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Vulkanasche: Luftraum bleibt bis mindestens 20 Uhr gesperrt

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Streit zwischen Behörden und Fluggesellschaften

07.05.2010, 15:17 Uhr | dpa, AFP, apn

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber: Keine Gefahr mehr für Flugbetrieb in Europa (Foto: imago)

Der Streit zwischen Behörden und Fluggesellschaften spitzt sich zu: Insbesondere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber beharken sich seit Sonntagabend. Derweil hat die Aschewolke des isländischenVulkans Eyjafjöll den Luftraum über Europa weiter fest im Griff.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) verlängerte die Sperrung des Flugraums über Deutschland bis 2:00 Uhr am Dienstagmorgen und wies die von Fluggesellschaften vorgebrachte Kritik an der Maßnahme zurück.

Mayrhuber: "keine Gefahr"

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber wies die Sperrung der Lufträume in Europa wegen der Vulkanasche und die Sorge um die Sicherheit der Passagiere als unbegründet zurück. Viele Fluggesellschaften hätten nun Testflüge absolviert, sagte Mayrhuber dem ZDF. Bei der Überprüfung der Aschewolke seien sie zu dem Ergebnis gekommen, "dass die Durchmischung so groß ist mittlerweile, dass hier keine Gefahr besteht".

"Keine einzige Wolke"

Auf die Frage, ob in Europa der Flugbetrieb derzeit möglich sei, sagte Mayrhuber: "Ja, das sagen wir ganz klar", auch wenn es vielleicht "Eingrenzungen" geben könne. "Wir würden niemals etwas aufs Spiel setzen", aber mit den vorliegenden Daten müsse gearbeitet werden, sagte der Lufthansa-Chef. "Wir sprechen von Aschewolken - in den letzten drei Tagen konnte man von Flensburg bis Berchtesgarden keine einzige Wolke sehen", sagte er. "Niemand wird durch eine Vulkanwolke fliegen, aber das, was wir in den letzten drei Tagen gesehen haben, war alles andere als ein Gefährdungspotenzial."

Ramsauer: Sicherheit wichtiger als Geschäftsinteressen

"Sicherheit muss höher gewichtet werden als Geschäftsinteressen", konterte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). "Es wäre beinahe zynisch und mit mir politisch nicht machbar, Umsatzeinbrüche gegenzurechnen mit irgendeinem nicht vertretbaren Risiko für Leib und Leben von Passagieren", sagte er im Deutschlandfunk. Solange noch Zweifel an der Sicherheit des Luftverkehrs bestehe, werde er keine Flugfreigabe erteilen. Ramsauer wies außerdem Forderungen nach Schadenersatz für die betroffene Luftfahrtbranche zurück. "Ich wehre mich gegen jeden Ruf an den Staat", sagte Ramsauer im Deutschlandfunk.

"Ungeheuerliche" Unterstellung

Die Aussagen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wies Mayrhuber scharf zurück. Er halte "es für ungeheuerlich, der Lufthansa oder den deutschen Airlines zu unterstellen, dass sie Umsatz vor Sicherheit stellen", sagte er. Die heutigen Sicherheitsstandards in der Luftfahrtindustrie seien «mitnichten durch Ministererlässe erreicht» worden, sondern durch die solide Arbeit dieser Industrie.

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Messflüge sollen neue Entscheidungsbasis schaffen

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) erhofft sich vom ersten Messflug eines Spezialflugzeugs an diesem Montag genauere Daten zur Aschewolke. "Wir hoffen, dass wir dann eine bessere Basis haben, auf der wir Entscheidungen treffen können", sagte DFS-Sprecher Axel Raab im "Morgenmagazin" des ZDF. Die Maschine soll am Abend in Oberpfaffenhofen bei München starten. Die Messdaten würden danach vom Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) in London ausgewertet.

