12.01.2012, 11:00 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Paderborn (dpa) - Vor fast sechs Jahren sorgten PFT-Funde im Trinkwasser aus der Ruhr für Unruhe in Nordrhein-Westfalen. Die Chemikalie steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Jetzt hat die strafrechtliche Aufarbeitung begonnen. Das Gericht steht vor einem Mammutverfahren.
Die Staatsanwaltschaft wirft den sechs Angeklagten vor, illegal aus Belgien importierten Klärschlamm mit Dünger vermischt und an Landwirte verkauft zu haben. Die darin enthaltenen Perfluorierten Tenside (PFT) stehen unter Krebsverdacht. Die Industriechemikalie gelangte entlang der Ruhr ins Trinkwasser.
In Arnsberg war das Wasser zeitweise so hoch belastet, dass die Stadtwerke abgepacktes Trinkwasser für Säuglinge und Schwangere austeilten. Wasserwerke entlang der Ruhr mussten Millionen Euro in neue Filter investieren. Millionenbeträge kostete auch die Sanierung von belasteten Äckern. Der Skandal war 2006 aufgeflogen.
Hauptverantwortlicher ist für die Bielefelder Staatsanwaltschaft ein inzwischen insolventer Unternehmer mit Betrieben in Borchen und Bleicherode (Thüringen). Neben ihm sitzen noch sein Betriebsleiter und drei Männer und eine Frau aus Belgien auf der Anklagebank. Die Ankläger werfen ihnen "Verunreinigung von Boden und Gewässern sowie unerlaubten Umgang mit gefährlichen Abfällen" vor. Den sechs Angeklagten drohen bis zu fünf Jahre Haft.
Das Gericht hat sich auf ein Mammutverfahren eingestellt und Termine bis zum Ende des Jahres geblockt. Der erste Verhandlungstag begann mit Besetzungsrügen der Verteidigung. Darüber will die Strafkammer später entscheiden. Die Staatsanwaltschaft hat 43 Zeugen und 18 Gutachter aufgeboten, um ihre Vorwürfe zu belegen. Die Angeklagten werden von 16 Verteidigern vertreten.
Quelle: dpa
WH.v.Höchst. schrieb:
am 12. Januar 2012 um 13:38:31
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PFT-Skandal
der Tatbestand ist letztlich Brunnenvergiftung. Unabhängig von Zeit und Ort gab es in allen Völkern nur ein Urteil:
Höchststrafe. Die heutigen Juristen verwässern diese Untaten weil die Auswirkungen selten direkt nachweisbar sind. Die jetzige Gesetzeslage ist für Umweltfrevler die aus Gewinnstreben unbegrenzten Gesundheitsschaden anrichten können nicht auf Höhe der Zeit.
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Stefan schrieb:
am 12. Januar 2012 um 12:44:05
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PFT
Warum drohen eigentlich nur bis zu 5 Jahren Haft. Jeder poplige Bankräuber bekommt höhere Strafen. Ist es etwa ein Kavaliersdelikt,
vorsätzlich die Gesundheit von tausenden Menschen aufs Spiel zu setzten, nur um ein paar Euro mehr in der Kasse zu haben?
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Westfale schrieb:
am 12. Januar 2012 um 11:26:27
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PFT, ja und??
Bei uns im Münsterland soll ganz offiziell Gas per Frakking aus der Erde geholt werden. Hier wird dann durch eine US Firma
(Exxon) pures Gift in unser Grundwasser gepumpt. Wo ist den da jetzt der Unterschied?? Warum darf ein US Umweltverschmutzer Gift ins Grundwasser bringen ohne Bestrafung (siehe auch südliches Niedersachsen), und da wird dann so ein Aufstand gemacht. Das kann doch nur an der Lobby liegen, oder?? Umweltschutz muss für alle gleichermaßen zählen!!!!!!
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