10.09.2010, 08:56 Uhr
Vor der Koran-Verbrennung: Der radikale US-Pastor Terry Jones signalisiert Gesprächsbereitschaft mit Präsident Barack Obama (Foto: Reuters)
Der US-Pastor Terry Jones hat mit Blick auf die geplante Koran-Verbrennung seine Bereitschaft zum Einlenken signalisiert. Falls ihn das Weiße Haus direkt um eine Absage der für Samstag geplanten Aktion bitte, würde er den Plan "definitiv überdenken", sagte der Geistliche der Zeitung "USA Today". Derweil rufen immer mehr muslimische Länder die US-Regierung auf, dieFundamentalistengemeinde Dove World Outreach Center in Gainesville in Florida von ihrem Vorhaben abzuhalten.
Jones teilte mit, die US-Regierung sei bislang nicht mit ihm in Kontakt getreten. "Ein Anruf von ihnen wäre etwas, das wir nicht ignorieren würden", sagte er mit Bezug auf die Regierung in Washington.
US-Präsident Barack Obama, Außenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Robert Gates hatten sich zuvor öffentlich gegen die geplante Koran-Verbrennung ausgesprochen und Sorgen angesichts der erwarteten Reaktionen in muslimischen Ländern geäußert.
Obama forderte den radikalen Pastor auf, den "zerstörerischen Akt" zu unterlassen. In einem Interview des Senders ABC warnte Obama, die am neunten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September vorgesehene Verbrennung könne "schwerwiegende Gewalt" gegen amerikanische Soldaten in Pakistan und Afghanistan auslösen. Zudem verletze das Vorhaben das in den USA hochgehaltene Prinzip der religiösen Toleranz und widerspreche "unseren Werten als Amerikaner".
Der Präsident mahnte, die Aktion wäre ein regelrechter "Rekrutierungsschlager für Al-Kaida" und würde der Terrororganisation neue Mitglieder in die Arme treiben. Auch der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, David Petraeus, äußerte die Befürchtung, dass das Ansehen der USA durch die Verbrennung ähnlich stark beschädigt werden könne wie 2004 durch die Folter-Fotos aus dem US-Gefängnis Abu Ghoreib im Irak.
"Ich möchte, dass er begreift, dass diese Nummer, die er da abziehen will, unsere jungen Männer und Frauen in Uniform in höchstem Maß in Gefahr bringen könnte", sagte Obama. "Es gibt jetzt schon Proteste gegen Amerikaner."
Die Befürchtungen der US-Regierung teilt auch der deutsche Afghanistan-Experten Thomas Ruttig. "Der Taliban-Propaganda dient das auf alle Fälle", sagte der Ko-Direktor des Afghanistan Analysts Network (AAN) in Kabul. Sollte der Pastor seine Pläne wahr machen, "werden islamistische Kreise das als Argument gegen das gesamte internationale Engagement in Afghanistan nutzen".
In der ganzen Welt haben sich politische und religiöse Führer mit Abscheu zu den Plänen der radikalen Christen aus Florida geäußert. Der pakistanische Innenminister Rehman Malik forderte, dass die internationale Polizei Interpol einschreitet und die "verabscheuungswürdige Tat" verhindert. Dabei warnte er vor einem "unumkehrbaren Schaden für den Weltfrieden". Die muslimische Gemeinschaft werde durch die Tat des "verrückten sogenannten Priesters" aufgebracht werden. Die Gefühle der Muslime müsse man respektieren, teilte Malik in seinem Schreiben an Interpol mit.
Auch Indonesien, das Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung, sowie Indien forderten, dass die USA die Aktion unterbinden. Washington solle sicherstellen, "dass dieser abscheuliche Akt nicht durchgeführt wird", zitierte der US-Sender CNN einen indonesischen Präsidentensprecher.
Inzwischen warnte Interpol vor Attentaten: "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es anschließend zu gewalttätigen Anschlägen auf unschuldige Menschen kommt", heißt es in einer Nachricht an alle 188 Mitgliedsstaaten. "Auch wenn wir noch keine Details wissen, wird es sicher tragische Folgen haben, wenn die Koranverbrennung tatsächlich stattfinden sollte, und sie könnten viele Menschenleben kosten", betonte Interpolchef Ronald Noble. Die Behörde reagierte damit auf die Bitte des pakistanischen Innenministeriums.
Auch aus der westlichen Welt kommt Widerstand: Der frühere britische Premierminister und jetzige Nahost-Vermittler Tony Blair forderte, die Aktion abzusagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte zu der Ankündigung: "Das ist schlicht respektlos. Abstoßend - einfach falsch."
Selbst der niederländische Islamgegner Geert Wilders riet von der Koranverbrennung ab. "Schlechter Plan!", schrieb der Rechtspopulist in einer SMS an die niederländische Nachrichtenagentur ANP ohne seine Position zu begründen. Wilders hält derweil an seinem Vorhaben fest, am Jahrestag der Anschläge vom 11. September in New York dagegen zu protestieren, dass nahe dem Ground Zero eine Moschee entstehen soll.
Quelle: dapd , dpa , AFP
Mediator schrieb:
am 9. September 2010 um 19:42:43
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Peace on earth
kann man den Mann über das Wochenende nicht in Schutzhaft nehmen, was der vor hat ist vielleicht verständlich (9/11) aber so
unnütz und provokant, der soll lieber nach New York fahren und gegen die Moschee an Ground Zero demonstireren, das ist die gleiche Provokation unr andersrum
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Bruzzler schrieb:
am 9. September 2010 um 19:34:00
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was soll das
bisschen dumme und unüberlegte Aktion, man kann über die Muslime und den Islam denken was man will, aber unnötig Öl ins
Feuer schütten und nur provuzieren ist ziemlich dumm, was soll das , damit hat man nichts erreicht. Man weiß ja, dass die Islamisten dann völlig unkontrolliert abgehen und die halbe Welt in die Luft jagen, das muss wirklich nicht sein, der gute Mann soll ein Buch schreiben und hoffen, dass es in den Staaten nicht verboten wird oder er aus seinem Amt entfernt wird !!
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Max schrieb:
am 9. September 2010 um 19:26:21
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Pastor T.Jones
Da ist von den Tugenden wie Nächstenliebe, Vergebung, Achtung usw. bei Pastor Jones nichts mehr vorhanden. Die moralische
Verwahrlosung hat ihn fest im Griff. Bedauernswerte Gemeinde, die schon einem Gott huldigen muss, der seinen Schäfchen mit dem Leben droht, wenn sie ihm nicht Willens sind und dann noch diesen Pastor. Schrecklich!
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