Testflüge ohne Probleme

Die Lufthansa, ihr größter deutscher Wettbewerber Air Berlin und andere Fluggesellschaften erklärten nach Testflügen, diese seien ohne Probleme verlaufen. Die Aschewolke gefährde Flugzeuge nicht. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann, forderte eine Aussetzung des Nachtflugverbots. So könne sich der Luftverkehr nach einem Abzug der Asche schneller normalisieren, sagte Driftmann der "Frankfurter Rundschau".

Neue Flugverbote in Polen und Großbritannien und der Schweiz

Während einige europäische Länder weiterhin Starts und Landungen untersagten, lockerten andere derweil das Flugverbot. So wurden alle polnischen Flughäfen in der Nacht zu Montag erneut geschlossen. Der britische Luftraum blieb bis 19.00 Uhr (20.00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) gesperrt. Auch in der Schweiz wurde die Teilsperrung des Luftraums bis Dienstag 08.00 Uhr verlängert. Damit bleiben die großen Flughäfen wie Zürich und Genf weitgehend dicht.

Lockerung in Nordeuropa und Österreich

In Nordeuropa dagegen wurden die Flugverbote am Montag deutlich gelockert: Nach der Öffnung des jeweils fast kompletten Luftraumes in Norwegen und Schweden hat am Montagmorgen Finnlands Luftfahrtbehörde die Flughäfen Tampere und Turku bis zum Nachmittag für Starts und Landungen freigegeben. In Österreich wurden am Montag um 5.00 Uhr wieder Starts und Landungen erlaubt. Seit Donnerstag sehen sich Fluggäste mit massiven Behinderungen konfrontiert. Zehntausende Flüge sind ausgefallen. Am Abend wollten die EU-Verkehrsminister per Videokonferenz über die Lage beraten.

Europaweite Lösung gefordert

Die deutschen Flughäfen forderten eine europaweite Abstimmung bei der Krisenbewältigung. "Es ist dringend erforderlich, dass europaweit geltende Lösungen gefunden werden. Die deutschen Flughäfen erwarten von den europäischen Verkehrsministern, dass sie sich umgehend auf einheitliche Verfahren bei der Sperrung des Luftraums verständigen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel. An diesem Montag wollen die EU-Verkehrsminister per Videokonferenz über die Lage beraten.


Quelle: dpa

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Kommentare (166)

zum Forum

Thema: "Vulkanasche: Luftraum bleibt bis mindestens 20 Uhr gesperrt"

Dieter Limbek schrieb: am 19. April 2010 um 18:34:09
(0) (0) Sicherheit
Sicherheit hat Priorität - keine Frage, ABER wieso kann e ssein, dass die Überprüfung einer Computersimulation durch echte
Tests so lange nicht durchgeführt werden? Das ist doch ein unglaubliches Versagen von Politik und Wissenschaft. Verbote werden erteilt, rasch und sichtlich unbürokratisch. Die Verifizierung von Computerdaten unterliegt dann wieder dem Amtsweg, oder wie? Merkwürdig....
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Icke schrieb: am 19. April 2010 um 16:34:11
(0) (0) .....
Ohje wie Naiv hier der eine oder andere ist, wenn so ein Vogel abstürzt ist das Geschrei auch groß und so eine Wolke muss man m A n
auch gemäß der Wetterlage abchecken, was passiert wenn ein Flugzeug in so eine dichtere Aschewolke reinfliegt klärt Wikipedia gut auf dort ist übrigens von komplettem TRIEBWERKSAUSFALL und massiver Sandstrahlwirkug auf die Frontscheibe Selbst wenn die Triebwerke wieder starten Landung im Blindflug oder wie ? Vllt. nen bißchen übertrieben aber ist der schlimmste Fall
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rogotank schrieb: am 19. April 2010 um 16:33:19
(0) (0) der Hengst schrieb...
Der Hengst schrieb: am 19. April 2010 um 14:48:36 rogotank Etwas Egoistisch, oder ? NEE , eher realistisch , alles
reine Pankikmache , sieh mal aus dem Fenster , Skandinavien fliegt wieder , und die Tests , heute mittag sind gut verlaufen..
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