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Vor 150 Jahren revolutionierte Darwin die Wissenschaft

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Vor 150 Jahren revolutionierte Darwin die Wissenschaft

29.12.2008, 11:57 Uhr | Von Isabell Scheuplein, ap

Vor 200 Jahren wurde der Engländer Charles Darwin geboren (Foto: dpa) Vor 200 Jahren wurde der Engländer Charles Darwin geboren (Foto: dpa)

Das Jahr 2009 wird auch sein Jahr: Zum 150. Mal jährt sich die Veröffentlichung von Charles Darwins bahnbrechendem Grundlagenwerk "Über die Entstehung der Arten". Da zudem im Februar der 200. Geburtstag des Naturforschers ansteht, wurde 2009 international zum Darwin-Jahr ausgerufen.

Auch in Deutschland sind zahlreiche Ausstellungen und Vortragsreihen rund um Darwins Leben und Forschung geplant. Bereits als Kind sammelte der am 12. Februar 1809 in England geborene Charles Robert Darwin Mineralien und beobachtete Tiere.

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Forschungsreise auf Vermessungsschiff

Nach einem abgebrochenen Medizinstudium begann er auf Drängen seines Vaters ein Theologiestudium, doch nebenbei beschäftigte er sich intensiv mit naturwissenschaftlichen Themen und unternahm zahlreiche Exkursionen in die Natur. Im Dezember 1831 startete Darwin die von ihm bereits langersehnte Forschungsreise auf dem Vermessungsschiff "HMS Beagle", auf der er die Erkenntnisse gewann, die er später zu seiner Evolutionstheorie ausbaute.

Theorie vom Wandel der Arten

Die Reise führte ihn fast fünf Jahre lang unter anderem nach Südamerika, zu den Galapagos-Inseln und nach Neuseeland. Der detailversessene Jungforscher sammelte massenhaft geologische, zoologische und fossile Proben, seine Notizen umfassten am Ende weit über 1000 Seiten. Nach und nach reiften in Darwin - der sich nach der Rückkehr mit Büchern über seine geologischen Entdeckungen als Wissenschaftler etablierte - die Ideen vom Wandel der Arten, die er später zur Evolutionstheorie zusammensetzte. Damals war noch der Glaube weit verbreitet, Tiere und Pflanzen seien seit ihrer Entstehung beziehungsweise Erschaffung unverändert und unveränderbar.

Skizze mit der Überschrift "I think"

Im Sommer 1837 zeichnete der nun in London wohnende 28-Jährige in eines seiner Notizbücher eine berühmt gewordene Skizze: Unter der Überschrift "I think" ("Ich denke") ist eine Art Stammbaum zu sehen, der das Entstehen, Variieren und Aussterben von Arten in Grundzügen zeigt. Darwin zog mit seiner Familie auf ein Landgut südlich von London, wo er sich mehr Ruhe erhoffte. Zeit seines Lebens litt er unter einem chronischen Magenleiden und musste sich deshalb immer wieder langwierigen Kuren unterziehen. Insgesamt zogen er und seine Frau Emma Wedgwood neun Kinder groß. Zwei von ihnen starben schon früh, ein weiteres bereits kurz nach der Geburt.

Am besten angepasste Art lebt weiter

Neben seinen geologischen Veröffentlichungen arbeitete Darwin seine Theorie der Entwicklung der Arten durch natürliche Selektion nach und nach aus. Die unterschiedlichen Arten stammen demnach von gemeinsamen Vorfahren ab und haben sich von Generation zu Generation auseinanderentwickelt. Dabei setzten sich jeweils die am besten an ihre Umwelt angepassten Individuen einer Art durch und pflanzten sich fort.

Befreundeter Wissenschaftler kam zu gleichen Erkenntnissen

Darwin fasste dies in den Prinzipien Variation und Selektion zusammen, zeigte seine Aufzeichnungen vorläufig aber nur seiner Frau und einem befreundeten Wissenschaftler. Erst gedrängt von den Erkenntnissen des Forschers Alfred Russel Wallace, der zu den gleichen Schlüssen gekommen war, begann Darwin in den späten 1850er Jahren mit der Ausarbeitung eines Manuskripts für sein Hauptwerk.

Über die Entstehung der Arten

1858 schließlich sandte Wallace von einer südostasiatischen Insel aus einen Brief an Darwin, in der er eine Evolutionstheorie formulierte, die derjenigen Darwins glich. Darwin war schockiert und fürchtete um sein Lebenswerk. Mit Hilfe einiger befreundeter Forscher erreichte er, dass die getrennt entwickelte Theorie unter Nennung Darwins und Wallace' Urheberschaft am 1. Juli des Jahres erstmals öffentlich vorgestellt werden konnte. Doch erst Darwins am 24. November 1859 veröffentlichte Buch "Über die Entstehung der Arten" ("On the Origin of Species") stieß auf großes öffentliches Interesse.

Kirchenvertreter sahen Schöpfungslehre in Gefahr

Trotz der auch in Wissenschaftskreisen geäußerten Zweifel galt die Theorie schon bald als weitgehend anerkannt und wurde von ihren Befürwortern verbreitet. Kritik kam allerdings weiterhin von Kirchenvertretern, die die Schöpfungslehre in Gefahr sahen. Von seiner Krankheit geschwächt musste Darwin die Debatten über seine Lehre meist aus der Ferne verfolgen.

Neben den englischen Königen in Westminister beigesetzt

Darwin verfasste noch weitere Werke, die sich unter anderem mit der Evolution des Menschen beschäftigten. Am 19. April 1882 starb er im Alter von 73 Jahren und erhielt ein Staatsbegräbnis in Westminster Abbey, London, wo traditionell auch die englischen Könige beigesetzt werden.

Darwins Theorie heute anerkannt

Darwins Evolutionstheorie wurde in der Folge weiterentwickelt und untermauert. Sie ist die Grundlage der modernen Biologie geworden und gilt längst nicht mehr als Theorie, sondern als Tatsache, die auch weitere Disziplinen beeinflusst hat, wie etwa die Psychologie. Dennoch wird sie von zahlreichen Gruppierungen angezweifelt wie von sogenannten Kreationisten, die wortwörtlich an die Schöpfungslehre aus der Bibel glauben. Die Diskussion über Darwins Erkenntnisse wird also auch 150 Jahre nach ihrer Veröffentlichung weitergehen.


Von Isabell Scheuplein, ap  

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