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USA präsentieren Nervositäts-Scanner

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USA präsentieren Nervositäts-Scanner

25.09.2008, 14:21 Uhr

Einem sogenannten Thermo-Scan mussten sich Passagiere an manchen Flughäfen schon 2002 unterziehen. Mit den neuen Geräten würden die USA bei der Durchleuchtung von Fluggästen noch einen Schritt weiter gehen (Quelle: AFP) Einem sogenannten Thermo-Scan mussten sich Passagiere an manchen Flughäfen schon 2002 unterziehen. Mit den neuen Geräten würden die USA bei der Durchleuchtung von Fluggästen noch einen Schritt weiter gehen (Quelle: AFP)Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Film, aber nach den Vorstellungen des amerikanischen Heimatschutzministeriums soll das neue Verfahren die Terrorismusbekämpfung schon bald revolutionieren. Mit physiologischen Scannern sollen Personen beispielsweise an Flughäfen auf auffällige Körperreaktionen untersucht. Letzte Woche stellte das Ministerium den Prototyp eines solchen Bio-Scanners vor.

Wie die Zeitung "USA Today“ berichtete, funktionieren die sogenannten FAST-Geräte (die Abkürzung steht für "Future Attribute Screening Technology") grundsätzlich ähnlich wie ein Lügendetektor. Sie suchen nach Auffälligkeiten bei der Körpertemperatur, dem Puls oder der Atmung. Im Unterschied zum Lügendetektor werden die Personen aber keiner speziellen Vernehmungssituation ausgesetzt. Vielmehr werden sie gescannt, während sie eine Reihe von Kameras passieren.

 

Für das menschliche Auge unsichtbar

"Wir können mit den Sensoren Auffälligkeiten erkennen, die dem menschlichen Auge ansonsten verborgen bleiben“, sagt Jennifer Martin von der Technologie-Abteilung des Heimatschutzministeriums. Kritiker bezweifeln dagegen, dass das System überhaupt funktioniert. Zudem kritisieren Datenschützer und Bürgerrechtler die Technologie scharf. Sie konnten schon mit den beiden letzten Verfahren zur Verbesserung der Flugsicherheit wenig anfangen.

Thermo-Scanner schon seit 2002 im Einsatz

Schon seit 2002 werden an manchen Flughäfen sogenannte Thermo-Scanner eingesetzt. Diese sollen Fluggäste - zuverlässiger als herkömmliche Röntgengeräte - auf unter der Kleidung transportierte Gegenstände kontrollieren. Dabei werden die Passagiere sozusagen per Knopfdruck ausgezogen. Als "Freibrief für Voyeure" und "unnötiges Eindringen in die Privatsphäre" kritisieren Bürgerrechtler das System.

Datenschützer: Verstoß gegen geltendes Recht

Im Fall der seit mehreren Jahren am Flughafen Frankfurt getesteten biometriegestützten automatisierten Grenzkontrolle sehen Kritiker ebenfalls keine rechtliche Basis für den Dauerbetrieb gegeben. Bei dem Verfahren wird die Iris der Reisenden mit einer zuvor zentral gespeicherten Vorlage abgeglichen. Auch wenn die Personen der Speicherung ausdrücklich einwilligen müssen, sehen Datenschützer darin eine Verletzung des Pass- und Ausweisgesetzes. Mit diesem Vorgehen werde gegen geltendes Recht verstoßen, sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar Anfang des Jahres.

Noch ein Schritt weiter

Die neuen physiologischen Scanner des Heimatschutzministeriums gehen noch einen Schritt weiter. Als "medizinischen Test" bezeichnet Rechtsanwalt und Bürgerrechtler John Verdi gegenüber "USA Today" die Technologie. Und für dessen Durchführung habe die Regierung keinerlei Genehmigung.

Projekt auf fünf Jahre angelegt

Der zuständige Projektmanager Robert Burns verweist dagegen darauf, dass die erhobenen Daten nicht gespeichert würden. Auch vom methodischen Ansatz des auf fünf Jahre angelegten Projektes ist Burns überzeugt. Bisherige Untersuchungen hätten ergeben, dass sich Personen mit einer kriminellen Intention anders verhalten als Personen, die beispielsweise aufgrund ihres anstehenden oder ausgefallenen Fluges ängstlich, nervös oder ärgerlich sind, sagt Burns. 

Körperreaktionen von vielen Faktoren beeinflusst

Kritiker sehen genau diesen Punkt völlig anders. Nach Meinung des Verhaltensforschers Timothy Levine wird etwa die Herzfrequenz eines Menschen von einem ganzen Bündel an Faktoren beeinflusst, völlig unabhängig von etwaigen feindseligen Absichten. "Das ist der Grund, wieso das Scannen von Verhaltensmustern nicht funktioniert“, so Levine. 

Weitere Tests geplant

Um zu untermauern, dass das Verfahren funktioniert, haben Burns und sein Team jetzt Tests mit 140 Probanden durchgeführt. Dabei sollte eine Reihe der Testpersonen für Störungen sorgen oder bei Befragungen die Unwahrheit sagen. Ihre Werte sollen als Basis für eine Datenbank mit Verhaltensmustern feindseliger Personen dienen. Weitere Tests sind für das nächste Jahr geplant.


Quelle: t-online.de

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