahmen", heißt es in einem Statement.
Senats-Saalmeister Terrance Gainer sagte gegenüber dem Fernsehsender ABC, die Zahl der Drohungen gegen Senatsmitglieder sei im vergangenen Jahr "auf 49 angewachsen". Ankündigungen einiger US-Politiker, künftig verstärkt Waffen am Körper zu tragen, wies er jedoch zurück: "Ich denke nicht, dass noch mehr Waffen die Situation verbessern werden."
von Annett Meiritz
skywriter schrieb:
am 12. Januar 2011 um 21:36:26
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Waffenbesitz
Schärfere Waffengesetze sind Humbug. Wer ein Verbrechen plant kann sich auch in Europa leicht eine illegale Schußwaffe
beschaffen, notfalls ein oder zwei Staatsgrenzen weiter. 30 Mio. (!) illegale Schußwaffen sind eh schon hier. Kriminelle machen nun mal nicht vor Gesetzen halt. Wieviele Verbrechen würden gar nicht erst versucht wenn der Täter damit rechnen müßte von seinem Opfer erschossen zu werden? Oh, sorry, ich vergaß, die Täter hatten ja eine schlimme Kindheit...
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sven schrieb:
am 12. Januar 2011 um 21:35:16
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@nicole
kla sind wir besser als die amies in den usa gehste in einen waffenladen legst deinen US-ausweis hin 30 tage warten (varrieirt je
nach bundesstaat) und boom schon hasse ne 9mm oder ne schrotflinte alles was man dafür brauch is geld und ein ausweis und ein wenig geduld hier in deutschland muss man erst ma einen waffenschein haben das dauert auch bis man den in der tasche hat und dann muss man erst ma nen waffenladen finden in den usa gibt in jedem dorf einen in deutschland nur in größeren städten
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Beobachter schrieb:
am 12. Januar 2011 um 21:32:41
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@bullseye
Ganz genau: der Verbrecher ist ohnehin bewaffnet, der treu-doofe Bürger schaut in die Mündung. Das Paradebeispiel in Sachen
Waffenverbot und Anstieg bewaffneter Überfälle ist England (aber wie Du richtig schreibst auch andernorts, zB Afrika oder Südamerika, NIEMALS die Bevölkerung entwaffnen bzw schutzlos machen, ein Angehöriger ist hier berufsbedingt sehr firm), solche Studien werden hier jedoch nicht publiziert, weil mit Bewaffnung auch ein eigenständigeres Selbstwertgefühl einhergeht, das wil
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