26.12.2007, 11:35 Uhr
In diesen Häusern in Beratzhausen bei Regensburg und in München kam es zu den Familientragödien (Fotos: dpa)Bei zwei Familientragödien sind an Weihnachten in Bayern drei Kinder und ein Vater gestorben. Im oberpfälzischen Beratzhausen bei Regensburg hat eine 37 Jahre alte Mutter am ersten Weihnachtsfeiertag ihre zwei und drei Jahre alten Jungen erstickt. Die Frau hat möglicherweise psychische Probleme. #
Foto-SerieFamiliendramen an Weihnachten
Kind lag tot auf Couch
In München tötete ein 43 Jahre alter Vater seinen achtjährigen Sohn und dann sich selbst. "Hintergrund der Tat ist offensichtlich ein Sorgerechtsstreit um den Sohn", berichtete ein Polizeisprecher am Mittwoch. Der Junge wurde am Dienstag im Haus des Informatikers tot auf der Couch neben dem Christbaum gefunden. Die Leiche des 43 Jahre alten Vaters lag im Bett des Sohnes.
HintergrundWarum Mütter ihre Kinder töten
ChronologieGetötete Kinder in Deutschland
Oma machte grausigen Fund
In Beratzhausen fand die Großmutter die Leichen ihrer Enkel mehr als drei Stunden nach der Tat und alarmierte die Polizei. Die Eltern des Ehemannes wohnen im Erdgeschoss des Hauses, in dem die vierköpfige Familie unter dem Dach lebte. Die Großeltern wurden auf das Verbrechen aufmerksam, nachdem es in den Vormittagsstunden des ersten Weihnachtsfeiertages im Haus so ruhig war. Als die Großmutter hoch ging, fand sie die beiden toten Kleinkinder im Badezimmer. Die Mutter saß still in einem anderen Zimmer.
Psychische Probleme könnten Ursache sein
Die 37-Jährige legte bei den Vernehmungen ein umfassendes Geständnis ab. "Das Motiv liegt noch völlig im Dunkeln", sagte ein Polizeisprecher. Die Kriminalpolizei schließt nicht aus, dass die Frau psychisch krank ist. Die weiteren Ermittlungen sollten dies klären. Die Frau wird noch heute dem Haftrichter vorgeführt. Ob sie dann in eine Psychiatrie eingewiesen wird, ist noch offen.
Vater hatte zur Tatzeit gearbeitet
Der 45 Jahre alte Vater hatte am frühen Dienstag die Wohnung verlassen, um in den benachbarten Landkreis Neumarkt an seine Arbeitsstelle zu fahren. Nach der Gewalttat nahm die Polizei auch ihn vorübergehend fest. Die Kripo geht allerdings inzwischen davon aus, dass er von dem Verbrechen nichts gewusst hat. Die Obduktion der zwei Leichen ergab, dass die Kinder an Gewaltanwendung gegen Hals und Gesicht gestorben sind. Nähere Angaben machten die Ermittler nicht.
Tanzveranstaltung abgesagt
Der Bürgermeister von Beratzhausen, Georg Thaler, reagierte schockiert. Bei den rund 5700 Einwohnern der Gemeinde herrsche große Betroffenheit. Eine Tanzveranstaltung wurde wegen der Gewalttat abgesagt.
Leiche durchs Fenster entdeckt
In München hatte der 43 Jahre alte Vater seinen Sohn über die Feiertage zu Besuch. Das Kind lebte sonst bei der Mutter. Geplant war, dass der Achtjährige am ersten Weihnachtsfeiertag nachmittags zu der im Raum Rosenheim lebenden Frau zurückgebracht wird. Als dies nicht geschah und der Mann auch telefonisch nicht erreichbar war, hatte die 41-Jährige die Polizei verständigt. Beamte fuhren daraufhin zu dem Einfamilienhaus des Vaters, klingelten und klopften, aber es öffnete niemand. Sie entdeckten dann durch ein Fenster die Leiche des Schülers im Wohnzimmer.
Totes Kind nicht äußerlich verletzt
Später wurde der 43-Jährige tot mit einer Plastiktüte über dem Kopf im Bett des Sohnes im ersten Stock gefunden. Er hatte sich offenbar erstickt. Bei dem Kind wurden keine äußeren Verletzungen festgestellt. Eine Obduktion soll voraussichtlich nach den Feiertagen nähere Erkenntnisse über die Todesursache bringen.
Quelle: dpa
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