12.05.2011, 15:31 Uhr
Auf dem Anwesen Bin Ladens in Abbottabad fanden US-Spezialkräfte offenbar auch ein Notizbuch des Terrorchefs (Foto: ABC/dpa)
Bei der Erstürmung des Anwesens von Osama bin Laden haben US-Spezialkräfte offenbar ein aufschlussreiches Notizbuch gefunden. Das Heft enthalte handschriftliche Ausführungen über die Doktrin von Al-Kaida, mögliche Terrorziele sowie Angaben, wie Anschläge durchzuführen seien, berichteten die Fernsehsender CNN und ABC. Eine erste Sichtung der Datenträger aus Bin Ladens Haus habe zudem gezeigt, dass der Terrorchef seine Anhänger zu blutigen Anschlägen in den USA und anderen westlichen Ländern drängte, berichtet die "Washington Post".
Den Berichten zufolge finden sich in dem Notizbuch Bin Ladens Hinweise, dass die Terrororganisation zum zehnten Jahrestag der Attentate vom 11. September 2001 Anschläge auf Züge in den USA plant. Allerdings handele es sich bei den Aufzeichnungen nicht um konkrete Planungen, sondern eher um Ideen von Bin Laden, sagte ein US-Regierungsbeamter gegenüber CNN. In dem Buch sollen auch hohe amerikanische Feiertage wie der Unabhängigkeitstag am 4. Juli aufgelistet sein.
Der US-Geheimdienst habe durch Handschriftanalysen festgestellt, dass die Notizen von dem Top-Terroristen persönlich verfasst worden seien, hieß es. Die Ermittler benötigten noch viel Zeit, alle Informationen in dem Buch auszuwerten. Bei der nächtlichen Kommandoaktion in Bin Ladens Unterkunft im pakistanischen Abbottabad hatte ein US-Sonderkommando den Terrorchef getötet und neben dem Notizbuch eine Vielzahl von Datenträgern mitgenommen - Computer, Festplatten und andere Speichermedien.
Eine erste Auswertung des sichergestellten Materials hätte ergeben, dass innerhalb von Al-Kaida ein Streit über mögliche Anschlagsorte entbrannt war, schreibt die "Washington Post". "Bin Laden sagte: 'Wir müssen uns auf die USA und den Westen konzentrieren'", zitiert die "Post" einen US-Geheimdienstmitarbeiter. Als Attentäter habe er dafür "von den USA unterdrückte Nicht-Muslime" rekrutieren wollen - Latinos und Afro-Amerikaner. Andere Al-Kaida-Funktionäre hätten im Gegensatz dazu Ziele im Jemen, in Algerien oder Somalia befürwortet - auch aus Furcht vor einer Racheaktion der Amerikaner.
Der britischen Zeitung "Guardian" zufolge präferierte Bin Laden dagegen einen besonders blutigen Anschlag im Westen, nach dem Vorbild der Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001. Er habe erhofft, damit einen Abzug der Amerikaner aus dem Nahen Osten zu erzwingen. Aus diesem Grund habe er auch in einem Sendschreiben seine Anhänger aufgerufen, New York als Anschlagsziel fallenzulassen: In Los Angeles oder kleineren Städte sei es eher möglich, eine Terrortat mit sehr vielen Toten zu verüben. Außerdem habe er gemahnt, nicht nur Flugzeuge, sondern auch Züge ins Visier zu nehmen. In der vergangenen Woche hatten die US-Behörden die Bürger zu Wachsamkeit besonders in Zügen aufgerufen.
Laut "Washington Post" zeigte die erste Sichtung der Dokumente, dass Bin Laden - einem Mafiapaten ähnlich - von Pakistan aus die Fäden zog. Dabei habe er eher die grobe Linie für Al-Kaida vorgezeichnet, aber nicht bei einzelnen Operationen detaillierte Anweisungen gegeben. Vielleicht auch nicht geben können: Bin Laden verständigte sich von Abbottabad aus über Kuriere mit seinem Netzwerk. Diese brachten brachten Speichermedien von Ort zu Ort - ein schwer zu überwachender, aber langsamer Kommunikationsweg.
Bin Laden habe aus seinem Unterschlupf heraus nicht in eigentlichen Sinne kommandiert oder kontrolliert, sagte ein US-Geheimdienstler der "Washington Post". In den gefundenen Dokumenten "werden wir keine konkreten Anleitungen für Anschläge finden, auch keine Excel-Tabellen mit Namen", zitiert ihn das Blatt. Bin Laden habe aber von Abbottabad aus gleichwohl Anweisungen zu allen großen Al-Kaida-Anschlagsplänen gegeben, auch in Europa, schreibt der "Guardian".
Die Daten verschaffen den US-Ermittlern offenbar einen guten Einblick in die Organisationsstruktur des Terrornetzwerks. So habe Bin Laden engen Kontakt zu Anhängern im Jemen gepflegt, auch wenn diese unabhängig gearbeitet hätten, schreibt der "Guardian". Verbindungen zur Regierung oder dem Geheimdienst in Pakistan seien dagegen bislang nicht aufgetaucht. Bin Laden hatte sechs Jahre lang unentdeckt in Abbottabad gelebt, was den Verdacht aufkommen ließ, er sei von pakistanischen Funktionären gedeckt worden.
Die Dokumente zeigten laut "Washington Post" eines dagegen ganz klar: Bin Laden rechnete offenbar nicht damit, in Pakistan aufgespürt zu werden. "Ich glaube nicht, dass er erwartete in diesem Haus zu sterben", zitiert die "Post" den Geheimdienstmitarbeiter. " Der international gesuchte Terrorfürst habe keine Fluchtpläne in petto gehabt oder Vorkehrungen getroffen, dass seine Daten nicht in die Hände des Feindes fallen. "Bin Laden ist faul und selbstzufrieden geworden", so der Regierungsvertreter.
Quelle: t-online.de , dapd , dpa , AFP
Wuppertaler schrieb:
am 12. Mai 2011 um 12:53:24
(0)
(0)
Tali-Bahn (nächster Halt: Adlerbrücke!)
Was mich verwundert: 1 Tag nach dem Vorgang konnte der Spiegel- der Speerspitze für
CO2-Alarmismus, "neue" soziale Marktwirtschaft und EU-Totalitarismus- detailierte Ablaufpläne aus "amerikanischen Insidequellen", einschließlich eines 10-Jahres Abriss der US-Jagd präsentieren.
Da nenne ich investigativ.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr