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USA: Ölpest erreicht texanische Küste

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Ölpest erreicht texanische Küste

06.07.2010, 17:48 Uhr | AFP, apn, dpa

Der Riesentanker "A Whale" soll Millionen Liter Öl aus dem Wasser saugen (Foto: dpa)

Der Riesentanker "A Whale" soll Millionen Liter Öl aus dem Wasser saugen (Foto: dpa)

Die Ölpest im Golf von Mexiko hat nun auch die Küste von Texas erreicht. An der texanischen Küste seien Ölklumpen angespült worden, teilte die US-Küstenwache mit. Durch Labortests solle nun festgestellt werden, ob die Ölklumpen tatsächlich von der durch die Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" ausgelösten Ölpest stammen. Ein erster Versuch, das Öl mit einem Riesentanker aufzusaugen, ist unterdessen am aufgewühlten Wasser gescheitert.

Die BP-Ölplattform war am 20. April im Golf von Mexiko explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem strömen täglich Millionen Liter Öl ins Meer. Die größte Ölkatastrophe in der US-Geschichte bedroht bislang vor allem die Küsten der Bundesstaaten Louisiana, Alabama, Mississippi und Florida.

Zweifel an Wirksamkeit

Das US-Hurrikanwarnzentrum NHC teilte unterdessen in Miami mit, dass sich ein rund 80 Kilometer vor der Küste Louisianas befindliches Sturmtief zu einem weiteren Tropensturm entwickeln könnte. Es gebe eine Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent, dass das Sturmtief zu einem Tropensturm werde, bevor es auf die Küste treffe. In der vergangenen Woche hatte der Wirbelsturm "Alex" die Aufräumarbeiten im Golf von Mexiko tagelang lahmgelegt.

Unterdessen sind Tests zum Einsatz des Supertankers "A Whale" (deutsch "Ein Wal") im Golf von Mexiko ergebnislos verlaufen. Schwere See über die vergangenen 48 Stunden habe schlüssige Resultate verhindert, sagte ein Sprecher der Eignerfirma TMT der Zeitung "Times-Picayune". Experten hoffen, dass das Schiff bis zu 80 Millionen Liter des Wasser-Öl-Gemischs täglich aufsaugen und trennen kann. Man werde für den Probelauf zusätzliche Zeit brauchen, sagte der Sprecher weiter. Kritiker in den USA hingegen bezeichneten den neuen Versuch im Kampf gegen das Öl als "Weißen Elefanten" - eine überdimensionierte Schauveranstaltung. "Das ist im Prinzip kein schlechtes Konzept, aber ich weiß nicht, wie es in dieser Situation viel ausrichten kann", sagte Dennis Bryant, früherer Küstenwacht-Offizier, dem US-Fernsehsender MSNBC. "Im Golf, wo das Öl über eine große Fläche verteilt ist, sehe ich den großen Nutzen nicht."

Erst wenig Rohöl aufgesaugt

Der Supertanker aus Taiwan ist so hoch wie ein zehnstöckiges Haus und so lang wie dreieinhalb Fußball-Felder. Er kam Mitte vergangener Woche im Golf von Mexiko an. Es ist der erste Einsatz dieser Art für das Riesenschiff. Die taiwanesische Gesellschaft TMT rüstete den Öltanker eigens für den Einsatz im Golf von Mexiko um.

Direkt an der Unglücksstelle können die Experten weiter nur einen Bruchteil des auslaufenden Öls aufsaugen. Am vergangenen Samstag wurden den Angaben zufolge 25.198 Barrel (vier Millionen Liter) Rohöl von Tankern aufgefangen. Insgesamt seien in den knapp elf Wochen nach der Explosion der Bohrinsel 585.400 Barrel aus der See geschöpft worden.

Schätzungen zufolge fließen mindestens 35.000 Barrel täglich aus der undichten Ölquelle. Damit wären bislang mehr als zwei Millionen Barrel in den Golf von Mexiko geströmt. Frühestens in vier Wochen, wenn eine zweite Quelle angezapft sein soll, kann die auslaufende Ölmenge deutlich verringert werden.


Quelle: dpa , AFP , dapd

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