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Vermisste Taucher von Waran angegriffen
17.06.2008, 20:36 Uhr
Komodo-Warane können Menschen töten (Foto: dpa)Fünf europäische Taucher sind in der Nähe der indonesischen Urlaubsinsel Bali nach zwei Tagen erschöpft, aber wohlbehalten auf einer mit Riesenechsen bevölkerten Insel von Wildhütern gefunden worden. Der 31-jährige Franzose Laurent Pinel sagte nach seiner Rückkehr auf die Insel Flores am Samstag, die drei Frauen und zwei Männer aus Großbritannien, Schweden und Frankreich hätten sich auf der Insel Rinca von an Land gespülten Muscheln ernährt. Auch hätten sie sich gegen Komodo-Warane wehren müssen.
Warane gefährlich für Menschen
"Am Strand kam uns ein Komodo-Waran sehr nah", erzählte Pinel. Sie hätten mit Steinen nach dem Tier geworfen, um es zu vertreiben. Die Echsenart kann bis zu drei Metern lang werden. Sie ernährt sich von Aas und lebt ausschließlich auf den Komodo-Inseln. Waren können leicht einen Menschen verletzen oder gar töten.
Neun Stunden im Meer
Die Taucher waren nach einem Tauchgang von einer unvermuteten starken Strömung erfasst worden und konnten ihr Boot plötzlich nicht mehr erreichen. Neun Stunden lang hätten sie auf dem Meer getrieben, berichtete Pinel. Zu Beginn versuchten die drei Briten, die Schwedin und der Franzose noch, gegen die Strömung anzuschwimmen und Land zu erreichen.
Insel mit letzter Kraft erreicht
Um Energie zu sparen, hätten sie schließlich alle ihre Taucherwesten aneinander befestigt und sich im Wasser treiben lassen, sagte der Franzose. Am späten Abend erblickten die verzweifeln Taucher schließlich die Insel Rinca und schafften es mit letzter Kraft, doch noch an Land zu kommen. "Wenn wir weiter getrieben wären, wären wir auf dem offenen Ozean gelandet", sagte Pinel.
36 Stunden ohne Wasser
Wärter des National-Parks fanden schließlich am Samstagmorgen die erschöpfte Gruppe. Zwei Tage lang mussten es die fünf Europäer ohne Wasser aushalten. Allen Geretteten gehe es den Umständen entsprechend gut. Der Komodo-Nationalpark ist ein beliebtes Ziel für Taucher. Die vielen kleinen Inseln von Nusa Tenggara sind bekannt für spektakuläre Korallenriffe und Fische - aber auch für starke Strömungen.
Erfahrene Taucher
Der Ehemann einer der vermissten Britinnen, Ernest Lewandowski, hatte zuvor berichtet, seine Frau und er seien am Donnerstag in zwei verschiedenen Tauchergruppen unterwegs gewesen. Er habe das Verschwinden der anderen Gruppe erst bemerkt, als er mit seinen Tauchern nach einer Stunde unter Wasser wieder auftauchte. Lewandowski und seine Frau Kathleen Mitchinson betreiben auf der nahegelegenen Insel Flores eine Tauchstation.
Kein Treibstoff für Flugzeuge
"Ich bin mit einem Schnellboot alle Gewässer und Strände in der Umgebung abgefahren", berichtete Lewandowski. Am Freitagmorgen habe es dann eine groß angelegte Suchaktion gegeben. Es habe Schwierigkeiten gegeben, Flugzeuge in die Luft zu bekommen, weil es keinen Treibstoff gab. Schließlich hätten sie es geschafft, ein kommerzielles Flugzeug zu chartern, das eine Stunde über den Inseln kreisen sollte - doch da war die Tauchergruppe bereits gefunden worden.
Quelle: dpa
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