24.08.2011, 15:07 Uhr
In Afghanistan werden zwei deutsche Staatsbürger vermisst, das bestätigte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Dienstag in Berlin. Es sei nicht auszuschließen, "dass sie Opfer eines Entführungsverbrechens geworden sind", sagte der Minister.
Nach den Vermissten werde intensiv gesucht. Die deutsche Botschaft in Kabul stehe in ständigem Kontakt zu den afghanischen Behörden, sagte Westerwelle. Zur Identität der beiden könne und wolle er nichts sagen.
Einer Nachrichtenagentur zufolge soll es sich bei den Vermissten um Zivilisten handeln, die in Afghanistan arbeiten. Demnach ist mindestens einer der Männer für die staatliche deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kabul tätig. Die GIZ bestätigte das zunächst nicht.
Die beiden Männer seien nördlich von Kabul beim Bergsteigen verschwunden, sagte der Polizeichef der Provinz Parwan. Sie hätten ihren Wagen samt Fahrer am Fuße eines Berges nahe dem Salang-Fluss zurückgelassen und seien Wandern gegangen.
Der Fahrer habe die Polizei dann am Freitagabend alarmiert, als die Männer nicht von ihrem Ausflug zurückgekehrt seien. In dem betroffenen Gebiet seien aber keine Taliban-Kämpfer oder andere Aufständischen aktiv.
Die Taliban übernahmen zunächst nicht die Verantwortung für eine mögliche Geiselnahme. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte: "Wir haben keine Berichte über eine Entführung der beiden vermissten Deutschen. Wir prüfen das."
Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam sagte, Bundeswehrsoldaten würden nicht vermisst. Die Bundeswehr ist auch in der Provinz Baghlan im Einsatz.
Unterdessen sind bei einem Anschlag auf eine Bundeswehrpatrouille im Norden Afghanistans drei afghanische Polizisten leicht verletzt worden. Wie ein Bundeswehrsprecher mitteilte, hatte der Attentäter etwa vier Kilometer westlich von Kundus einen versteckten Sprengsatz ferngezündet, als die Patrouille vorbeikam.
Von den etwa 35 Bundeswehrsoldaten wurde niemand verletzt. Der Attentäter, der in ein nahe gelegenes Gehöft geflohen war, wurde festgenommen.
Rund 45 Kilometer nordöstlich von Kundus wurde nach Angaben des Sprechers außerdem ein Sprengstoffanschlag auf einen Bundeswehrkonvoi verübt.
Verletzt wurde niemand. Auch an den Fahrzeugen, gepanzerten Dingo-Transportern und Fuchs-Panzern, entstand kein Schaden, als der ferngezündete Sprengsatz explodierte.
Quelle: AFP , dpa
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