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Vermisste nach Erdrutsch in Kolumbien

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Vermisste nach Erdrutsch in Kolumbien

06.12.2010, 10:10 Uhr

Erdrutsch: In Kolumbien wird fieberhaft nach Verschütteten gesucht (Foto: AFP)

In Kolumbien wird nach einem Erdrutsch fieberhaft nach Verschütteten gesucht (Foto: AFP)

Ein Erdrutsch hat nach wochenlangem Regen im Nordwesten Kolumbiens mindestens zwei Menschen das Leben gekostet und vermutlich bis zu 50 weitere verschüttet. Wie der Katastrophenschutz des Staats Antioquia mitteilte, wurden zwei Leichen in dem Ort Bello bei Medellin geborgen. Der Fernsehsender Caracol berichtete auf seiner Internetseite von mindestens 145 Vermissten.

Etwa 250 Helfer suchten auch nach Einbruch der Dunkelheit fieberhaft nach weiteren Opfern unter den Erdmassen. Hunderte Menschen aus benachbarten Straßenzügen mussten ihre Häuser verlassen, um "weitere Risiken zu vermeiden", sagte der Gouverneur von Antioquia, Alfredo Ramos.

Suchhunde im Einsatz

Es sei ein riesiger Erdrutsch gewesen, der schätzungsweise zwischen 40 bis 50 Menschen und mehr als 50 Häuser unter sich begraben habe, sagte der Direktor des Katastrophenschutzes, John Rendon. Demnach konnten sechs Verletzte inzwischen gerettet werden. Zur Bergung von Verschütteten seien Suchhunde im Einsatz, hieß es.

Der Erdrutsch war vermutlich Folge heftiger Regenfälle, unter denen ganz Kolumbien seit Monaten leidet. Allerdings hatte es in Bello in den vergangenen Tagen nicht heftig geregnet und am Sonntag schien sogar die Sonne. Caracol berichtete, oberhalb der betroffenen Siedlung im Ortsteil La Gabriela habe sich früher eine offene Müllhalde befunden, die überbaut worden sei. Dies könne den Erdrutsch ausgelöst haben.

Video
Schlimme Tragödie in Kolumbien

Bei einem Erdrutsch in der Provinz Antioquia sterben vermutlich Dutzende Menschen. Mehr als 50 Häuser sind unter der Schlammlawine begraben worden. zum Video

Nach Angaben von Präsident Juan Manuel Santos erlitten in den vergangenen Monaten landesweit bereits zwei Millionen Menschen Schäden an ihrem Hab und Gut. 174 Menschen starben in den Fluten oder durch Erdrutsche.

"La Niña" bringt heftige Niederschläge

Die nach Angaben von Meteorologen heftigsten Niederschläge seit vier Jahrzehnten sind Folge des Wetterphänomens "La Niña" (Spanisch: das Mädchen), das alle paar Jahre auftritt. Vor der Pazifikküste Südamerikas strömt dabei kaltes Wasser aus der Tiefe nach oben. Dies führt in einigen Bereichen des Subkontinents zu Dürren, in anderen zu überdurchschnittlich hohen Niederschlägen. Die Regenperiode könnte nach Angaben von Meteorologen noch bis Anfang kommenden Jahres andauern.


Quelle: dpa , AFP , dapd

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