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Vorbild Tunesien: Straßenkämpfe in Ägypten

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Vorbild Tunesien: 15.000 Ägypter gehen auf die Straße

25.01.2011, 21:28 Uhr

Ein Polizist springt bei den Protesten in Kairo über den Kofferraum eines Autos (Foto: Reuters)

Ein Polizist springt bei den Protesten in Kairo über den Kofferraum eines Autos (Foto: Reuters)

Bei landesweiten Protesten gegen die ägyptische Regierung sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden zwei Demonstranten und ein Polizist getötet.

Zwei Regierungsgegner kamen bei einer Demonstration in der Stadt Suez ums Leben. Laut Polizei hatte einer der Demonstranten Atemprobleme und starb, nachdem er Tränengas eingeatmet hatte. Der andere sei von einem Stein getroffen worden. Der Polizist starb den Angaben zufolge während der Protestkundgebung in der Hauptstadt Kairo. Der Beamte sei von einem Stein am Kopf getroffen worden.

Polizei setzt Wasserwerfer ein

In Kairo setzte die Polizei Tränengas und einen Wasserwerfer ein, um die Menschen auseinander zu treiben. Nach Polizeiangaben nahmen rund 15.000 Menschen an den Protesten teil. 20.000 bis 30.000 Polizisten standen ihnen gegenüber.

Als die Massen eine Absperrung durchbrechen wollten, prügelte die Polizei mit Schlagstöcken auf sie ein. Es war die größte Demonstration in Ägypten seit Jahren. "Lang lebe ein freies Tunesien" und "Nieder mit Mubarak", riefen die Demonstranten. Der 82-jährige Präsident regiert Ägypten seit 29 Jahren. Nach dem erzwungenen Abtritt des tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali hat die ägyptische Opposition jedoch neue Hoffnung auf Veränderung geschöpft. Hunderte von Menschen kamen auch in Alexandria und weiteren Städten zu Protesten zusammen.

Zu den Forderungen der Demonstranten gehörten auch der Rücktritt von Innenminister Habib el Adli, dessen Polizei und Sicherheitsdiensten Menschenrechtsverstöße vorgeworfen werden, die Aufhebung des seit Jahrzehnten geltenden Ausnahmezustands und eine Erhöhung des Mindestlohns.

Innenminister kündigt "entschlossene Maßnahmen" an

Vor den ersten großen Kundgebungen waren Tausende Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Kairo stationiert worden. Nach dem tunesischen Vorbild hatten die Organisatoren der Demonstrationen in Kairo und Alexandria einen "Tag der Revolution gegen Folter, Armut, Korruption und Arbeitslosigkeit" ausgerufen.

Aus ägyptischen Sicherheitskreisen hatte es zuvor geheißen, Unruhen würden nicht geduldet. Gegen das drohende Chaos würden "entschlossene Maßnahmen" ergriffen, kündigte Innenminister El Adli an.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International äußerte sich besorgt über die Sicherheit der Demonstranten und forderte die Behörden zur Zurückhaltung auf. Auf Facebook und Twitter hatten rund 90.000 Menschen im Internet ihre Teilnahme an den Demonstrationen zugesagt.

Etwa die Hälfte der 80 Millionen Ägypter lebt unter oder knapp über der von den UN festgelegten Armutsgrenze von zwei Dollar am Tag.

Clinton bezeichnet ägyptische Regierung als stabil

US-Außenministerin Hillary Clinton hat die ägyptische Regierung trotz der jüngsten Proteste als stabil bezeichnet. Clinton erklärte, die amerikanische Regierung beobachte die Entwicklung in Ägypten. Die Menschen dort hätten das Recht zu demonstrieren.

Gleichzeitig forderte die Ministerin alle Beteiligten auf, keine Gewalt anzuwenden. Die Regierung des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak suche nach Wegen, auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Ägypten ist ein wichtiger Verbündeter der Vereinigten Staaten.


Quelle: dapd , AFP

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Kommentare (11)

zum Forum

Thema: "Vorbild Tunesien: Straßenkämpfe in Ägypten"

Petrus schrieb: am 25. Januar 2011 um 21:12:50
(0) (0) Quo Vadis Ägypten??
Mubarak hält ein strenges Hand über die islamische Brudersschaft in Ägypten, ähnlich wie die Algerische regierung
damals gegen die FES vorging. Fakt ist: Wenn dort tatsächlich "Demokratie" herrschen würde, gebe es im ganzen Nahen Osten nur fundamentalistische Mullahstaaten. Im Kern unterstützt der Iran jeder Gruppierung in diese Hinsicht. Der Hamas, Hezbollah und auch Al Sadr in Iraq sind erst der Anfang. Für uns dann ist Afghanistan auch nur der Anfang gewesen, leider! und Europa???
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R.T. schrieb: am 25. Januar 2011 um 20:57:48
(0) (0) erst der Anfang!Ein Flächenbrand beginnt immer klein!
Es wird bald auf Europa überschwappen!Was Euch die instrumentalisierte Presse nicht
erzählt ist,wie es in Süd-Europa wirklich aussieht!Nur ein Beispiel:Portugal!Die stehen kurz vor´m Volksaufstand!Massive Schulden u. Arbeitslosikeit,keine Sozialhilfe,Preise wie in Deutschland aber 900€ Durchschnittseinkommen!Das ist auch der wahre Grund für unseren Polizei u. Überwachungsstaat!Die Machtelite weiß wie schnell das Volk sie entmachten könnte!Und das heißt es mit totaler Überwachung zu verhindern!
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Inga West schrieb: am 25. Januar 2011 um 20:41:04
(0) (0) Ägypten
Und wann muss Frau Merkel ihre Koffer Richtung Saudiarabien packen, wir warten....

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