
22.07.2010, 15:30 Uhr
In der Fotomontage zeigen alle Monitore in der BP-Zentrale Bilder der Ölpest - in Wirklichkeit waren einige Bildschirme schwarz. (Foto: AP)
Peinliche PR-Panne für BP: Der Energieriese hat auf seiner Web-Seite ein manipuliertes Bild aus dem für die Ölpest zuständigen Katastrophenzentrum gezeigt. Blogger deckten die Fälschung auf. Der Konzern behauptet nun, ein Fotograf habe nur mit seinen Photoshop-Kenntnissen angeben wollen.
Die beispiellose Ölpest im Golf von Mexiko, das desaströse Krisenmanagement von Konzernchef Tony Hayward - BP steht seit Wochen im Kreuzfeuer der Kritik. Trotzdem schafft es der Konzern immer wieder, mit ungeschickten Aktionen auch noch unnötigen Spott auf sich zu ziehen.
Neueste PR-Panne: ein gefälschtes Foto, auf dem das Katastrophenzentrum zu sehen ist, von dem aus BP die Krise managt. Darauf zu sehen sind die Schattenumrisse von BP-Mitarbeitern vor gigantischen Videoschirmen, die Details von der Katastrophe im Golf von Mexiko abbilden.
Das Problem: Mehrere der Bildschirme waren eigentlich schwarz. Das räumte BP-Sprecher Scott Dean am Dienstag ein. Ein Fotograf des Konzerns habe mit Hilfe von Photoshop nachträglich Bilder der Katastrophe auf die Monitore retuschiert (siehe Fotostrecke oben). Er habe nur seine Kenntnisse des Bildbearbeitungsprogramms unter Beweis stellen wollen, beteuerte der Sprecher. Die Mitarbeiter hätten nun strikte Anweisung, Photoshop nur noch für Veränderungen wie Farbkorrekturen oder das Erstellen von Ausschnitten zu verwenden.
Das ist auch besser so. Denn weit her war es mit den Retuschekünsten des BP-Angestellten offenbar ohnehin nicht. Am Wochenende entdeckte der Blogger John Aravosis den Schmu, machte zahlreiche Screenshots von Details des bearbeiteten Fotos und markierte mit Rotstift jeweils die Stellen, an denen sich erkennen lässt, dass BP per Bildbearbeitung nachgebessert hat.
Schnell griffen die "Washington Post" und andere Blogs das Thema auf. Am Montag zeigte BP auf seiner Web-Seite das Originalbild, auf dem zu sehen ist, dass mehrere der Bildschirme in Wahrheit schwarz sind. Auch das wurde hämisch kommentiert.
Bleibt die Frage, was sich BP von der Aktion versprochen hat? War es die Einzelaktion eines übereifrigen Mitarbeiters? Hatte der Konzern tatsächlich Angst, die drei schwarzen Bildschirme könnten als schlechtes Krisenmanagement ausgelegt werden? Verglichen mit dem Spott, den sich der Konzern jetzt anhören muss, wäre das wohl ein vergleichsweise kleines PR-Unglück gewesen.
Ohnehin ist der Vorfall nicht die erste PR-Schlappe, die BP in den vergangenen Wochen hinnehmen musste. So musste der Konzern wegen der Ölpest sein Sponsoring des Bundespräsidenten-Sommerfests abgeben. Grünen-Chefin Claudia Roth sagte, sie fände es "obszön", dass vom Energiemulti bezahlte Häppchen verspeist werden, "während Vögel und Meerestiere in klebriger Ölschlacke verenden".
Zuvor hatte Konzernchef Tony Hayward mit zahlreichen Verbalausfällen für Negativschlagzeilen gesorgt. Am 14. Mai etwa sagte der BP-Chef: "Der Golf von Mexiko ist ein sehr großer Ozean." Die Menge an Öl und Chemikalien, "die wir dort hineintun, ist winzig im Vergleich zur gesamten Wassermenge".
Außerdem schockierte Hayward mit taktlosen Äußerungen über Leben und Tod. Elf Menschen kamen bei der Explosion der "Deepwater Horizon" vermutlich ums Leben, zahllose Vögel, Fische, Pelikane, Meeresschildkröten und Delfine starben im Ölteppich. Hayward hielt das nicht davon ab zu sagen: Es gebe niemanden, der sich stärker wünsche, dass die Ölkatastrophe ein Ende finde. "Ich möchte mein Leben zurück." Später entschuldigte er sich.
Quelle: Spiegel Online
Misanthrop schrieb:
am 21. Juli 2010 um 19:55:14
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"Katastrophe"
Mein Bedauern erweckt in puncto Ölkatastrophe lediglich die gebeutelte Flora und Fauna. Diese wird sich allerdings nach und
nach erholen...wird allerdings Jahre dauern. Der Mensch jammert auch hier wieder mal nur über sein eigenes Dilemma, in welches er sich in seinem ständigen Expansionsdrang und Egoismus selbst gebracht hat. Und ist gleichzeitig die einzige Spezies, welche dämlich genug ist sich in Etappen selbst aus der Nahrungskette zu streichen. Weiterhin viel Spaß dabei!
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Radler schrieb:
am 21. Juli 2010 um 19:51:49
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BP
In der Mineralölbranche nennt man das Unternehmen die BPisten, ist was drann.
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Aktionist schrieb:
am 21. Juli 2010 um 19:43:06
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Hilfe
ich schlage allen Kommentatoren hier vor: Ich habe ein Flugzeug gechartered - Flug von FRA nach Miami und dann weiter nach New Orleans
- von dort aus Abenteueraufraeumurlaub 4 Wochen keine Verpflegung (selber organisieren ) Schlafen unterfreiem Himmel am Strand - Arbeitszeit ca. 14 Std am Tag - Aufraeumen Leute - nicht blubbern -Flugkosten 2500 Euro -nur hin es dauert ja ein bisschen bis wir fertig sind. Dann habt Ihr was geleited und koennt euren Enkeln mal davon erzaehlen - Packen wir es an !
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