Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland > USA >

USA bedauern Menschenversuche in Guatemala

...

USA bedauern Menschenversuche in Guatemala

04.10.2010, 09:24 Uhr

US-Präsident Obama entschuldigt sich für Menschenversuche in Guatemala (Foto: Reuters)

US-Präsident Obama entschuldigt sich für Menschenversuche in Guatemala (Foto: Reuters)

Die USA haben sich bei hunderten Menschen in Guatemala entschuldigt, die vor mehr als 60 Jahren zu Forschungszwecken mit Geschlechtskrankheiten infiziert wurden. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten US-Außenministerin Hillary Clinton und US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius die Studie am Freitag als "unethisch".

Präsident Barack Obama äußerte in einem Telefonat mit Guatemalas Präsident Alvaro Colom sein "tiefstes Bedauern" und entschuldigte sich bei den Opfern, wie der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, mitteilte. Der guatemaltekische Präsident sprach von einem "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Colom war am Donnerstag von Clinton über die Geschehnisse informiert worden.

Die US-Außenministerin drückte in einem Telefonat mit Colom ihr "persönliches Entsetzen und tiefes Bedauern" darüber aus, "dass so eine verwerfliche Forschung geschehen konnte". Clinton und Gesundheitsministerin Sebelius entschuldigten sich in ihrer gemeinsamen Erklärung bei den Opfern und kündigten eine umfassende Untersuchung der Geschehnisse an.

Psychisch Kranke missbraucht

Der Arzt John Cutler hatte in den 40er Jahren in Guatemala an 1500 Menschen untersucht, ob mit dem damals noch neuen Wirkstoff Penicillin Geschlechtskrankheiten behandelt werden konnten. Für die Studie wählten Cutler und sein Team besonders gefährdete Menschen aus, darunter psychisch Kranke. Sie klärten die Beteiligten nicht über ihr Vorgehen und die möglichen Folgen auf.

Zunächst infizierten die US-Ärzte Prostituierte mit den Geschlechtskrankheiten Tripper oder Syphillis, dann ermunterten sie die Frauen zu ungeschütztem Sex mit Soldaten oder Gefängnisinsassen. Weil sich nur wenige Männer ansteckten, infizierten die Ärzte Soldaten, Gefängnisinsassen sowie psychisch Kranke schließlich direkt mit den Krankheiten. Mindestens einer der Patienten starb während der Studie, unklar ist jedoch, ob der Tod durch das Experiment ausgelöst wurde.

"Wie eine Laborratte behandelt"

Für die Studie war das Panamerikanische Gesundheitsbüro, das später in Panamerikanische Gesundheitsorganisation umbenannt wurde, verantwortlich. Die Nationalen Gesundheitsinstitute (NIH) finanzierten die Untersuchungen. Deren heutiger Leiter Francis Collins nannte das Geschehene "zutiefst verstörend" und "ein entsetzliches Beispiel für das dunkle Kapitel in der Geschichte der Medizin". Der Senator Robert Menendez vom hispanischen Ausschuss des US-Kongresses sprach von einem der "dunkelsten Momente" in der Geschichte der USA. "Kein unschuldiger Mitmensch, egal welcher Herkunft, sollte wie eine Laborratte behandelt werden."

Die Menschenversuche waren erst in diesem Jahr bekannt geworden, als die College-Professorin Susan Reverby durch Zufall in einem Archiv Dokumente darüber entdeckte. Die Studie war nie veröffentlicht worden. Der verantwortliche Arzt Cutler war auch an der umstrittenen Tuskegee-Syphillis-Studie an hunderten Afroamerikanern beteiligt. Zwischen 1932 und 1972 wurden dafür an Syphillis erkrankte schwarze US-Bürger medizinisch nicht behandelt.


Quelle: AFP

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"USA bedauern Menschenversuche in Guatemala" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "USA bedauern Menschenversuche in Guatemala" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (74)

zum Forum

Thema: "USA bedauern Menschenversuche in Guatemala"

TT schrieb: am 2. Oktober 2010 um 16:28:29
(0) (0) USA
von wegen 'das Land mit der besten Demokratie'. Wer die Todesstrafe noch hat, Kinder in gefängnisse sperrt und die Indianer - als wahre
Besitzer des Kontingents - noch immer so schäbig behandelt, kann nicht als Vorbild dienen! zum Glück haben Sie endlich einen guten Präsidenten - hoffentlich merken sie das und erkennen das auch.
mehr Kommentar melden

ariel schrieb: am 2. Oktober 2010 um 16:18:58
(0) (0) ethisches Verhalten
unsere angeblich so heilige Welt ist voller Verbrechen. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat seit seinem
Bestehen Unmenschlichkeit praktiziert. z. B der Kampf gegen die Indianer mit allen Mitteln, wie Krieg, Krankheiten, Alkohol und anderes mehr. z.B. die Wirkung vom Atombombenexplosionen an den eigenen Soldaten, Kriege gegen Korea und Vietnam und wer sagt etwa, wo die AIDS Infektionen herkommen? Obama hat das Gewissen Amerikas entdeckt, was mag noch herauskommen?
mehr Kommentar melden

foxtime schrieb: am 2. Oktober 2010 um 16:15:45
(0) (0) Dunkel
Wir wissen gar nicht was dieses tolle Land sonst noch so alles macht und gemacht hat, wir werden es auch nie erfahren. Dieses Land
sollte komplett isoliert werden und in der Welt rein gar nichts zu sagen haben - aufgebaut auf Verbrechen, genau das ist die USA und genau durch diese Dinge sind sie "Weltmacht" geworden. Für mich der Schurkenstaat Nr. 1! Und wir Deutschen müssen uns über Generationen für die Taten unserer Vorväter rechtfertigen - lachhaft.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de

Einkaufswelt
Exklusiver Herren-Sale
Exklusiver Daniel Hechter-SALE

Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr

Einkaufswelt
Passform-Mode für Damen
Premium-Mode mit perfekter Passform - von RAPHAELA by BRAX

Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special

Einkaufswelt
Perfekte Hosen für Damen
Die neuen Trends von AtelierGS

Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Grandprix: mutiger Auf- tritt von Anke Engelke
Anke Engelke verkündet Aserbaidschan beim Eurovision Song Contest: "Europa beobachtet Dich". (Quelle: dpa)

"Aserbaidschan, Europa beobachtet Dich". mehr

Hells Angels-Boss ist "stinksauer"
Frank Hanebuth, Chef der Hannoveraner Hells Angels, ist über das Vorgehen der Polizei empört (Quelle: dpa)

Rocker beschwert sich über die Razzia. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Die neuen Kurzarmhemden
Die neuen Kurzarmhemden von Esprit

Lässige Frühjahrshemden im zeitlosen Karo-Muster. mehr

Augenblicke
Fotos des Tages
Eine Frau versucht bei den "Redneck Games" in Dublin, einen Schweinefuß mit dem Mund zu fischen. (Quelle: dpa\Erik S. Lesser)

Tierischer Tauchgang. Was sucht diese Frau? mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige