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USA: Gates fürchtet Gefahr für Soldaten und Afghanen nach WikiLeak-Enthüllung

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Verteidigungsminister fürchtet Gefahr für Soldaten und Afghanen

30.07.2010, 12:24 Uhr

US-Soldaten nördlich von Kandahar (Foto: Reuters)

US-Soldaten nördlich von Kandahar (Foto: Reuters)

Nach der Veröffentlichung zehntausender Geheimdokumente zum Afghanistan-Konflikt äußerte US-Verteidigungsminister Robert Gates die Befürchtung, die Papiere gefährdeten US-Soldaten und Afghanen. Sie drohten zudem die Beziehungen der USA in der Region zu beschädigen. Sein Ministerium habe die Bundespolizei FBI eingeschaltet, um die undichte Stelle schnell zu finden.

"Die Folgen auf dem Schlachtfeld durch die Herausgabe dieser Dokumente können für unsere Soldaten, unsere Verbündeten und unsere afghanischen Partner schwerwiegend und gefährlich sein", sagte ein sichtlich erboster Gates auf einer Pressekonferenz in Washington. "Sie können auch unsere Beziehungen und unseren Ruf in dieser entscheidenden Weltregion beschädigen."

Der Gründer der Website WikiLeaks, Julian Assange, hatte in einer Reaktion auf die US-Kritik versichert, die rund 92.000 Papiere seien vor der Veröffentlichung daraufhin überprüft worden, ob sie die Namen afghanischer Informanten enthielten. Doch US-Generalstabschef Mike Mullen, der gemeinsam mit Gates vor die Presse trat, widersprach dem einstigen Hacker. "Assange kann über das höhere Ziel, dem er und seine Quelle angeblich dienen, sagen, was er will, aber in Wahrheit haben sie vielleicht schon das Blut eines jungen Soldaten oder einer afghanischen Familie an ihren Händen."

Vertrauen erschüttert

Gates kündigte tiefgehende Ermittlungen an, um die Entstehung der "groben Sicherheitsverletzung" aufzuklären, die Verantwortlichen zu finden und festzustellen, welche Informationen durch das Leck unbrauchbar geworden seien. Das Militär werde außerdem Maßnahmen ergreifen, um geheime Informationen besser zu sichern und diejenigen US-Soldaten und Afghanen zu schützen, die durch das Leck in Gefahr geraten seien.

Der beispiellose Vorfall könne das Vertrauen zerstören, dass für die Aufklärungsarbeit vor Ort lebenswichtig sei, kritisierte Gates, der auch schon Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA war. "Das ist für mich einer der schlimmsten Aspekte: Werden die Menschen uns noch vertrauen?"

Auch das Vertrauen in die eigenen Soldaten wurde durch das Leck offenbar erschüttert. Der Minister erklärte, die Militärs müssten nun darüber nachdenken, ob sie auch weiterhin alle verfügbaren Informationen an die Soldaten vor Ort weitergeben könnten. "Wir wollen, dass die Soldaten in vorderster Front über alle Informationen verfügen, die ihre Sicherheit betreffen könnten", sagte Gates. Jetzt müsse er mit den Kommandeuren im Irak und in Afghanistan darüber beraten, "ob wir das anders machen müssen, oder ob wir das Risiko weiter eingehen wollen", dass geheime Informationen nach außen dringen.

Einen Bericht des "Wall Street Journal", wonach die Behörden einen Soldaten des Heeres mit dem Leck in Verbindung bringen, der bereits ein geheimes Video aus dem Irak an die Öffentlichkeit weitergeleitet haben soll, wollte Gates nicht kommentieren. Der Gefreite Bradley Manning wurde Anfang Juli wegen der Veröffentlichung des Videos über einen Hubschrauberangriff auf Zivilisten im Irak angeklagt.


Quelle: AFP

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Kommentare (39)

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Thema: "USA: Gates fürchtet Gefahr für Soldaten und Afghanen nach WikiLeak-Enthüllung"

bastelrudi schrieb: am 30. Juli 2010 um 18:47:04
(0) (0) Afghanistan
Der wilde Westen ist der größte Feind der Welt

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Hobbyhistoriker schrieb: am 30. Juli 2010 um 17:12:05
(0) (0) An Rentner und P O S I
Ihr schreibt mir da aus der Seele, 100 % korrekt. Hinzufügen muss ich eine Parallele aus dem Vietnamkrieg. Damals hat
ein Daniel Ellsberg von der RAND Cooperation, der diesen Krieg erst mitgeplant hatte, Gewissensbisse bekommen und alle Dokumente kopiert und an die Presse weitergegeben. Bekannt auch als die Pentagon-Papiere von 1971. Das war ein weiterer Auslöser für ein Ende des Vietnamkrieges. Er galt als Verräter, obwohl er das Richtige getan hat, das Metzeln der Zivilbevölkerung zu beenden
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ach ja ? schrieb: am 30. Juli 2010 um 14:50:55
(0) (0) Gates
Nun bekommt die US Regierung unter der Fuchtel eines " Friedensnobel " Preisträgers, namens OBAMA , Angst vor der Wahrheit. Die ist
bekanntlich immer unbequem. Zumal das eigene Land am Boden liegt und weiterhin 30 000 Soldaten nach Afghanistan geschickt werden. Wann steht das friedliebende Land USA auf und verhindert das weitere morden ihres Militärs ?
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