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Hunde lassen sich vom Menschen-Gähnen anstecken
13.08.2008, 19:41 Uhr
Wenn Menschen gähnen, müssen Hunde oft mitgähnen (Foto: imago)Gähnen ist ansteckend. Das gilt auch für Hund und Herrchen, wie britische Wissenschaftler beobachtet haben. Hunde lassen sich demnach von Menschen zum Gähnen animieren. Dies könne auf ein rudimentäres Einfühlungsvermögen bei den Tieren hinweisen, schreiben die Wissenschaftler um Atsushi Senju von der Universität London im Fachblatt "Biology Letters".
Das Experiment habe erstmals gezeigt, dass nicht nur Menschen und Affen mit anderen mitgähnten. Zum ersten Mal sei damit auch ansteckendes Gähnen zwischen verschiedenen Arten nachgewiesen worden.
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Hunde gähnen öfter mit als Menschen
In den Versuchen der Briten hatten 29 Hunde jeweils einem Forscher zunächst beim lautstarken Gähnen, dann beim lautlosen Öffnen des Mundes zugeschaut. Während beim kontrollierten Mundöffnen keiner der Hunde reagierte, ließen sich 72 Prozent der Tiere vom Gähnen des Mannes anstecken. Damit liege die Rate höher als bei Menschen, bei denen 45 bis 60 Prozent mitgähnen. Schimpansen gähnen sogar nur in 33 Prozent der Fälle mit.
Gähnen ist kein Zeichen von Müdigkeit
Gähnen ist bei Wirbeltieren nicht ungewöhnlich. Hundekenner erklären allerdings, dass Gähnen bei Hunden nicht Müdigkeit signalisiert, sondern für die Tiere ein Mittel zum Stressabbau oder zur Beruhigung ist. So müssen Hunde beispielsweise oft gähnen, wenn man sie zu sehr liebkost, so dass es ihnen unangenehm ist. Manche Hunde gähnen, sobald das Herrchen zum Gassi gehen ruft, um ihre Aufregung zu kontrollieren. Haushunde verstehen aber sehr gut soziale und kommunikative Hinweise von Menschen.
Mechanismus oder Mitgefühl
Die genauen Ursachen für das ansteckende Gähnen unter Menschen und Tieren sind allerdings noch unbekannt. Während einige Wissenschaftler es für einen angeborenen Mechanismus halten, führen die meisten es auf erlerntes Mitgefühl zurück.
Autisten sind immun gegen Gähnen
Letztere Erklärung wird untermauert durch ein Gähn-Experiment, das Atsushi Senju im vergangenen Jahr durchgeführt hat. Dabei fanden die Forscher heraus, dass autistische Kinder sich fast nie von Gähnen anstecken lassen. Autisten mangelt es von Geburt an an sozialen Fähigkeiten, unter anderem an der Möglichkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.
Quelle: t-online.de
, dpa