Vorstand des Kinderhilfswerks tritt geschlossen zurück
03.04.2008, 15:21 Uhr
Interimschef Schlagintweit führt UNICEF Deutschland am 10. April zu einem Neuanfang (Quelle: dpa)Nach der Verschwendungsaffäre bei UNICEF Deutschland stellt das Kinderhilfswerk die Weichen für die weitere Zukunft: Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 10. April in Berlin werden alle Vorstandsmitglieder von ihren Ämtern zurücktreten, teilte der UNICEF-Interimsvorsitzende Reinhard Schlagintweit am Donnerstag in Köln mit.
Wiederwahl allerdings möglich
Auf der Versammlung, deren Einberufung der Vorstand des Deutschen UNICEF-Komitees bereits am 13. Februar beschlossen hatte, will das Komitee einen neuen Vorstand wählen. Damit solle "das Signal für den Neuanfang bei UNICEF" gesetzt werden, erklärte Schlagintweit. Eine Sprecherin fügte hinzu, Mitglieder des derzeitigen Vorstands könnten allerdings wiedergewählt werden.
Die deutsche Sektion des Kinderhilfswerks der UN war in den vergangenen Monaten wegen Berichten über die Verschwendung von Spendengeldern in die Kritik geraten. Im Zuge der Affäre traten zuerst die UNICEF-Vorsitzende Heide Simonis und dann Geschäftsführer Dietrich Garlichs zurück. Im Februar entzog das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen der deutschen UNICEF-Sektion das Spendensiegel. Gegen Garlichs war zunächst wegen Untreue ermittelt worden, die Ermittlungen wurden allerdings Anfang März eingestellt.