21.12.2011, 14:20 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Berlin (dpa) - Ein gutes Viertel der jungen Soldaten in der neuen Freiwilligenarmee bricht die Ausbildung ab. Damit liegt die Abbrecherquote in der Bundeswehr nicht wesentlich höher als in der freien Wirtschaft.
27,7 Prozent der Freiwilligen, die zum 1. Juli ihren Dienst antraten, seien inzwischen nicht mehr bei der Truppe, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) der "Berliner Zeitung" (Mittwoch).
Ein Sprecher ergänzte, 23,3 Prozent machten dabei von ihrem Recht Gebrauch, in den ersten sechs Monaten ohne Angaben von Gründen ihren Dienst zu quittieren. 4,4 Prozent seien von der Bundeswehr nach Hause geschickt worden. In der beruflichen Bildung von Industrie, Handel und Handwerk geht man für das gesamte Ausbildungsverhältnis von derzeit rund 23 Prozent aus. Früher lag diese Quote auch schon deutlich höher.
De Maizière sieht grundsätzlich keine Rekrutierungsschwierigkeiten auf die Truppe zukommen. Zum 1. Januar 2012 werde die Bundeswehr 2650 Männer und 170 Frauen als Freiwillige begrüßen können. "Damit liegen wir voll im Plan", sagte er.
Der für die Streitkräfte zuständige Sprecher des Verteidigungsministeriums, Kai-Siegfried Schlolaut, sagte der dpa, mit der Quote "liegen wir durchaus im Vergleich zur zivilen Wirtschaft". Die Mehrheit der jungen Menschen habe private Gründe für das Ausscheiden angegeben oder ein alternatives Job-Angebot. Viele Abiturienten hätten nach Eintritt in die Bundeswehr zum 1. Juli drei Monate später doch noch einen Studienplatz angeboten bekommen. "Gut ist, dass sie nicht sagen: Der Ton in der Bundeswehr war falsch oder das Verhalten der Vorgesetzten war falsch", fügte Schlolaut hinzu.
Die Umwandlung der Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee ist Teil einer umfassenden Reform, die auch Standorte und Strukturen umfasst. Nach den Vorstellungen de Maizières sollen der Bundeswehr künftig 5000 bis 15 000 freiwillig Wehrdienstleistende angehören. Die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten soll bei etwa 170 000 liegen. Die Soll-Stärke der Bundeswehr vor der laufenden Reform lag bei 250 000 Soldaten, davon mehr als 50 000 Wehrpflichtige.
Quelle: dpa
Stefan schrieb:
am 21. Dezember 2011 um 21:14:08
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Abbruch
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