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Verschwundene Baupläne: Jetzt wackelt der Stuhl des BND-Chefs

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Jetzt wackelt der Stuhl des BND-Chefs

12.07.2011, 13:53 Uhr

Bestens bewacht, oder nicht? Lampen und Überwachungskameras am Zaun der Baustelle der neuen BND-Zentrale in Berlin (Foto: dapd) (Quelle: dapd)

Bestens bewacht, oder nicht? Lampen und Überwachungskameras am Zaun der Baustelle der neuen BND-Zentrale in Berlin (Foto: dapd) (Quelle: dapd)

Die Affäre um verschwundene Baupläne der künftigen BND-Zentrale in Berlin könnte für den Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Uhrlau, persönliche Konsequenzen haben und zu seiner vorzeitigen Abberufung führen. Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung" in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf führende Koalitionskreise.

Das Verschwinden der Papiere allein sei nicht das Problem, heißt es in den Kreisen. "Aber wenn Uhrlau versucht haben sollte, das Verschwinden zu vertuschen, dann hat er ein Problem." Der BND-Präsident wird im Dezember 65 Jahre alt. Die Suche nach einem Nachfolger ist schon seit einiger Zeit im Gange.

Geheimdienst mit Geheimhaltungsproblemen

Berichten des Magazins "Focus" zufolge sollen mehrere als Verschlusssachen eingestufte Baupläne der neuen BND-Zentrale von dem streng bewachten Gelände geschmuggelt worden sein. Sie beträfen vor allem den geheimsten Teil der künftigen Zentrale, das Technik- und Logistikzentrum. Nach einem Bericht des ARD-Hauptstadtstudios wurden die Pläne womöglich auf einem USB-Stick gestohlen. Der Vorgang soll sich bereits vor einem Jahr ereignet haben. Er könnte zu kostspieligen Umbauten zwingen. Die Affäre wurde jedoch erst jetzt nach einem Bericht des Magazins "Focus" bekannt.

Der FDP-Innenexperte Hartfrid Wolff hat von der Bundesregierung Konsequenzen aus dem möglichen Diebstahl von Bauplänen für die BND-Zentrale in Berlin gefordert. "Die Bundesregierung muss den Vorgang mit Hochdruck aufklären", sagte Wolff, der Mitglied im Parlamentarischen Gremium zur Kontrolle der Geheimdienste ist, den "Ruhr Nachrichten". "Es kann nicht sein, dass ausgerechnet das Amt, das sich um geheime Informationen kümmert, selbst Schwierigkeiten mit der Geheimhaltung hat."

Ähnlich kritisch äußerte sich erneut der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach im "Kölner Stadt-Anzeiger". "Zwei Fragen müssen jetzt beantwortet werden: Bedeutet der Diebstahl für den BND ein Sicherheitsrisiko? Und sind Umplanungen notwendig und was kosten die?", sagte er. Zudem interessiere ihn, wann genau die Pläne verschwunden seien und wann das Kanzleramt davon erfahren habe.

Grüne und SPD: Alles halb so wild

Derweil zweifeln ausgerechnet zwei Innenexperten der Opposition - Michael Hartmann (SPD) und Wolfgang Wieland (Die Grünen) - die Brisanz der gestohlenen Baupläne an. "Bei einem Projekt von der Dimension, wie es der BND-Neubau ist, sind doch selbstverständlich zahlreiche Kopien von Bauplänen im Umlauf. Im Grunde braucht jeder Polier auf der Baustelle ein Exemplar davon", sagte Hartmann der "Berliner Morgenpost".

"Die Tatsache, dass die Karten eben nicht als streng geheim eingestuft worden sind, lässt mich zweifeln, ob die Informationen wirklich so sensibel sind", sagte Hartmann, der auch Mitglied des Parlamentarischen Kontrollausschusses für die Geheimdienste ist. Zudem wäre es "naiv, anzunehmen, dass die Unterlagen wie in einem James-Bond-Film geschmuggelt wurden".

Der Innenexperte der Grünen, Wolfgang Wieland, sagte der Zeitung: "Das BND-Gebäude wird ja zu einer Stadt in der Stadt mit all den geplanten Sicherheitsvorkehrungen. Da ist es natürlich peinlich, wenn ein Exemplar der Baupläne abhandenkommt. Dass deshalb aber gleich alles neu gebaut werden muss, wage ich zu bezweifeln." An Flughäfen sei auch bekannt, wo die Sicherheitsschleusen seien. Entscheidend sei aber, ob man durchkomme oder nicht.


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Quelle: AFP , dapd

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Kommentare (8)

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Thema: "Verschwundene Baupläne: Jetzt wackelt der Stuhl des BND-Chefs"

Oexifoexi schrieb: am 12. Juli 2011 um 20:24:01
(1) (0) Versteck spielen
Alles wird teurer, wie immer; in Wünsdorf stehen die Objekte leer, dort hätten die Schlapphüte den ganzen Tag Versteck spielen können.

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Edeltraut schrieb: am 12. Juli 2011 um 17:59:58
(1) (0) Auswirkung auf die Mitarbeiter
Jede,absolut jede Information welche, nicht nur bezogen auf den Umzug nach sowie den Neubau in Berlin incl.
der Detailzeichnungen über entspr.Räume, nach außen gedrungen sind haben unnötig das "Arbeitsrisiko" für die Mitarbeiterinnen u. Mitarbeiter erhöht!!! Dümmer gings nimmer und für eine Bagatellisierung dieser "Bauzeichnungspanne" besteht wahrhaft keinen Grund. Personelle Konsequenzen sind unausweichlich/angebracht!
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Manuelle schrieb: am 12. Juli 2011 um 17:30:12
(0) (0) unmöglicher Supergau
es ist nicht zu glauben,da verschwinden d.Baupläne f.d.Haus das am meisten gesichert sein sollte,diese Pläne kann man
vergessen,da sie bereits vor einem Jahr gestohlen worden sein sollen.die Bedeutung oder Wichtigkeit kann nicht so hoch sein,denn jeder Techniker oder Verantw.d.Baues braucht Pläne,aber wnn selbst in d.Haus ungehindert vor d.ganzen Sicherheit Pläne gestohlen werden,was soll man da noch sagen
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