09.03.2011, 13:25 Uhr
Helfer tragen in Peshawar einen Verletzten ins Krankenhaus (Foto: AP)
Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Trauergesellschaft mit etwa 300 Teilnehmern sind in Pakistan mindestens 36 Menschen getötet worden. Rettungskräfte brachten 100 Verletzte in Krankenhäuser. Der Anschlag ereignete sich in der nordwestlichen Region Matani am Stadtrand von Peshawar. Die Taliban bekannten sich zu dem Blutbad.
Der Chef des größten Krankenhauses der Stadt, Abdul Hamid Afridi, beschrieb den Zustand von elf Verletzten als "äußerst kritisch". Die Opfer nahmen an der Beisetzung der Frau eines Milizionärs teil, der gegen die Taliban kämpfte.
Ein Augenzeuge sagte, der 35 bis 40 Jahre alte Attentäter habe "Gott ist groß" gerufen, bevor er seine Bombe zündete. Ein anderer sagte, die Wucht der Detonation habe ihn auf den Boden geworfen. "Als ich aufstand, sah ich überall Leichen liegen."
Talibansprecher Ahsanullah Ahsan sagte, die Milizionäre seien als Ziel ausgewählt worden, weil sie mit der pakistanischen Regierung und damit im Endeffekt mit den USA verbündet seien. "Wir werden weitere solche Anschläge ausführen, wenn sie ihre Aktivitäten nicht einstellen", sagte er am Telefon.
Dilawar Khan, ein Kommandeur der Miliz, kündigte an, sich mit seinen Kämpfern und dem Ältestenrat darüber beraten zu wollen, ob der Kampf fortgeführt werde. Die Regierung habe ihnen nicht die Unterstützung zukommen lassen, die nötig sei.
Ein Zeuge des Anschlags sagte, bei der Beerdigung habe es keinen Schutz durch die Polizei gegeben. "Es war die Pflicht der Regierung, für unsere Sicherheit zu sorgen. Aber sie haben es nicht getan", sagte Farman Ullah.
In Matani verbünden sich mehrere Stammesmilizen gegen die Taliban und erhalten dafür Unterstützung der Regierung. Sie waren bereits häufiger Ziel von Anschlägen militanter Islamisten.
Erst am Vortag waren bei einem Anschlag in der Stadt Faisalabad in der östlichen Provinz Punjab 25 Menschen getötet und mehr als 150 weitere verletzt worden.
Peshawar liegt am Rande der unruhigen nordwestlichen Stammesgebiete des Landes. Die an der Grenze zu Afghanistan gelegene Region ist eine Hochburg der Taliban und dient dem Terrornetzwerk Al-Kaida als Rückzugsraum.
Quelle: AFP , dapd
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