Norwegen hat nach den Kriterien der Vereinten Nationen die höchste Lebensqualität (Foto: imago)
In Norwegen lässt es sich nach wie vor am besten leben. Nach dem neuen Entwicklungsindex der Vereinten Nationen, der Lebensbedingungen und Einkommen in 182 Staaten vergleicht, belegt das skandinavische Land wie im Vorjahr Platz eins. Deutschland kommt wieder auf Rang 22, die schlechtesten Lebensbedingungen gibt es in Afghanistan und Niger.
Im vorherigen Report waren es Guinea-Bissau, Burkina Faso und Sierra Leone. Der Entwicklungsindex wird von den Vereinten Nationen jährlich erstellt.
Ein Kind, das heute in Niger geboren wird, hat eine Lebenserwartung von 50, in Afghanistan sogar nur von 43,6 Jahren. Zum Vergleich: In Norwegen beträgt die Lebenserwartung 80 Jahre. Seinen Spitzenplatz verdankt das Land zudem seinem gut ausgebauten Wohlfahrtssystem und seinen Ölvorkommen. Die Plätze zwei und drei in dem Ranking belegen Australien und Island.
Gesunkenes Pro-Kopf-Einkommen
Deutschland kam unverändert auf den 22. Platz, hinter den USA (13), Italien (18) und Großbritannien (21). Als Grund für das relativ niedrige Ranking Deutschlands wird das gesunkene Pro-Kopf-Einkommen nach der Wiedervereinigung genannt.
China auf Platz 92
China (92), Kolumbien (77), Frankreich (8), Peru (78) und Venezuela (58) rückten drei oder mehr Plätze nach vorn, während 50 Länder einen oder mehrere Plätze abrutschten. Die Zahlen für den Bericht basieren auf den aktuellsten verfügbaren Daten von 2007.
UN brechen Lanze für Migranten
Im gleichzeitig veröffentlichten Jahresbericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) heißt es derweil, dass die weltweit eine Milliarde Migranten bei der Senkung der Armut helfen. Regierungen in aller Welt sollten Menschen, die fern ihrer Heimat Arbeit suchen, unterstützen und ihnen das Leben nicht schwerer machen, so das UNDP.
Mehr als 300 Milliarden Dollar in die Heimat überwiesen
Migranten schickten im Jahr mehr als 300 Milliarden Dollar an Angehörige in ihren Heimatländern, heißt es in dem Bericht. Das war vier Mal so viel wie die gesamte Entwicklungshilfe, die 2007 gewährt wurde. In vielen ärmeren Ländern machen diese Überweisungen einen erheblichen Teil der Verbraucherausgaben aus. Die Gastländer profitierten von den Steuern der Migranten, wachsender Produktivität und oft auch innovativen Ideen, die die Migranten mitbrächten.
Migration in Wohlstandstandsländer relativ gering
Nach dem Bericht ziehen die meisten Migranten im eigenen Land um - knapp 740 Millionen. Knapp 200 Millionen ziehen in benachbarte Entwicklungsländer. Nur 70 Millionen Einwohner armer Länder versuchen dagegen ihr Glück in den reichen Ländern. "Die Bewegung aus den Entwicklungs- in die Industrieländer betrifft nur eine Minderheit", sagte die Autorin der Studie, Jeni Klugman.