20.12.2010, 09:20 Uhr
Nach 17 Jahren wird die umstrittene "Don't ask, don't tell"-Regelung beim US-Militär abgeschafft (Foto: dpa)
Historischer Schritt für das US-Militär: Bekennende Schwule dürfen künftig als Soldaten dienen. Nach monatelangem heftigen Ringen stimmte der Senat für die Aufhebung eines Gesetzes, das geoutete Homosexuelle aus den Streitkräften verbannte. Die Entscheidung fiel mit 65 gegen 31 Stimmen, acht Republikaner schlugen sich auf die Seite der Demokraten.
Das Abgeordnetenhaus hatte den Schritt schon am Mittwoch gebilligt. Das Kongressvotum ist ein Sieg für US-Präsident Barack Obama: Dass schwule Soldaten ihre sexuelle Orientierung künftig nicht mehr verheimlichen müssen, war eines seiner größten Wahlkampfversprechen. So würdigte Obama die Änderung schon kurz vor der Abstimmung als "historischen Schritt". Es werde Schluss gemacht "mit einer Politik, die unsere nationale Sicherheit unterläuft".
Nach der Abstimmung will Obama das Gesetz noch vor Jahresende unterschreiben. Allerdings würde es selbst nach der Unterzeichnung noch dauern, bis die umstrittene Regelung außer Kraft tritt. Der Präsident und seine obersten militärischen Berater müssen zuerst attestieren, dass die Aufhebung der Richtlinie die Kampfkraft der Truppen nicht schwächt. Anschließend ist in dem Beschluss eine 60-tägige Wartezeit vorgesehen.
Mit der Änderung könnten Tausende patriotische Amerikaner dienen, die bisher trotz vorbildlicher Leistung aus dem Militär gezwungen worden seien. "Es ist an der Zeit anzuerkennen, dass Opfer, Tapferkeit und Integrität nicht mehr von sexueller Orientierung definiert werden als sie es durch Rasse oder Geschlecht, Religion oder Glauben sind", sagte der Präsident.
Auch Verteidigungsminister Robert Gates und Generalstabschef Mike Mullen hatten sich für eine Aufhebung des Schwulenverbots eingesetzt. Bestärkt wurden sie durch das Ergebnis einer umfassenden Umfrage in den Streitkräften: Demnach erwartet eine überwältigende Mehrheit keine Probleme durch die Öffnung des Militärs für geoutete Schwule. Allerdings gibt es in einigen Teilen der Kampftruppen, vor allem bei den Marineinfanteristen, deutliche Vorbehalte.
Auch die Gegner einer Änderung unter den Republikanern warnten, eine Zulassung werde die Kampfmoral schwächen. Sie werde, zumal in Kriegszeiten, zu gefährlicher "Ablenkung" führen und Menschenleben kosten, sagte zum Beispiel der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain aus Arizona am Samstag.
Gates kündigte aber bereits an, dass die Neuregelung behutsam umgesetzt werden solle. So solle die alte Regelung für eine Übergangszeit noch in Kraft bleiben, bis nötige Vorbereitungen getroffen und er sowie Obama dem Kongress offiziell bescheinigt hätten, dass keine "Störungen" beim Militär zu befürchten seien.
Die Regel "Don't ask don't tell" ("Frage nicht, sage nichts") war 1993 unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton eingeführt worden, um Schwulen und Lesben überhaupt die Möglichkeit zum Militärdienst zu eröffnen. Das heißt, sie konnten dienen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung geheim hielten, und sie wurden bei Bewerbungen auch nicht danach gefragt. Seit der Einführung sind rund 14.000 Soldaten aus dem Militär entlassen worden, weil sie sich zu ihrer Neigung bekannten.
Quelle: dapd , dpa
k-h. schrieb:
am 19. Dezember 2010 um 18:46:35
(0)
(0)
scwule beim militär
wurde auch höchste Zeit das hier etwas geändert wurde.
Kommentar melden
Meyer II schrieb:
am 19. Dezember 2010 um 17:31:08
(0)
(0)
Unter "schwul"
verstehen offensichtlich immer noch sehr viele hier Kinderschänder, Vergewaltiger und andere sexuell Kriminelle. Dass
sexuelle Neigungen und Praktiken zum grossen Teil kulturell bedingt und auch anerzogen sein können, wissen offensichtlich nur wenige. Alle Menschen sind bis zu einem gewissen Grad bisexuell. Als Embryo sind sie bis zum 3. Monat zweigeschlechtlich und bleiben dies veranlagungsmässig auch bis nach der Geburt. Dr. Med. Meyer
mehr
Kommentar melden
Misanthrop schrieb:
am 19. Dezember 2010 um 17:23:53
(0)
(0)
Homosexualität...
...und Kampfkraft stehen in keiner Relation zueinander! Einziger Kritikpunkt wären Abhängigkeitsverhältnisse zwischen
Soldaten, welche eine Beziehung unterhalten, oder dass die Notwendigkeit der Erfüllung eines Auftrags der Beziehung untergeordnet wird. Dieser Punkt dürfte allerdings seit der Einführung weiblicher Soldaten ins Militär automatisch seine Stichhaltigkeit verlieren.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS